Die italienischen Skifahrer sind schon seit Jahrzehnten fast immer in der absoluten Weltspitze vertreten. Schon in den Siebzigern dominierten die Südländer mit Gustavo Thoeni und Piero Gros über viele Jahre den Weltcup. Damals gewannen die beiden Italiener fünf Mal hintereinander den Gesamtweltcup, vier Mal allein Thoeni. Und nachdem einige Jahre kein 'Dominator' aus den italienischen Reihen kam, betrat Alberto Tomba die Skibühne und lieferte sich über Jahre hinweg spannende Duelle mit Marc Giradelli, schnappte sich drei olympische Goldmedaillen und wurde Doppelweltmeister. In der neuen Zeitrechnung waren vor allem die Abfahrer aus 'Bella Italia' erfolgreich, allen voran Kristian Ghedina.
Bei den italienischen Damen sah es schon seit jeher ein wenig anders aus. Kaum ein Fahrerin schaffte es in den 70er und 80er Jahren unter die Top Ten des Gesamtweltcups. Zwar gab es viele, die vor allem im Slalom eine gute Rolle spielten, eine Fahrerin für mehrere Disziplinen gab es aber bis Deborah Compagnoni und Isolde Kostner nicht. Diese beiden haben den Damen-Rennsport in Italien wieder belebt, gewannen 'kleine Kristallkugeln' in Abfahrt und Riesenslalom. Und mit Karen Putzer war 2003 endlich eine komplette Fahrerin da, die Zweite im Gesamtweltcup wurde und die Italiener für ihre Damen begeisterte.

Der Rückblick auf die Saison 2003/2004
Nachdem über Jahre die schnellen Rennarten die Spezialität der Italiener war, mussten 2003/2004 die Techniker in die Bresche springen. Im Slalom und im Riesenslalom waren Giogio Rocca und Massimiliano Blardone unter den Top Five. Entäusschend verlief die Saison für die Abfahrer, bester war noch Alessandro Fattori, der aber lediglich einen dritten Platz in Garmisch vorzuweisen hatte. Besonders auffällig war, das die italienische Mannschaft 23 Herren in den Punkten platzierte, an Nachwuchs scheint es ihr also nicht zu fehlen.
Die Damen aus Italien fielen in der letzten Saison sehr positiv auf. Vor allem Denise Karbon, die 24jährige Vizeweltmeisterin von 2003, eigte starke Rennen und wurde am Ende Zweite im Riesenslalom-Weltcup. Isolde Kostner, die Gleiterin aus Südtirol, gewann das Rennen in Haus und zählt schon seit fast einem Jahrzehnt zur absoluten Abfahrer-Weltspitze.

Der Ausblick
Die Herren des italienischen Skiverbandes FISI werden vor allem in den Speed-Disziplinen viel arbeiten müssen, um wieder in die österreichischen Gefilde eindringen zu können. Hauptbelastung liegt hier immer noch bei Alessondro Fattori und Kristian Ghedina, mit Peter Fill kommt ein hoffnungsvoller Athlet nach. In den technischen Disziplinen bieten die Italiener Spitzenkräfte auf, die durchaus um die Disziplinen-Weltcups mitfahren werden können. Rocca, Blardone, Simoncelli und Moelgg wollen ein italienisches Wörtchen um die Kristallkugel mitreden.
Die Damen sehen sich nach dem Ausfall ihrer Spitzenfahrerin Denise Karbon, die sich in der Vorbereitung in Chile einen Kreuzbandriss zuzog, einer ungewissen Saison entgegen. Das Moto wird wohl Schadensbegrenzung lauten, vielleicht kann sich ja eine der Nachwuchsathletinnen wie Lucia Recchia oder Nicole Gius in den Vordergrund fahren.

Der Weltcup-Kader:
Herren:
Alessandro Fattori
Roland Fischnaller
Kristian Ghedina
Michael Gufler
Kurt Sulzenbacher
Peter Fill
Giancarlo Bergamelli
Manfred Moelgg
Giorgio Rocca
Luca Senoner
Patrick Thaler
Massimiliano Blardone
Alexander Ploner
Arnold Rieder
Alessandro Roberto
Alberto Schieppati
Davide Simoncelli

Damen:
Silke Bachmann
Nadia Fanchini
Manuela Moelgg
Maddalena Planatscher
Daniela Merighetti
Karen Putzer
Daniela Ceccarelli
Angelika Gruener
Barbara Kleon
Isolde Kostner
Lucia Recchia