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Didier Defago, der aus der französischen Schweiz stammt, ist bereits seit seinem 18. Lebensjahr im Weltcup aktiv. Der Hobby-Angler hatte seinen ersten Weltcup-Auftritt im März 1996 in Kvitfjell kurz nachdem er Junioren-Weltmeister im Super-G in Schwyz geworden war. Bereits frühzeitig zeigte er allen sein großes Talent und wurde in diesem ersten Rennen im Weltcup auf Anhieb guter 15.!

Schritt für Schritt nach oben
Doch nach diesem großen Erfolg verlief die darauf folgende Saison für den jungen Didier, der hohe Ansprüche an seine eigene Leistung stellte, nicht besonders gut. Er hatte viele Ausfälle zu verkraften, vor allem im Europacup und in seinen Weltcup-Rennen der Winter 1996/1997 und 1997/1998.
In innsbruck zum Ende des Jahres 1998 schaffte er dann endlich wieder eine annährend zufrieden stellende Platzierung. Beim legendären Super-G, als die ersten neun Plätze allesamt von Österreichern belegt wurden, konnte Defago als 20. wieder einen Schritt nach vorn machen.

Konkurrent für den Rest der Welt
In der Saison 1999/2000 legte der vielseitige Defago, der Abfahrt, Super-G und Riesenslalom fast perfekt beherrscht, dann so richtig los. In Lake Louise wurde er bester Schweizer und belegte Rang elf, kurz darauf folgte ein siebter Platz beim sehr schwierigen Super-G in Kitzbühel. Und auch der achte Rang in St. Anton waren Indiz für Defagos Willen, mehr zu erreichen als das bisher schon geschaffte. Es folgte noch ein achter und ein siebter Platz im Laufe der Saison und somit war Defago zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für den Rest der Welt aufgestiegen.

Elfter bei der WM 2001
Defago konnte im Winter 2000/2001 erst in der zweiten Hälfte seine besten Leistungen vollbringen. Bei der WM 2001 startete er im Super-G und wurde Elfter. Besonders stark trumpfte er in Kvitfjell auf, wo zwei Abfahrten und ein Super-G ausgetragen wurden. Defago schnupperte zwei Mal am Podest, wurde am Ende jedoch Vierter, Fünfter und Achter und verpasste seinen größten Karriere-Erfolg nur knapp.

Sehr gute zwei Jahre
Die bisher besten Jahre für den sympathischen Schweizer waren die Winter 01/02 und 02/03. Defago wurde zwei Mal Siebter in der Disziplinen-Wertung im Super-G.
Zunächst aber erreichte er, wiederum in Kvitfjell in Norwegen, einen zweiten Platz und somit die langersehnte Treppchen-Platzierung. Nur der Italiener Alessandro Fattori war schneller als der Schweizer. Das Highlight für ihn kam aber in der Saison 2002/2003. Er bestritt insgesamt 31 Weltcup-Rennen plus die WM in St. Moritz, war also besonders viel unterwegs. Und das zahlte sich aus, denn Defago erreichte in Gröden beim Super-G seinen ersten Weltcup-Sieg vor Hannes Reichelt und Marco Büchel.

2004/2005: Defago punktet kräftig
Dreizehn Top-Ten Ergebnisse, darunter der dritte Platz bei der Kombination in Wengen, zeigen auf, dass Defago weiterhin zur Weltspitze zu zählen ist. Der ganz große Triumph war ihm in jener Saison aber verwehrt geblieben, beim Super-G in Kvitfjell (NOR) konnte er sich aber schon einen zweiten Platz sichern. Der Schweizer beendete das Weltcup-Gesamtklassement immerhin auf dem sechsten Rang, seine bis dato beste Platzierung in der Gesamtwertung.

Trotz Punkte kein Top-Ergebnis
Der Schweizer erreichte über zehn Mal die ersten Zehn, aber er rutschte im Vergleich zur Vorsaison im Gesamtweltcup um zehn Plätze nach hinten auf den 16.Rang, da ein absolutes Top-Resultat fehlte. Auch bei den Olympischen Spielen reichte es nicht zu einer vorderen Platzierung.

Ein Platz in der erweiterten Weltspitze
Auch in der Saison 2007/2008 zählte Didier Defago zu den besten Fahrern im Weltcup. Er konnte zwar nie um den Sieg in der jeweiligen Disziplin mitfahren, aber mit einem Platz um zehn war immer mit ihm zu rechnen. Dafago punktet kontinuierlich im Weltcup und wurde am Ende der Saison auf Platz neun der Gesamtwertung geführt.

Heimsieg auf dem Lauberhorn
Beim stimmungsgeladenen Klassiker in Wengen sicherte sich Defago dann im Januar 2009 seinen zweiten Weltcupsieg. Unter großem Jubel raste der Schweizer am Lauberhorn in der längsten Abfahrt im Sk-Weltcup nach über 2:30 Minuten zum Sieg, womit er absolut in den schweizerischen Skihimmel aufsteigt. Eine Woche danach nutzte Defago seine gute Form und raste auch auf der Streif in Kitzbühel zum nächsten Klassikersieg.

Olympia 2010: Gold in der Abfahrt
Das Meisterstück aber gelang Didier Defago bei den Olympischen Spielen in Vancouver. Dort distanzierte er Aksel Lund Svindal und Bode Miller um weniger als eine Zehntel und ging als Olympiasieger aus diesem Krimi hervor.

Steckbrief
Geboren: 02.10.1977
Nation: Schweiz
Heimatverein: Morgins
Größe: 184 cm
Gewicht: 89 kg
Hobbies: Fischen, Mountainbiken, Musik
Web: www.teamddd.ch