Ein Loch von 180 Mio. Euro im Budget der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin löste einen handfesten Streit zwischen linken und rechten Politikern in Italien aus. Die Führung des Organisationskomitees der Spiele drohte, ihre Arbeit zu beenden. "Ich kann das 180 Mio. Euro Loch bestätigen", sagte Mary Villa, eine Sprecherin des Turiner Oragnisationskomitees am Montag. Sie kündigte an, dass detaillierte Informationen diese Woche veröffentlicht würden.

Fehlende Sponsoren
Italienischen Medienberichten zufolge sind fehlende Sponsorenverträge und zu hoch eingeschätzte Einkünfte durch die Werbeindustrie schuld an der Kluft zwischen Projekteinnahmen und Kosten. Die Zeitung 'Il Giornale' veröffentlichte, dass das Komitee 145 Firmen für Sponsorenverträge kontaktiert hatte, obwohl 420 geplant waren. Letzendlich haben nur 15 Firmen unterschrieben, was einen Ausfall von 90 Mio. Euro verursachte. "Wir haben heute zu wenig Sponsoren", bestätigte Villa. Die Zeitung schrieb weiter, dass die Organisatoren auch die erwarteten Einnahmen aus Ticket- und Lizenzverkäufen zurückschrauben mussten.

Regierung strebt mehr Einfluss an
Die politische Opposition des Komitee-Präsidenten Valentino Castellani, ehemaliger Bürgermeister von Turin, ergriff die Gelegenheit, für mehr Einfluss der italienischen Mitte-Rechts Regierung bei der Organisation der Spiele zu plädieren. "Unsere Lösung spricht der Regierung eine größerer Rolle im Komitee zu", sagte Mario Tesio, ein Sprecher der rechtsgerichteten regionalen Regierung von Piemonte. In einem Statement monierte Guiodo Crosetto, eine regionaler Koordinator für die Forza Italia, Partei des Premierministers Silvio Berlusconi: "Mitte-Links hat ein Monopol auf diese Spiele." Letzten Dienstag traf Berlusconi das Internationale Olympische Kommitee und ernannte Kulturminister Mario Pescante als Leiter des Turiner Komitees. Die Berufung verärgerte Castellani so, dass er mit Rücktritt drohte.