Die kanadische Abfahrtsweltmeisterin Melanie Turgeon ist nach fast einjähriger Verletzungspause wieder zum Angriff auf die Weltspitze bereit. Turgeon, die letzte Woche 28 Jahre alt geworden ist, hatte sich in einem Trainingscamp vor der Saison 2003/2004 zwei Wirbel verschoben. "Mein Ziel ist es, den Weltmeistertitel zu verteidigen", so Turgeon. "Ich bin nicht wiedergekommen, um den Wettkampf als 20. zu beenden."

Erstes Rennen in Kanada
"Ich hoffe, am Ende der Saison zurück in der ersten Startgruppe zu sein", so die Kandierin, die pünktlich zum ersten Weltcup-Abfahrtsrennen der Damen am 03. Dezember in Lake Louise (CAN) zurückkehren wird. Die Weltmeisterschaften finden vom 29. Januar bis zum 13. Februar 2005 im italienischen Bormio statt. In St. Moritz (CH) hatte Turgeon 2003 den Weltmeistertitel der Abfahrerinnen erringen können.

Lange Rehabilitation
"Zur Zeit fühle ich mich wirklich gut", sagte die Kanadierin, die durch Monate der Physiotherapie und Rehabilitationsmaßnahmen gegangen war. In dieser Zeit habe sie sich wie in einem 'schwarzen Tunnel' gefühlt. Doch sie sei gestärkt daraus hervorgegangen: "Meine Bewegungen sind jetzt flüssiger und natürlicher."

Starker Wille
Die oft verletzte Fahrerin, im nationalen Skikader seit 1992, hatte schon mit dem Rücktritts-Gedanken gespielt. "Aber ich musste auf jeden Fall durch die Reha, um wieder ein normales Leben führen zu können", erzählte sie. "Je mehr Energie ich verspürte, desto optimistischer wurde ich von Tag zu Tag. Letztendlich wollte ich meine Karriere nicht auf diese Art enden lassen. Dieser starke Wunsch war es, der mich dieses Jahr wieder zurückgebracht hat."

Olympische Winterspiele mitfahren
Nun hofft sie, bis nach den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin (ITA) angreifen zu können. Turgeon, die in ihrer Karriere bereits acht Mal einen Platz unter den ersten Drei herausfuhr, geht davon aus, zu Beginn der Saison noch einen Rückstand zu haben, im Laufe des Winters aber stärker zu werden. In Turgeons Abwesenheit letzte Saison war Teamkollegin Genevieve Simard zu Topform aufgelaufen und hatte ihren ersten Weltcupsieg im Riesenslalom errungen. Das kanadische Team hat nun drei Wochen Training vor sich, bevor am 26. November das nächste Riesenslalom-Rennen in Aspen (USA) startet.