Schweden ist ein Land des Wintersports, soviel steht fest. Jedoch steht der alpine Rennsport hier nicht an erster Stelle der Beliebtsheitsskala, auch wenn er sich in der Popularität ständig an die Topsportarten Eishockey und Langlauf annährt.

Starke Fahrer schon in den Siebzigern
Dabei hatten die schwedischen Männer schon in den Siebziger Jahren mit Ingemark Stenmark einen überragenden Fahrer, der mehrere Male den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte und Anfang der Achtziger sechsmaliger Zweitplatzierter war. Doch nach Thomas Fodgoe, der 1993 Sieger des Slalom-Weltcups werden konnte, brachten die Schweden keinen Top-Star mehr hervor und warten schon über ein Jahrzehnt auf einen Fahrer, der Fredrik Nyberg in seinem Versuch unterstützt, die Weltcup-Fahrer Schwedens wieder an die Spitze der Skiwelt zu bringen.

1997: Schlüsseljahr der schwedischen Ski-Fahrerinnen
Einen ganz anderen Verlauf gab es bei den Damen aus Schweden. Von 1965 bis 1979 war keine von ihnen im Weltcup dabei. Erst 1980 läutete Ann Melander das erfolgreiche Vierteljahrhundert der Skifahrerinnen aus dem Ikea-Land ein. Doch erfolgreich wurde es erst, als Pernilla Wiberg die Weltcup-Bühne betrat und ihrem zweiten Jahr schon Siebte der Gesamtwertung wurde. 1997 gewann sie dann den beliebten Weltcup-Titel und ging damit in die Geschichte Schwedens ein. Und als ob es ein Signal war: Seitdem tummelten sich viele starke Schwedinnen wie Ylva Nowen, Anna Ottosson und natürlich Anja Pärson im Ski-Weltcup.

Der Rückblick auf die letzte Saison
Bei den Herren der Schöpfung aus Schweden sind Erfolge an einer Hand abzuzählen. Dass mit Patrik Järbyn ein 35-Jähriger erfolgreichster Schwede war, zeigt das Problem der Schweden auf. Sie haben keine Nachwuchstalente, die ganz oben mitfahren können. Johan Brolenius und Markus Larsson sind nur im Slalom konkurrenzfähig und kamen nicht über die Plätze 16 und 28 der Disziplinen-Wertung hinaus. Fredrik Nyberg, der Altmeister, kam immerhin auf den 16. Rang der Super G-Wertung.
Die Damen aus Schweden hätten ähnliche Probleme, wenn da nicht die alles überragende Spitzenfahrerin Anja Pärson und Anna Ottosson wären. Pärson, Gesamtweltcpsiegerin und dominierende Slalom- und Riesenslalomfahrerin, gewann allein unglaubliche elf Rennen und hatte am Ende doppelt so viele Punkte auf ihrem Konto wie das gesamte Herrenteam. Anna Ottosson fuhr eine gute Saison mit sieben Top Ten-Plätzen und Rang 20 in der Gesamtweltcup-Wertung. Der 19-jährigen Therese Borsson gelang in ihrer ersten Weltcup-Saison ein gelungener Einstand mit guten Platzierungen in Slalom und Riesenslalom, sie zeigte ihr Potenzial mehr als eindrucksvoll.

Der Ausblick auf 2004/2005
Bei Schwedens Männern dürften die Erwartungen an die kommende Skisaison nicht besonders hoch sein. Die 'alten Hasen' Järbyn und Nyberg wollen zwar weiter oben mitfahren, können aber bestimmt keine großen Leistungssprünge vollführen. Anders bei den Slalom-Cracks Brolenius und Larsson, die sich im Slalom-Weltcup nach vorne arbeiten wollen. Nachwuchsfahrer Andre Myhrer, 21 Jahre alt, ist ebenfalls im Slalom aktiv. Man darf gespannt auf seine weitere Entwicklung sein.
Aus weiblicher Sicht wird es eine sehr interessante Saison für die schwedischen Skifahrer. Konnte Anja Pärson ihre famose Form über den Sommer konservieren? Viele Experten sagen, es ist sehr unwarscheinlich, dass die Ausnahmeathletin noch einmal eine solch gloriose Saison in den Schnee zaubern kann. Freilich, auszuschließen ist dies keineswegs. Auch Anna Ottosson und vor allem Therese Borsson haben das Potenzial, um in den technischen Disziplinen ganz oben mitfahren zu können. Mit Maria Pitilae-Holmner greift eine gerade 18 Jahre gewordene Fahrerin, die in Are 2004 immerhin schon 15. werden konnte, in der kommenden Saison richtig an. Die Schweden, vor allem die Damen, zählen im Winter 2004/2005 also wieder zu den aussichtsreichen Kanditaten auf Top-Platzierungen. Wir sind gespannt auf die Nordländer!

Der Kader
Herren:
  • Johan Brolenius

  • Martin Hansson

  • Patrik Järbyn

  • Markus Larsson

  • André Myhrer

  • Fredrik Nyberg

  • Alexander Feinestam

  • Anton Lahdenperä

  • Fredrik Nordh

  • Hans Olsson

  • Niklas Rainer

  • Per Rönmark


  • Damen:
  • Therese Borssen

  • Jessica Lindell-Vikarby

  • Anna Ottosson

  • Maria Pietilä-Holmner

  • Anja Pärson

  • Susanne Ekman

  • Frida Hansdotter

  • Christine Hargin

  • Janette Hargin

  • Malin Hultdin

  • Kristina Hultdin

  • Sofie Olofsson