Die Weltcup- und Trainingsstrecke Silvano Beltrametti auf der Lenzerheide ist für das Skiweltcup-Finale vom 9. bis 13. März 2005 bereit: am Mittwoch, den 5. Januar wurde sie von ihrem Namensgeber Silvano Beltrametti sowie dem Chef Leistungssport von Swiss Ski, Gian Gilli, dem OK-Präsident Conradin Malär und dem Technischen Leiter Hans Küng offiziell eingeweiht. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf etwa 5,88 Millionen Franken.

Schwierigste Damen-Abfahrtspiste der Welt
Bei den FIS-Skiweltcup Finals auf der Lenzerheide werden insgesamt acht Weltcuprennen ausgetragen. Die jeweils 30 besten Athletinnen und Athleten der Welt werden sich nach der Ski-WM in Bormio auf der neu gebauten Trainings- und Weltcupstrecke messen. Silvano Beltrametti und Projektleiter Roland Blaesi bezeichneten die Strecke als die für Damen schwierigste Abfahrtspiste der Welt, welche auch für alle Disziplinen der Herren höchsten Ansprüchen genüge. Das Ziel des Umweltschutzes wurde durch die Wahl der Linienführung erreicht: Sie folgt dem natürlichen Gelände, weicht sensiblen Stellen wie Mooren und Bächen aus und beeinträchtigt den Baumbestand nicht.

Bis zu 140 Stundenkilometer möglich
Der Start liegt auf 2.508 Meter Höhe auf dem Weisshorn, das Ziel auf 1.530 Metern in Parpan. 3.671 Meter ist die Gesamtlänge der Silvano Beltrametti-Strecke. Bei einer Fahrzeit von etwa zwei Minuten ergibt sich bei rund 50 Toren eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 110 Stundenkilometern. Gemäß Silvano Beltrametti werden bei einem Maximalgefälle von 66 Prozent und einem Durchschnittsgefälle von 31 Prozent Topgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde erzielt. Die Damen-Strecke unterscheidet sich von der Herrenabfahrt nur durch die um einen Kilometer verkürzte Länge.

Steilhang und Zielhang im Blickfeld der Zuschauer
Bei den anderen Disziplinen variiert die Länge zwischen 500 Metern im Slalom bis zu zwei Kilometern im Super-G. Sie sind bezüglich der Steilheit mit der Abfahrt vergleichbar. Alle Varianten haben einen zuschauerfreundlichen, gemeinsamen Zielraum, von dem aus nicht nur der Zielhang, sondern auch der Steilhang nach der Heimbergkante sichtbar ist. Schlüsselstellen der Strecke sind laut Silvano Beltrametti die Ausfahrt aus dem Startschuss (Stivetta-Wand), das Blaesi-Eck, die Heimbergkante sowie die Einfahrt in den Wanner-Zielhang.

Trainingsstrecke für die Besten
Die Silvano Beltrametti-Piste ist nicht nur als Rennstrecke, sondern auch als Trainingsstrecke konzipiert. Sie wird bereits von diversen namhaften Sportlern und Sportlerinnen aktiv genutzt. So trainiert die derzeit weltbeste Skifahrerin Tanja Poutiainen mit dem einheimischen Trainer Michael Bont regelmäßig in Lenzerheide. Ebenfalls bereits zu Gast waren Hilde Gerg (GER), Anja Pärson (SWE), der finnische Techniker Kalle Palander und die Schweizer Speedfahrerinnen. Aber auch vom Nachwuchs wird die Trainingsmöglichkeit rege genutzt.

Europacuprennen vor der WM als Generalprobe
Die erste Bewährungsprobe hat die neue Silvano Beltrametti-Piste bereits mit den Damen Europacup-Rennen vom 26. bis 28. Januar 2005. Für die zwei Abfahrten am Mittwoch und Donnerstag und für den Super-G am Freitag haben sich neben der Schweiz Teams aus den USA, Kanada, Schweden, Norwegen, Deutschland und Österreich angemeldet. Die Rennen beginnen jeweils um 11 Uhr.

Unicef-Gala am Rande des Finales
Wie Tourismusdirektor Urs Wagenseil informierte, findet am Samstagabend während des Weltcup-Finals unter dem Motto 'Ski-Cracks engagieren sich für die Kinder der Zukunft' eine einmalige Unicef-Ski-Night statt. Lenzerheide-Valbella ist seit 2004 erster und einziger Partner von Unicef im Bereich der Schweizer Ferienorte. Der Reinerlös des Abends kommt Kindern in Kriegs- und Krisensituationen zugute. Viele berühmte Persönlichkeiten wie Adolf Ogi, UNO- Sonderbeauftragter für Sport, Unicef-Botschafter Kurt Aeschbacher, Toni Seiler, Vreni Schneider oder Rosi Mittermaier werden dazu erwartet. Das Rahmenprogramm wird von Komiker Massimo Rocchi und Liedermacher Linard Bardill bestritten.

Namensgeber weihte die Piste selbst ein
Die Piste wurde nach dem Schweizer Skirennläufer Silvano Beltrametti benannt. Dieser war bei der Abfahrt in Val d'Isere 2001 schwer gestürzt, und ist seit diesem Unfall vom siebten Halswirbel abwärts gelähmt.