Mit einer glänzenden Fahrt im zweiten Durchgang gewann der Italiener Massimiliano Blardone den Riesenslalom in Adelboden (SUI). Er verwies in der Gesamtzeit von 02:19.84 Minuten den US-Amerikaner Bode Miller (02:20.02 Min.) und den Finnen Kalle Palander (02:20.23 Min.) auf die Plätze. Der einzige deutsche Starter, Andreas Ertl, schied im ersten Lauf aus.

Perfekte Bedingungen für ein Skifest
Wieder einmal bot der Riesenslalom in Adelboden alles, was die Faszination dieser Sportart ausmacht. Rund 17.000 Zuschauer, perfekte äußere Bedingungen, spektakuläre Stürze und Klasse-Leistungen der Athleten: das Rennen auf einem der anspruchsvollsten Hänge im Weltcup machte seinem Ruf alle Ehre. Besonders der extrem steile Zielhang machte den Läufern zu schaffen.

Berthod gelingt Überraschung
Das Finale auf dem Kuonisbergli war nichts für schwache Nerven. Zunächst setzte sich sich zur Freude der Zuschauer der junge Marc Berthod an die Spitze, der mit der hohen Startnummer 58 das Finale erreichte. Doch dann kamen die Schnellsten aus dem ersten Durchgang, allen voran Benjamin Raich (AUT), die Berthod verdrängten. Raich konnte sich mit der zweitbesten Laufzeit im Finale noch auf den vierten Platz katapultieren. Doch keiner konnte den Italiener Massimiliano Blardone gefährden, der gerade im schwierigen Zielhang brillant fuhr und so seinen ersten Weltcup-Sieg sicher stellte.

Defago der große Pechvogel
Nach dem ersten Durchgang lag überraschend der Schweizer Didier Defago in Führung. Er konnte jedoch im Finale dem Druck vor heimischer Kulisse nicht standhalten und schied nach Fahrfehler aus.

Spektakuläre US-Boys
Daron Rahlves hatte großes Glück im Unglück. Der US-Amerikaner hob im Finale ab und flog quer durch die Luft. Durch seine akrobatischen Fähigkeiten verhinderte er Schlimmeres und konnte sogar zu Fuß ins Ziel gehen. Eine Show der ganz besonderen Art bot Miller im ersten Durchgang. Er kam im oberen Abschnitt zu eng an ein Tor und verlor einen Stock. Das schien ihm aber wenig auszumachen, fuhr er doch unbeirrt den Lauf zu Ende und lag nach einer Glanzleistung auf Platz zwei nach dem ersten Durchgang. Seinem Landsmann Erik Schlopy passierte wenig später das gleiche Malheur. Ihm machte es aber scheinbar mehr zu schaffen, verlor Schlopy doch 2,67 Sekunden auf den Führenden und qualifizierte sich nicht für das Finale.

Kein guter Tag für die Österreicher
Für die ÖSV-Stars war der Riesenslalom kein Tag zum Jubeln. Neben Raich qualifizierten sich nur zwei weitere Athleten für das Finale der besten 30. Herman Maier wurde am Ende nur 18. und Christoph Gruber erreichte den achten Rang. Rainer Schönfelder und Andreas Schifferer schieden im ersten Durchgang nach starken Zwischenzeiten aus. Besonders der Ausfall von Schifferer war spektakulär, denn er stürzte auf dem Weg zu einer Top-Zeit im Schlusshang in die Fangzäune und hatte Glück, dass er nicht in die Zuschauer flog.

Ertl scheidet aus
Auch beim sechsten Riesenslalom der Saison konnte sich kein DSV-Athlet unter den besten 30 platzieren. In Adelboden war wiederum Andreas Ertl der einzige deutsche Starter, der allerdings im ersten Durchgang im Mittelteil ein Tor verpasste und auschied. Damit bleibt der Riesenslalom die einzige Disziplin, bei der die deutschen Athleten in dieser Saison noch keine Weltcup-Punkte sammeln konnten.

Wengen steht an
Für die Herren stehen in wenigen Tagen bereits die nächsten Rennen an. Sie fahren nun nach Wengen, wo es die erste Kombinationswertung der Saison geben wird. Außerdem können sich die Zuschauer auf die traditionelle Lauberhorn-Abfahrt freuen, ebenso wie auf den Slalom, der am Sonntag ausgetragen wird.