Der Österreicher Roman Hofer fährt nun schon seit einigen Jahren im Skiercross-Bereich mit. Im letzten Jahr konnte er einen hervorragenden dritten Platz im Gesamtweltcup erreichen und möchte in dieser Saison weiter angreifen. Ski2b.com sprach mit Hofer über die Trendsportart Skiercross und die ersten Rennen der Saison.

Ski2b.com: Roman, wie bist Du eigentlich zum Skiercross gekommen?
Roman Hofer: Zum Skiercross bin ich in der Saison 2000/2001 durch meine damalige Skifirma Völkl gekommen. Zu der Zeit waren es fast alles Einladungsrennen und Völkl bekam einen Startplatz in Sölden. Ich bin damals glaube ich so 20. geworden.

Ski2b: Was fasziniert Dich an der Sportart?
Roman: Am Skiercross fasziniert mich am meisten das Duell Mann gegen Mann. Da hat niemand eine Ausrede, dass er schlechtere Bedingungen hatte, denn es zählt in dem Moment nur, dass du der Schnellste in deinem Lauf bist.

Ski2b: Wie muss man sich das Training eines Skiercrossers vorstellen? Ist es zu vergleichen mit den alpinen Athleten?
Roman: Bei uns wird die ganze Sache natürlich auch von Jahr zu Jahr professioneller. Genauso wird unser Trainingsaufwand auch immer mehr. Im Großen und Ganzen wird so ähnlich trainiert wie bei den Alpinen. Mit sehr viel Krafttraining, Ausdauer, Schnelligkeit und sehr viel Koordination und Reaktionstraining. Speziell für den Start ist das extrem wichtig.

Ski2b: Worauf kommt es bei einem Skiercross-Lauf besonders an?
Roman: Bei einem Skiercrosslauf kommt es meines Erachtens sehr auf den Start drauf an. Ein guter Start ist die halbe Miete, denn man muss erstmal überholt werden. Ebenso wichtig sind extrem schnelle Ski. Unser Servicemann und Teammanager Peter Pechhacker von Atomic leistet da sehr gute Arbeit. Vor einigen Jahren hatte jeder maximal 1 bis 2 Paar Ski am Start, inzwischen braucht man 3 bis 4 Paar. So läuft das zumindest im Skiercross-Weltcup und bei den anderen internationalen Rennen.

Ski2b: Du bist bei den ersten beiden wichtigen Rennen in Saas Fee und Les2Alpes mitgefahren. Wie sind die Rennen aus Deiner Sicht verlaufen?
Roman: In Saas Fee lief es für mich nicht so besonders. Ich bin 16. geworden. Zum Rennen selber ist nicht sehr viel zu sagen, außer dass fast kein Schnee war, der Kurs eigentlich hauptsächlich aus Eis bestand und die Organisatoren mit sehr vielen Verschiebungen und dadurch natürlich mit verärgerten Teilnehmern zu kämpfen hatten. In Les2Alpes war es nicht sehr viel besser, denn dort bin ich 13. geworden. Vom Rennen her waren es ziemlich die gleichen Bedingungen wie in Saas Fee. Wir hatten sehr schlechtes Wetter und es wurde von einem Tag auf den anderen verschoben. Im Großen und ganzen bestand der letzte Trip von uns aus sehr viel rumsitzen und Daumendrehen und sehr wenig Skifahren. In 12 Tagen stand ich ganze drei Tage auf den Skiern. Da würde wohl jeder froh sein wenn man nach Hause fahren kann.

Ski2b: Was sind Deine Ziele für die Saison 2004/2005?
Roman: Meine Ziele für die kommende Saison sind sicher die beiden Großereignisse X-Games Ende Januar in Aspen, USA und die Weltmeisterschaft im März in Ruka in Finnland. Natürlich will ich meinen guten dritten Rang vom letzten Jahr im Gesamtweltcup bestätigen und vielleicht auch toppen. Aber die Saison ist noch lang und es kann sehr viel passieren.

Ski2b: Roman, wir bedanken uns für das Interview und wünschen viel Erfolg in der Saison.
Roman: Danke schön.