Bereits gestern abend gab Andi Puelacher, Trainer der Schweizer Damen in den technischen Disziplinen, seinen Rücktritt bekannt. "Ich hatte eine schöne Zeit in der Schweiz. Nach sechs Jahren scheint mir nun der richtige Zeitpunkt gekommen, etwas Neues anzufangen", so Puelacher auf einer Pressekonferenz. Die wahren Gründe dürften jedoch wohl eher in der schlechten Atmosphäre im Team zu suchen sein.

Fehlender Teamgeist
Faktisch hatte es der Coach während der WM nur noch mit Marlies Oester zu tun, da Sonja Nef mit ihrem Privattrainer Franz Gamper arbeitet. "Es wurde schwieriger, die richtige Stimmung aufzubauen", erklärte Puelacher und spielte damit auf die internen Querelen beim erfolglosen Schweizer Damenteam an.

Weitere Kündigungen
Der Rücktritt des Technik-Trainers wird dabei nicht die einzige Personaländerung bleiben - zum 31. Januar seien weitere Kündigungen eingegangen, hieß es aus dem Umfeld des Teams. Spekulationen, es könne sich auch Cheftrainerin Marie-Theres Nadig auf der Liste befinden, wies Leistungssportchef Gian Gilli jedoch zurück. Nadig war zuvor zunehmend nach einer frustrierenden Saison (keine Podiumsplatzierung) in die Kritik geraten.

Kritik von Aufdenblatten
Fränzi Aufdenblatten hatte nach dem Abfahrtslauf am Sonntag zusätzliches Öl ins Feuer gegossen, als sie ihrem Unmut über die schlechte "Teamchemie" öffentlich Luft gemacht hatte.
"Ich kann nicht ich selber sein. Ich verbrauche zu viel Energie damit, mich anpassen zu müssen", beschwerte sich die 24-Jährige. Marie-Theres Nadig reagierte reserviert:"Ich glaube, dass unsere Fahrerinnen das tun können, was sie für sich als gut empfinden."

Swiss-Ski in der Krise
Es kriselt also bei den Schweizer Damen - zumal sich durch Sonja Nefs Ausscheiden im zweiten Durchgang beim Riesenslalom eine weitere Medaillenhoffnung nicht erfüllen konnte.