Den Super-G bei der WM in Bormio/Santa Caterina hat sich die ehemalige DSV-Fahrerin und jetztige BSV-Vizepräsidentin Miriam Vogt aufmerksam angeschaut und Ski2b dazu ihre ganz persönliche Einschätzung abgegeben.

Miriam: "Der Ausgang war natürlich in gewisser weise unerwartet, aber eine Anja Pärson ist keine Überraschungssiegerin, denn die kann halt richtig gut skifahren. Bei der WM hatten die Athletinnen eben auch kein Nummernwahlrecht und so muss man sich die Startzeiten immer genau überlegen. Nach Startnummer 22 haben die Leistungen abrupt nachgelassen. Gerade wechselnde Lichtverhältnisse mit 'flacherem' Licht als zuvor können den Fahrerinnen dann schon zu schaffen machen. Ich denke aber auch, dass individuelle Fahrfehler passiert sind."

Startentscheidung muss vor Ort am Hang fallen
Angesprochen auf die Frage des Risikos bei Abfahrten und der Sicherheit der Strecken erklärt die Veranstalterin der Schneekristall-Rennen:
Miriam: "Der Rennsport ist mit Risiken versehen. Renndirektor Kurt Hoch ist aber ein Mann mit Erfahrung und Kompetenz und daher könnte ich es nicht verstehen, wenn man nach Denkideen der FIS zukünftig gegenbenenfalls die Entscheidungen über Rennverschiebungen etc. nicht vor Ort am Hang treffen würde.
Doch manchmal wünschte ich mir schon, dass auch bei der Streckenherrichtung vorab gehandelt wird. Wir haben es jetzt erst wieder beim Abfahrtstraining gesehen. Sprünge gehören zu einer Abfahrt, aber wenn ein Sprung schon so angelegt ist, dass eine junge Fahrerin wie Isa Huber es dort einfach im Training nicht richtig einschätzen kann, dann bin ich der Meinung, dass man hier vorher schon für Entschärfungen sorgen muss. Die erfahrenen Fahrerinnen können damit vielleicht umgehen, aber die jungen verletzen sich leider an solchen schwierigen Stellen schnell. Diesmal war es die Isa mit ihrem Kreuzbandriss, der ich gute Besserung wünsche."