Stephan Eberharter hat am Freitag Mittag bei einer Pressekonferenz in Wien sein endgültiges Karriereende verkündet. Nach 17 Jahren im aktiven Rennsport will der Zillertaler, über den noch vor Kurzem spekuliert wurde, dass er noch einige Rennen fahren wolle, die Ski endgültig beiseite legen.

Beispiellose Karriere
Eberharter hat in seiner Laufbahn alles erreicht, was es im Skisport zu gewinnen gibt. Der Abfahrtsspezialist wurde drei Mal Weltmeister, holte vier Medaillen bei Olympischen Spielen und gewann 2002 und 2003 den Gesamtweltcup. Insgesamt entschied er 29 Weltcup-Rennen für sich. Mit Eberharter geht auch ein Stück Skisportgeschichte.

Eberharter hat keine Lust mehr
"Ich habe bereits am Ende der vergangenen Saison dieses Gefühl gehabt und dabei ist es auch geblieben. Daher werde ich meine Karriere beenden", sagte Eberharter Freitag Mittag in Wien. "Nach 20, 25 Jahren ist es Zeit, etwas anderes zu tun. Der Verschleiß hat sich schon bemerkbar gemacht, sowohl körperlich als auch mental." Was Stephan Eberharter nach dieser Entscheidung tun will, sagte er noch nicht: "Ich werde mich anderswo orientieren, was genau, wird man sehen. Ich muss jetzt Abstand gewinnen, ein bissl runterkommen von dem bisherigen Leben," so der Österreicher. Ski2b.com wünscht 'Steff' für seine Karriere nach dem Kapitel Skisport alles Gute!

Reaktionen auf den Abschied
Peter Schröcksnadel und Hans Pum haben den Rücktritt Eberharters bedauert: "Ein großer Sportler tritt ab. Die Entscheidung ist zu akzeptieren. Es war sicher kein Spiel, sondern Stephan hat wirklich bis zuletzt überlegt und sich dann zu diesem Schritt entschlossen," so der ÖSV-Präsident Schröcknadel. Auch Pum, Chef der alpinen Mannschaft des ÖSV´s, zeigte Bedauern: "Diese Entscheidung tut uns leid. Steff hat in den letzten Jahren den Weltcup mitdominiert und 75 Stockerlplätze herausgefahren. Er wird uns aber auch als Mensch fehlen. Er war ein Sportler mit Herz und Teamgeist."
Auch der ehemalige Zimmerkollege Fritz Strobl hat nur Gutes über Eberharter zu berichten: "Ich hab's schon länger gewusst, dass er aufhört. Wir sind ja zusammen in einem Zimmer gewesen und hatten von Beginn weg ein gutes Verhältnis miteinander. So hat er mir meine Erfolge vergönnt wie ich ihm seine. Wir hatten voreinander stets Respekt und dadurch eine gute Kollegialität entwickelt. Ich habe viel von ihm gelernt und hoffe, dass ich das auch noch in den kommenden Saisonen umsetzen kann. Zu seiner Karriere kann ich ihm nur gratulieren, denn er hat alles erreicht. Für die Zukunft wünsche ich ihm alles Gute!"
Hermann Maier, der sein Karriereende erst frühestens in drei Jahren anvisiert, ist gespannt auf den Nachfolger von Eberharter, seinem 'Erzrivalen": "Der 'Steff' hat eine sportlich sehr lange und erfolgreiche Karriere hinter sich, auf die man stolz sein darf. Nur wenige haben Vergleichbares geschafft. Doch wenn sich die Perspektiven verschieben, gilt es für jeden irgendwann, diese schwierige Entscheidung zu treffen. Ich, der scheinbar ewige Rivale, bin jetzt gespannt, welcher neue Rivale geschmiedet wird."

TV-Tipp
ORF1 zeigt heute, Freitag 17. September 2004, um 21.15 Uhr die Dokumentation 'Stephan Eberharter: Die Zukunft eines Champions' und ein von Elmar Oberhauser geführtes Interview mit dem 35-jährigen Tiroler.

Quelle: apa