Bei einem von den Sichtverhältnissen beeinträchtigten Abfahrts-Rennen in Santa Caterina (ITA) gelang Ingrid Jacquemod (FRA) mit der Startnummer 11 ein sehr guter Lauf, der mit dem ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere belohnt wurde. Sie verwies in 01:40.29 Minuten die Österreicherin Renate Götschl (01:40.40 Min.) und Carole Montillet-Carles (FRA, 01:40.41 Min.) auf die Plätze. Vom DSV kamen mit Hilde Gerg (Platz 5) und Petra Haltmayr (Platz 7) zwei Athletinnen in die Top Ten.

Nachteile für Top-Favoritinnen
Das Wetter im italienischen Skiort war am Freitag deutlich besser, was sich für die Skirennläuferinnen mit den Startnummern 15 und höher allerdings als Nachteil erwies. Hatten die ersten Starterinnen noch gute Sichtverhältnisse, mussten die Top-Fahrerinnen mit schwierigen Bedingungen kämpfen. Die komplette Piste lag dann im Schatten, was für Gerg und Co. zum Nachteil wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jacquemod ihren Lauf bereits absolviert und konnte sich nach einer gelungenen Fahrt zurücklehnen.

Drei DSV-Fahrerinnen unter den Top 15
Wie auch schon am Donnerstag war auf Hilde Gerg Verlass. Die Lenggrieserin machte aus den Bedingungen das Beste und kam auf einen guten fünften Rang. Auch Petra Haltmayr zeigte sich nach verkorkster Fahrt am Vortag in deutlich besserer Form und wurde Siebte. Maria Riesch schließlich wurde wie am Donnerstag wieder Elfte. Nachwuchshoffnung Riesch hatte an beiden Tagen keine fehlerfreien Läufe und wird sich sicherlich noch steigern können.

Götschl knapp am Sieg vorbei
Immer noch ohne Saisonsieg ist Renate Götschl. Die Speed-Queen aus der Steiermark verpasste auch bei der zweiten Abfahrt den Tagessieg. Sie leistete sich einen großen Fehler im unteren Teil und war somit elf Hundertstel hinter Jacquemod. Das beste Abfahrts-Resultat ihrer Karriere erreichte Janica Kostelic (CRO) mit dem geteilten fünften Rang.

Auch Ertl und Huber in den Punkten
Zwei weitere DSV-Athletinnen kamen unter die besten 30 und sammelten Weltcup-Punkte. Martina Ertl fuhr auch die zweite Abfahrt mit und kam auf den 21. Rang, während Isabelle Huber den 28. Platz belegte. Regina Häusl landete weiter hinten im Klassement, Gina Stechert kam nach Disqualifikation nicht in die Wertung.

Weltcup-Stand
Im Weltcup-Gesamtstand bleibt nach den beiden Speedrennen alles beim Alten. In Führung liegt weiterhin die Finnin Tanja Poutiainen, die die beiden Abfahrten in Santa Caterina nicht fuhr. Dahinter kommt allerdings Kostelic nach dem guten Ergebnis vom Freitag immer näher. Beste Deutsche ist Hilde Gerg auf dem fünften Rang. Auch im Abfahrts-Weltcup gab es keine Positions-Veränderungen. Lindsey Kildow führt vor Hilde Gerg und Renate Götschl. Die Abstände sind allerdings äußerst gering.

Stimmen
Hilde Gerg: "Oben hatte ich heute Glück, dass ich nicht gestürzt bin. Die Piste war heute härter und schneller als gestern. Bei der Sicht wie wir sie heute hatten, sieht man die Bodenwellen nur sehr schlecht. Das ist enorm schwierig. Insgesamt ist die Piste nicht leicht und von oben nach unten sehr schnell und anspruchsvoll."

Renate Götschl: "Gestern hatte ich oben Wind und war sehr enttäuscht über mein Abschneiden. Heute bin ich sehr zufrieden, denn es war sehr schwierig zu fahren. Bei diesen Sichtverhältnissen muss man einfach das Beste draus machen."

DSV-Cheftrainer Wolfgang Maier: "Wir müssen auch mal zufrieden sein, wenn wir keine Podest-Platzierung haben. Von der Hilde war es heute eine sehr gute Leistung. Die Maria hatte wie gestern wieder Probleme im Mittelteil und Petra hat sich heute zurückgemeldet nach der verpatzten Fahrt gestern. Diese drei sind für die WM-Abfahrt gesetzt."