Kurt Sulzenbacher machte bereits in jungen Jahren von sich Reden. Der damals 18-Jährige gewann 1995 bei der Junioren-WM in Voss (NOR) die Goldmedaille in der Abfahrt. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Sulzenbacher den Weg in den Weltcup finden würde.

Aller Anfang ist schwer
Doch zunächst hatte er alle Mühe die durch seinen Titel verursachten hohen Erwartungen gerecht zu werden. Er fuhr, wie die meisten jungen Fahrer, viele FIS- und Europacup-Rennen, war dort in den ersten beiden Jahren aber kaum vorne anzutreffen. Aber immerhin wurde er 1997 italienischer Jugendmeister und schaffte es zum Ende des Winters sogar ein FIS-Rennen für sich zu entscheiden. Das Potenzial war also da, die Umsetzung schwieriger als erwartet.

Premiere im Weltcup
Zu seinem ersten Weltcup-Auftritt kam Sulzenbacher, nachdem er kurz zuvor im Europacup mit einem zweiten Platz brilliert hatte. Er durfte also bei seinem 'Heimspiel' in Bormio 1998 kurz vor dem Jahreswechsel ran an´s Weltcupgeschehen. Und ihm gelang eine gute Premiere, denn er fuhr einen ordentlichen Lauf und belegte am Ende den 30. Platz, der ihm sogar noch einen Punkt bescherte. In Kvitfjell steigerte er sich dann auf den 18. Rang und deutete an, dass er bereit für größere Aufgaben war.

Erfahrung gesammelt
Er stieg also in die Weltcup-Mannschaft Italiens auf und bestritt Abfahrts- und Super G-Rennen. Und Kurt fuhr eine gute Saison, konnte drei Mal unter die Top 15 gelangen und viel Erfahrung für die kommenden Jahre sammeln. Doch der Start in den Winter 2000/2001 wurde von Sulzenbacher total in den Sand gesetzt, bei den ersten Rennen lief nicht viel zusammen. Umso überraschender kam der siebte Rang in Garmisch-Partenkirchen, als er bester Italiener werden konnte und ihm bei der langen Abfahrt nur eine Sekunde zum Podest fehlte.

Knapp am Weltcupsieg vorbei
Ganz anders als im Vorjahr startete er in die nächste Saison. Heiß auf den Winter erwischte er einen Traumstart: Zweiter in Val d´Isere und Dritter in Gröden. Nur Stephan Eberharter schnappte dem Südtiroler seinen ersten Sieg vor der Nase weg. Trotzdem war es der größte Erfolg in Sulzenbachers Karriere. Zu dem Zeitpunkt rechneten alle mit einer sehr starken Saison von Sulzenbacher, und mit einigen Abstrichen gelang ihm diese. Auch wenn mehr als ein vierter Platz in Kitzbühel, zwei achte und ein siebter Rang nicht mehr heraussprangen, Sulzenbacher hatte sich selbst bewiesen, dass er einer der besten Abfahrer der Welt war.

Top-Zeiten vorbei?
In den beiden Wintern danach konnte Sulzenbacher aber leider nicht mehr an sein Glanzzeiten herankommen. Nur ein Mal konnte sich der Italiener einen Platz unter den ersten zehn erfahren. Auch bei der WM 2003 in St. Moritz reichte es nicht zu einem vorderen Rang.

Lebenszeichen
Doch in der Saison 2004/2005 ging es für Sulzenbacher wieder bergauf. Gleich fünf Mal schaffte er den Sprung in die Top Ten und war in Wengen auf der Lauberhornabfahrt sogar auf dem sechsten Rang zu finden. Lediglich bei der WM im eigenen Land konnte Sulzenbacher nicht überzeugen und fuhr der Musik hinterher. Doch der Italiener konnte nach der Saison wieder guten Mutes in die Zukunft schauen und sich auf den olympischen Winter 2005/2006 vorbereiten.

Olympiateilnahme entschädigt für durchwachsene Saison
Mit Plätzen zwischen dem 22. und 43. Rang fiel der Italiener nicht besonders auf. Erst in Richtung Turin konnte Sulzenbacher seine Form steigern und erzielte einen 15. Platz bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen. Auf der olympischen Abfahrt verfehlte er seine höchste Saisonplatzierung nur knapp. Er wurde dort 18. Sein bestes Resultat bei Olympischen Spielen überhaupt.

Steckbrief:
Geboren: 29.10.1976
Nation: Italien
Heimatverein: C.S. Carabinieri
Größe: 182 cm
Gewicht: 88 kg
Web: www.sulze.it

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des Italieners. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (18)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (22), SG (26)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): DH (14)
2005 in Bormio (ITA): SG (20), DH (14)
2003 in St. Moritz (SUI): DH (19)

Weltcup:
11. Abfahrt Weltcup in Bormio 2006
13. Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 2005
Weltcup-Gesamtwertungs-20. 2002
Weltcup-Disziplinen-Achter in der Abfahrt 2002
Zwei Podestplatzierungen, weitere 13 Top Ten Plätze