Unentdeckte Talente für den internationalen Skizirkus ausfindig zu machen wird zunehmend schwerer - jedes Bergdorf in Österreich und Süddeutschland bietet eine perfekt durchorganisierte Vereinsstruktur, die keinen Nachwuchsfahrer durchs Netz fallen lässt.

WM-Team aus dem Senegal
Um die wirklich großen Stars von Morgen zu entdecken, müssen deshalb vielleicht auch ganz neue Wege beschritten werden. Einer, der das alternative Fahrerscouting betreibt ist Lamine Guye. Der Senegalese konkurriert in diesem Jahr mit Hubertus von Hohenlohe um den inoffiziellen 'Alterstitel' der WM. Mit fast 50 Jahren verfügt der Afrikaner jedenfalls über eine große Routine, auch wenn er in seiner Heimat praktisch nicht trainieren kann.

Talentscouting am Strand
Lamine stellt zusammen mit seinem Landsmann Leyti Seck das zweiköpfige Rennteam des Senegals, doch er träumt von mehr. "Ich hab ein Langzeitprogramm, sieben bis 12 Jahre. Dann wollen wir ein ganzes Team haben!", so seine Hoffnung für die Zukunft.
Seine Nachwuchsfahrer sucht sich der Teamchef dabei - und das ist kein Witz - am Strand. In Ermangelung von schneebedeckten Hängen surfen die Jugendlichen in seiner Heimat einfach die Dünen am Strand herunter - barfuß. Diese hoffnungsvollen Talente nimmt Lamine Guye mit nach Europa, "damit sie Winter, Schnee und Ski kennen lernen".

"Nicht Letzter werden"
Natürlich ist den beiden Senegalesen und anderen Exoten bei der alpinen WM klar, dass sie nicht um die Podiumsplätze mitfahren. Trotzdem nehmen sie den Wettbewerb ernst und wollen die Rennen auf jeden Fall absolvieren. "Letzter wollen wir nicht werden", so lautet das Ziel.
Kulturelle Vielfalt kann auch einer Ski-WM nur nutzen - und vielleicht sehen wir in einigen Jahren den ersten erfolgreichen Nachwuchsfahrer, der den Riesenslalom auf der Düne gelernt hat.