Einen überragenden Einstieg in die Wettkampfsaison feierte das Deutsche Paralympics Skiteam alpin am letzten Wochenende im Pitztal (AUT). Bei hervorragenden Bedingungen fielen an drei Tagen allein 13 Podestplätze an die Mannschaft.

170 Athleten aus 20 Nationen
Gestartet wird bei den Rennen nach dem Drei-Klassensystem, eingeteilt in die Gruppen Blind, Sitzend und Stehend, wobei außer in der Klasse der blinden Damen das deutsche Team in jeder der Gruppen Teilnehmer und Sieger stellt. Mit 20 teilnehmenden Nationen und knapp 170 Athleten war dies eine der größten alpinen Veranstaltungen überhaupt.

Organisatoren meistern schwere Aufgabe
Der Deutsche Behindertensportverband mit Abteilungsleiter Michael Hipp als Ausrichter dieses Europacups und das Pitztaler Organisationskomitee, sowie die Pitztaler Gletscherbahnen waren äußerst zufrieden. Auch für den Pitztaler Tourismusverband war dieser Teilnehmerrekord eine Herausforderung, immerhin mussten etwa 300 Personen, darunter viele Rollstuhlfahrer, entsprechend untergebracht werden. Der Vorsitzende des Beirates des Deutschen Behindertensportverbandes, Friedhelm Julius Beucher, würdigte daher besonders die vorbildliche Organisation der Veranstaltung durch das Organisationskomitee und die Pitztaler Gletscherbahnen.

Große Überraschung durch den Nachwuchs
Die größte Überraschung lieferten wohl die zwei Nachwuchsläuferinnen Andrea Rothfuss und Theresa Kempfle. Andrea Rothfuss siegte sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom, im Super-G wurde sie Zweite. Theresa Kempfle bestätigte die hervorragende Arbeit der Nachwuchstrainer und errang im Riesenslalom den dritten Platz.

Singhammer und Braxenthaler überzeugen
Christiane Singhammer konnte im Slalom der sitzenden Damen wieder ihre Klasse zeigen und gewann überlegend vor der Österreicherin Claudia Lösch. Im Riesenslalom wurde sie Zweite. Zum Gewinner dieses Wochenendes avancierte neben Andrea Rothfuss auch Martin Braxenthaler. Er gewann den Riesenslalom und den Slalom der sitzenden Herren mit großem Abstand und musste sich nur knapp im Super-G dem Österreicher Harald Eder geschlagen geben.

Tom-Mayer-Gedächtnislauf als Wanderpokal
Der Super-G der sitzenden Herren war als Tom-Mayer-Gedächtnislauf ausgeschrieben worden. Tom Mayer war ein Mitglied des Deutschen Paralympics Skiteam und verunglückte im Sommer tödlich. In Erinnerung an ihn wird ab dieser Saison beim Super-G der sitzenden Herren im Pitztal ein Wanderpokal ausgefahren, der durch die Firma Swarovski gesponsort wird. Den Pokal konnte dieses Mal Harald Eder aus Österreich gewinnen.

Schönfelder siegt im Riesenslalom
Gerd Schönfelder, sowie die anderen Athleten der Klasse der stehenden Herren, Markus Pfefferle, Frank Pfortmüller und Matthias Uhlig, unterstrichen mit ihren Erfolgen das sensationelle Ergebnis des Wochenendes. Im Riesenslalom gewann Gerd Schönfelder, Frank Pfortmüller wurde Dritter, Markus Pfefferle Fünfter. Im Slalom wurde Schönfelder Zweiter und Matthias Uhlig erkämpfte Platz vier. Auch im Super-G belegten Markus Pfefferle und Frank Pfortmüller Platzierungen innerhalb der Top-Ten.

Blinde Herren auf dem Vormarsch
Auch Gerd Gradwohl, startend in der Klasse der blinden Herren mit seinem Vorfahrer Karl-Heinz Vachenauer, ließ sich durch den Erfolg der Mannschaft beflügeln und belegte im Riesenslalom und im Slalom jeweils den dritten Platz. Als ein weiterer Hoffnungsträger ließ Andi Wolff, der erst seit letztem Jahr im Renngeschehen der sitzenden Herren dabei ist, im Pitztal sein Talent aufblitzen und belegte in allen drei Rennen Platzierungen unter den ersten Zehn.

Überzeugende Bilanz weckt Hoffnungen für Turin
Insgesamt gab es bei diesem Saisonauftakt sechs erste, vier zweite, sechs dritte Plätze und elf weitere Top-Ten Platzierungen für das Deutsche Paralympics Skiteam alpin zu verzeichnen. Der Erfolg weckt Hoffnungen für diese Saison und natürlich für die Paralympics im nächsten Jahr in Turin.