Die Athleten aus Übersee versuchen schon seit Jahrzehnten die Übermacht der Alpenländer zu durchbrechen. Doch nach Phil Mahre in den 80ger Jahren, der drei Mal in Folge den Gesamtweltcup gewinnen konnte, kam lange Zeit erstmal nicht viel über den großen Teich. Erst in den Neunzigern waren mit Tommy Moe, AJ Kitt und Kyle Rasmussen wieder starke Fahrer aus den USA, vor allem in den Speed-Disziplinen, im Weltcup dabei. Moe gewann bei den Olympischen Spielen in Lillehammer sogar die Goldmdaille in der Abfahrt und Silber im Super G. In den letzten Jahren waren dann vor allem der 'Superstar' Bode Miller, Erik Schlopy und Daron Rahlves die Siegfahrer der Amerikaner, die sich aufgemacht haben, um auch in dieser Sportart dominant zu werden.
Der Damen-Skisport wurde Ende der 60ger mit Kiki Cutter richtig populär in den USA. Doch bis auf Cindy Nelson, die einige Jahre vorne mitfahren konnte, war zunächst keine absolute Spizenfahrerin aus Amerika in den Weltcup vorgedrungen. 1983-1985 war Tamara McKinney die Top-Fahrerin der USA und konnte sogar einmal den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Mitte der Neunziger kam dann die Zeit der Abfahrerin Picabo Street, die mehrere Jahre diese Disziplin dominierte, Olympiasiegerin und Weltmeisterin wurde.

Der Rückblick auf 2003/2004
Mit Bode Miller, der mit seiner extravaganten Fahrweise und seinem Charme brillieren konnte, und Daron Rhalves hatten die Amerikaner in der letzten Saison zwei Top-Leute vorzuweisen. Miller gewann den Riesenslalom-Weltcup und wurde Vierter in der Gesamtwertung. Rahlves, der Abfahrtsspezialist, wurde Zweiter in der Disziplinen-Wertung der Abfahrt. Die beiden feierte zusammen elf Saisonsiege und rissen damit die Mannschaft aus den Weltcup-Sümpfen, denn der Rest der Amerikaner war nicht mehr als Mittelmaß.
Die Damen der USA befanden sich in der letzten Saison in einer Phase, in der viele junge Fahrerinnen ihre ersten Erfahrungen im Weltcup sammelten. Die vier 'Renommierten', (Schleper, Clark, Koznick, Lalive) brachten solide Leistungen, ohne jedoch besonders aufzutrumpfen. Die Nachwuchsfahrerinnen Kildow, Stiegler, Ludlow und McCarty überraschten teilweise trotz ihres jungen Alters mit starken Leistungen. Vor allem Kildow konnte mit einem dritten Rang in Cortina überzeugen.

Der Ausblick
Bei den Herren will Bode Miller in der kommenden Saison wieder voll angreifen und den Österreichern den Gesamtweltcup streitig machen. Mit Erik Schlopy wird auch wieder ein erfahrener Amerikaner mit dabei sein, der in der letzten Saison aufgrund einer Knieverletzung nicht dabei sein konnte. Daron Rahlves befindet sich in Top-Form und will sich weiterhin als Schrecken der europäischen Abfahrer hervortun. Und auch Tom Rothrock, nach Miller der zweitbeste Slalomfahrer der Nation, gilt als ein Talent, das nicht zu unterschätzen ist.
Eine sehr interessante Saison werden uns die Damen der USA bescheren. Werden die Nachwuchstalente die hohen Erwartungen an sie erfüllen können? Die neue Skigeneration besitzt Talent, Wille und sieht zudem auch noch gut aus. Auf jeden Fall werden die Kildows, Stieglers und McCartys den Weltcupzirkus bereichern, ob es auch in sportlicher Hinsicht so sein wird, bleibt abzuwarten.

Der Kader
Herren:
  • Jake Fiala

  • Bryon Friedman

  • Bode Miller

  • Daron Rahlves

  • Tom Rothrock

  • Erik Schlopy

  • Dane Spencer

  • Marco Sullivan


  • Damen:
  • Kirsten L. Clark

  • Lindsey Kildow

  • Caroline Lalive

  • Libby Ludlow

  • Bryna McCarty

  • Joanna Mendes

  • Sarah Schleper

  • Resi Stiegler