Der US-Skifahrer Daron Rahlves (Sugar Bowl, CA), der mit dem Rücktritt des Österreicher Stephan Eberharter die neue Nummer eins unter den Weltcup-Abfahrern wird, ehrte seinen freundlichen Gegner Eberharter am Dienstag, den 21.September 2004, mit den Worten: "Ein großer Wettkämpfer, ein bedeutender und wahrer Meister!"

Rahlves und Eberharter oft gemeinsam auf dem Podium
Rahlves, der zur Zeit mit den US-Abfahrern im chilenischen Portillo trainiert, belegte in den letzten beiden Weltcup-Saisons Platz zwei hinter Eberharter in der Gesamtwertung der Abfahrer. Als Rahlves bei den Weltmeisterschaften 2001 die Goldmedaille im Super G holte, gewann Eberharter Silber. Die beiden standen viele Male gemeinsam auf dem Podium, so auch in der letzten Saison als Rahlves die 'Chevy Truck Birds of Prey' Abfahrt in Beaver Creek, Colorado, gewann und Eberharter Zweiter wurde.

Unbeeindruckt über neue Spitzenposition
Obwohl der Rücktritt des erfolgreichen Österreichers den US-Athleten an die Spitze der aktiven Weltcup-Abfahrer katapultiert, tut Rahlves die Ehre mit einem Achselzucken ab: "Ich muss den Aufstieg auf den 'Thron' schon alleine schaffen, nicht durch den Rücktritt eines anderen."

Schnelligkeit zeichnete Eberharter aus
"Es ist hart, einen der besten Wettkämpfer gehen zu sehen; 'Steff' ist ein großartiger Kerl, ein fantastischer Skifahrer und wir sind in den letzten Jahren ziemlich gute Freunde geworden. Wir lieferten uns einige gute Wettkämpfe und es machte stets Spaß, gegen ihn anzutreten, weil er immer ein schneller Skifahrer war. Wenn ich bereits in Führung liegend im Tal stand, fühlte ich mich jedoch nie wohl, wenn er noch nicht unter war, da er einfach stets so schnell fuhr..."

Starke Konkurrenten am Berg bleiben
"Eberharters Rücktritt macht durchaus nichts leichter. Er ist wohl der Mann, der mich in den letzten beiden Jahren geschlagen hat", kommentiert der Kalifornier Eberharters Karriereende, "aber da draußen gibt es immer noch viele sehr starke Fahrer. Man kann niemals einfach denken, man hätte es geschafft. Es wird nicht einfacher werden, ein Rennen zu gewinnen oder den Titel zu holen - du musst immer auf der Hut sein, sonst bekommst du einen Dämpfer aufgesetzt."

Überraschender Rücktritt
Eberharters Rücktritt - den er am Freitag den 17. September 2004 bekannt gab - kam "ein wenig überraschend", sagte Rahlves. Er dachte, dass der erfolgreiche Österreicher, der zwei Gesamtsiege im Weltcup und fünf Einzelsiege (drei im DH, zwei im Super G) erzielte, erst nach der Weltcup-Saison 2004 aufhören würde, nachdem er seinen dritten Abfahrts-Titel geholt hätte. Rahlves ist aber sehr glücklich, dass Eberharter "erfolgreich und unter seinen Konditionen" abtreten konnte. "Wenn ein Athlet zurücktritt, ist es immer gut zu wissen, dass er unter seinen Bedingungen abschließt und nicht, weil er verletzt und frustriert ist oder nicht länger in der Lage ist, an Rennen teilzunehmen. 'Steff' war ein wahrer Champion!"

Eberharter ist und bleibt der Größte
"Steff erhellte es dort draußen. Er war ein wahres Tier auf dem Berg...wirklich, einer der größten Wettkämpfer!" - so lautet das abschließende Statement von Daron Rahlves.

Jesse Hunt wünscht nur das Beste
Der US-Alpinchef Jesse Hunt konnte Rahlves Anerkennungen an Eberharter nur wiederholen: "Eberharter war immer ein klasse Typ. Er hatte sehr früh großen Erfolg mit seinen Titeln im Super G und in der Kombination bei den Weltmeisterschaften 1991. Dann hatte er ja leider diese Knieverletzungen, kämpfte sich aber zurück durch seinen Erfolg beim Europa Cup, kam wieder ins Nationalteam Österreich und letztlich zurück in den Weltcup ... und er war immer freundlich und stets anerkennend. Eberharter ist ein großartiger Vertreter des Skisports und wir wünschen ihm zweifellos nur das Beste!"

Quelle
- 'U.S. Ski Team News' vom Mittwoch, den 22. September 2004