Nicht zu stoppen war Bode Miller (USA) beim Nachtslalom in Sestriere (ITA). Er gewann souverän den zweiten Slalom der Saison in der Gesamtzeit von 01:39.03 Minuten vor dem Überraschungs-Zweiten Silvan Zurbriggen (SUI, 01:40.30 Min.) und Kalle Palander (FIN, 01:40.44 Min.). Bester Deutscher war Alois Vogl auf dem zwölften Rang.

Miller mit seinem sechsten Sieg
Die unglaubliche Siegesserie von Bode Miller geht weiter. Auch in Sestriere spielte Miller mit der Konkurrenz und ließ nie Zweifel an seinem Sieg aufkommen. War er schon nach dem ersten Durchgang deutlich in Front, spulte er im Finale souverän sein Programm runter und gewann überlegen mit über 1,2 Sekunden Vorsprung. Dies war bereits sein sechster Saisonsieg.

Erfolge in allen vier Disziplinen
Miller ist mit diesem Sieg ein Eintrag in die Geschichtsbücher sicher. Er gewann nicht nur sechs von den ersten zehn Rennen, sondern schaffte auch das Kunststück, in allen vier Disziplinen siegreich zu sein. Dies gelang in einer Saison bislang nur Marc Girardelli. Natürlich baute der US-Amerikaner dadurch seine Führung im Gesamt-Weltcup noch weiter aus. Nun stehen bereits 730 Punkte für Miller zu Buche. Der Zweitplatzierte Hermann Maier (AUT) hat mit 339 Zählern schon deutlichen Rückstand.

Pech für Felix Neureuther
Von den drei an den Start gegangenen deutschen Fahrern qualifizierten sich zwei für das Finale. Felix Neureuther fuhr im ersten Durchgang auf einen hervorragenden vierten Platz und durfte auf den ersten Podestplatz seiner Karriere hoffen. Doch im Finale passierte ihm schon nach wenigen Metern ein Missgeschick. Er wurde von einer Welle abgetragen und verpasste beinahe ein Tor. Dadurch kam er zum Stehen und verlor viel Zeit. Zu Trainingszwecken fuhr er dennoch weiter und kam so auf den 25. Platz. Besser machte es Alois Vogl, der am Ende auf einen guten zwölften Rang kam. Stefan Kogler konnte sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren.

Zurbriggen mit großem Sprung nach vorne
Überraschend auf den zweiten Platz fuhr der Schweizer Silvan Zurbriggen. Er war der einzige Eidgenosse im Finale, zeigte dort aber sein ganzes Können. Mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang konnte er sich noch vom elften Rang auf das Podest nach vorne fahren. Auch der Japaner Akira Sasaki machte im Finale einen großen Satz. Er erreichte den fünften Platz, nachdem er vor dem zweiten Durchgang noch auf dem 15. Rang lag.

Großes Teilnehmerfeld
Das bisher größte Teilnehmerfeld der Saison kämpfte in Sestriere um Weltcup-Punkte. Nicht weniger als 83 Fahrer fuhren die G.A. Agnelli-Piste herunter. Davon blieben nach dem ersten Durchgang aber gerade die unerfahrenen Athleten mit den höheren Startnummern auf der Strecke. Viele schieden aus oder hatten deutlichen Rückstand.

Unter Flutlicht
Der zweite Slalom des Weltcup-Winters 2004/2005 fand zum Teil unter Flutlicht statt, denn der Finaldurchgang wurde um 18.15 Uhr gestartet. Der erste Durchgang ging am Nachmitag über die Bühne. Keine leichte Aufgabe also für die Athleten, mussten sie doch im Finale mit völlig anderen Sichtverhältnissen fertig werden.

Stimmen zum Rennen:
Bode Miller: "Wenn man sich gut fühlt, geht alles einfacher und ich bin gesund, war nicht krank in der letzten Zeit. Zur Zeit passt einfach alles zusammen. Der erste Durchgang lief perfekt für mich. Eigentlich waren beide Läufe optimal, doch im Finale musste ich ja als 30. starten. Abends, wenn es kalt wird, wird der Schnee dann trocken und das war schon hart. Im ersten Lauf habe ich nicht alles riskiert und war überrascht, dass ich so weit vorne war. Das Schöne an Nachtrennen ist, dass ich vor dem Rennen noch etwas essen kann, da man viel Zeit zwischen den Läufen hat."