An Johann Grugger (AUT) führt in Zukunft kein Weg vorbei, wenn es um Siege auf den Weltcupabfahrten geht. Der erst 23-jährige 'ÖSV-Abfahrtspilot' sicherte sich auf der anspruchsvollen 'Piste Verte Kandahar' nach seinem Sieg in Bormio gleich den zweiten Erfolg seiner noch jungen Karriere.

Physisch starker Fahrer
Auf der teilweise sehr glatten Piste verwies ein auch physisch sehr starker Grugger die Konkurrenz in der Zeit von 01.56.93 Min. in die Schranken. Hinter Grugger wurde der Italiener Kristian Ghedina in 01.57.04 Min. zweiter und Abfahrtsweltmeister Michael Walchhofer (AUT) in 01.57.07 Min. dritter. Platz vier ging mit Mario Scheiber an einen weiteren Österreicher der jungen Abfahrtsgarde.

Alter schützt vor Leistung nicht
Altmeister Kristian Ghedina zeigte auf seiner 152. Weltcupabfahrt einmal mehr, dass er leistungsmäßig noch lange nicht zum 'alten Eisen' gehört. Der Abfahrtsrekordhalter - was Einsätze im Abfahrtsweltcup anlangt - meisterte die weiten Sprünge wie kein anderer und musste sich nur denkbar knapp dem neuen 'Abfahrtskönig' Grugger beugen.

Miller und Maier zeitgleich
Bode Miller (USA) und Materialkollege Hermann Maier (AUT) fuhren deutlich am Podium vorbei. Dabei zeigten sich beide im oberen Streckenabschnitt sehr stark, doch nach unten hin machte Maier einige Fehler und auch Miller fuhr eine zu weite Linie. Am Ende kamen die beiden Skistars zeitgleich auf Platz acht ins Ziel.

DSV-Duo mit durchwachsener Leistung
Nicht ganz zufrieden werden die beiden deutschen Abfahrer Max Rauffer (SC Leitzachtal) und Florian Eckert (SC Lenggries) Chamonix verlassen. Max Rauffer sicherte sich zwar als 29. wenige Weltcuppunkte, konnte seine Leistung aber im Vergleich zum Training nur minimal steigern. Florian Eckert hatte sich nach guten Trainingsfahrten gewiss mehr als Rang 31. von dieser Weltcupabfahrt erhofft. Zwar steigt die Formkurve bei ihm an, doch noch hat er nach seiner zweijährigen Verletzungspause nicht zur alten Leistungsstärke des Jahres 2001 gefunden.

Schlimme Stürze auf der Kandahar
Überschattet wurde das Rennen und zuvor auch die Trainingsläufe von drei schweren Stürzen. So erwischte es im Rennen den Franzosen Sebastien Fournier, der nach einem gewaltigen Sprung die Kontrolle verlor und in die Fangzäune raste. Fournier wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Die erste Diagnose ergab zum Glück nur eine Gehirnerschütterung und Prellungen. Schlimmer hate es im Training den Franzosen Antoine Deneriaz erwischt, der sich bei seinem Sturz einen Kreuzbandriss zuzog und für den die Saison ebenso vorbei ist, wie für den Schweizer Didier Cuche, den das gleiche Schicksal ereilte.

Nordmämmer nahmen Auszeit
Vergeblich suchte man in Chamonix nach den Norwegern. Weder Lasse Kjus, noch Kjetil Andre Aamodt und Bjarne Solbakken sah man auf der Kandaharstrecke am Fuße des Mount Blanc. Nach zuletzt schwachen Leistungen in Bormio sprach man sich im Lager der Norweger für das Auslassen dieser Abfahrt und stattdessen einen neuen Formaufbau aus.