Das extrem schneereiche Naeba war heute der Austragungsort des zweiten Einzelbuckelpisten-Weltcups der Freestyle FIS Japanserie. Naeba hatte sich nach der Debüt-Veranstaltung im letzten Jahr erneut erfolgreich um die Austragung eines Skicross- und eines Buckelpistenweltcups beworben, obwohl es im letzten Jahr massive Kritik an der Präparierung der Wettkampfstrecken gegeben hatte. Mit ein Grund für die Entscheidung der FIS, hier wieder eine Weltcup-Veranstaltung auszutragen, war sicherlich, dass der Skiort bei den Einwohnern von Tokio sehr beliebt ist. Aus der Stadtmitte von Tokio erreicht man die Liftanlagen von Naeba mit dem Schnellzug in weniger als zwei Stunden und so haben sich heute auch viele Fans an der Piste versammelt, um ihre Stars einmal live zu erleben. Die 225 Meter lange Buckelpiste mit einer mittleren Neigung von 24 Grad war wesentlich besser präpariert als im Vorjahr. Das Organisationsteam hatte den Startbereich aufgrund der Beschwerden der Teams im letzten Jahr mit Schnee so weit aufgeschoben, dass die Piste das Minimumkriterium an die Steilheit erfüllt. Die 27 Damen und 46 Herren aus 17 Nationen konnten sich heute morgen über ca. 20 Zentimeter Neuschnee freuen, durch den die schnellen, sehr harten Buckel wesentlich besser zu fahren waren.

Weber verfehlt Finale
Grischa Weber vom SC Tiefenbach hatte im Training einige Probleme, sich auf die schnellen, glatten Schanzen einzustellen. In seinem Wettkampflauf heute klappten die Sprünge, ein Helikopter oben und ein Dreifachtwist unten, dann wieder gut. Er landete den Helikopter jedoch sehr weit auf der Seite und musste daher mit einem langen Schwung korrigieren, um die schnellen Buckel im Mittelteil flüssig ausfahren zu können. Dies kostete ihn sowohl bei den zwei Sprungkampfrichtern als auch bei den fünf Technikkampfrichtern wichtige Punkte, die ihm am Ende für eine bessere Platzierung im engen Herrenfeld fehlten. Der Sportsoldat belegte heute mit 23,06 Punkten den 23. Platz und verfehlte das Finale um sieben Zehntel Punkte.

Stark kommt aus dem Rhythmus
Der Tiefenbacher Christoph Stark belegte mit der schnellsten Fahrt im Vorlauf und nur einem Hundertstel Punkt Differenz zu seinem Mannschaftskollegen Grischa den 24. Platz. Nach seinem Vierfachtwist an der oberen Schanze war er optimal gelandet und konnte die kurzen Buckel im Mittelteil sehr direkt fahren. An der unteren Schanze richtete er sich rechtzeitig auf und sprang einen hohen, fast perfekt ausgeführten Backflip Cross. Den letzten Abschnitt versuchte er genauso schnell zu fahren wie den Mittelteil. Leider konnte er die Ski nicht ganz auf der richtigen Linie halten und kam vier Buckel aus dem Rhythmus, wofür er hohe Abzüge bei den Kampfrichtern kassierte.

Beherzte Fahrt von Blöchl
Der Sportsoldat Gerhard Blöchl zeigte eine beherzte Fahrt. Sein Dreifachtwist an der oberen Schanze wurde von den beiden Sprungkampfrichtern mit sehr gut bewertet. Sowohl im Mittelteil als auch im Zielabschnitt konnte er die Ski sauber auf der direkten, schnellen Linie halten. Im Gegensatz zu seinem ersten Sprung klappte der Backflip Cross unten nicht gut, was ihn in der Endabrechnung wichtige Punkte kostete. Der Starter vom SC Mitterskirchen belegte heute mit 22,05 Punkten den 33. Rang.