Geboren wurde Nicole Gius am 16. November 1980 in Schlanders als eine von zwei Töchtern von Hermine und Elio Gius. Schon zu ihrem zweiten Geburtstag bekam sie von den Eltern ihr erstes Paar Ski. Da Skifahren zu den großen Leidenschaften ihrer Eltern zählte, startete auch die kleine Nicole sofort und wurde schnell zum 'Pistenflitzer'

Schwere Verletzung wirft Gius zurück
Mit 15 Jahren kam Nicole in den Landeskader und besuchte gleichzeitig die damals erst neugegründete Sportoberschule in Mals im Vinschgau. Bereits mit 16 Jahren wurde Nicole in die C-Nationalmannschaft aufgenommen. Leider verletzte sie sich schon beim ersten Sommerskitraining und zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Ein Jahr Pause war die Konsequenz.
1998 ging die Renn-Karriere für Gius also so richtig los. Sie startete im Europacup und durfte nach dem dritten Rang beim Rennen in St. Sebastian in Bormio zum ersten Mal im Weltcup dabei sein. Auch wenn es dort noch nicht für einen zweiten Lauf reichte, im Europacup zeigte sie, was sie drauf hat. Trotz nur 160 cm Größe und wahrlich keiner muskulären Statur ging sie ihren Weg weiter.

Zehnter Platz in St. Anton
Leider blieb Nicole von einer weiteren Verletzung nicht verschont. Im Jahr 2000 riss sie sich das Kreuzband im linken Knie und musste wieder ein Jahr pausieren. Zuvor hatte sie aber noch ihr Talent beim Weltcup in St. Anton bewiesen: Denn dort wurde sie Zehnte! Und auch in den anderen Rennen vor der schweren Verletzung ging sie immer auf´s Ganze und sammelte einige Weltcup-Punkte.

Ab Sommer 2001 im Heer
Im Sommer 2001 schafft es Nicole auch in das Bundesheer aufgenommen zu werden. Nun gehört sie zur Militär-Sportgruppe in Courmayeur, Provinz Aosta an. Motto: Klein, aber oho!

Laufbestzeit in Maribor
Ihre nächste Top-Platzierung fuhr die zierliche Gius beim Riesenslalom in Maibor ein. Dort wurde sie nach einem 'Husarenritt' und deutlicher Laufbestzeit im zweiten Lauf Neunte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist Nicole Gius im Weltcup bekannt. Und auch bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City war Gius mit dabei, fuhr ein sehr gutes Rennen und wurde am Ende Zehnte.

Erster Podestplatz
Eine enorm starke Saison lieferte die kleine Gius im Winter 2002/2003 ab. Vor allem in den USA war sie gut drauf, holte sich die Plätze sieben und neun in den Slaloms in Aspen und Park City. Doch der Aufwärtstrend hielt an, und in Semmering konnte Nicole dann zum ersten Mal auf das Treppchen fahren. Im Slalom wurde sie hinter Kostelic und Pascal Dritte. Ein Riesenerfolg für die gerade 22-Jährige. Auch zum Ende des Winters konnte Gius mit den Plätzen acht, vier und sieben noch einmal überzeugen. In der Slalom-Gesamtwertung wurde sie starke Siebte.

2003/2004 nicht ganz so erfolgreich wie erwartet
Gius hatte im letzten Winter nicht ganz so viel drauf, wie die Konkurrenz und die Experten eigentlich erwartet hatten. Trotzdem enttäuschte sie keineswegs. Immerhin wurde sie Achte in Park City, Fünfte in Alta Badia und Zwölfte in Lienz. Zum Ende der Saison ließen die Leistungen allerdings etwas nach.

Angriff bei der Ski-WM
Ein siebter Platz beim Slalom in Aspen, ein achter Rang beim Riesenslalom auf der WM-Strecke in Santa Caterina. Das war die Ausbeute der Saison 2004/2005 für Nicole Gius. Die Italienerin hatte sich aber für die Ski-Weltmeisterschaft im eigenen Land besonders viel vorgenommen, konnte dies jedoch nicht umsetzen und schaffte keinen Spitzenplatz. Doch das neue Ziel hieß dann Olympia 2006, wieder im eigenen Land.

Traum Olympia geplatzt
Doch aus Olympia wurde leider nichts. Die vorausgegangenen Resultate ließen eine Teilnahme nicht zu. Im Weltcup konnte Nicole im Dezember 2005 nur zwei Slalomrennen - zwar in den Punkten als 17. und 27. - beenden, was ihr im neuen Jahr dann gar nicht mehr gelang. Aber eine verkorkste Saison sollte man auch schnell abhaken können. Bei den Schweizer Juniorenmeisterschaften im Januar 2006 holte sich die Italienerin Rang eins vor Martina Schild. Hoffen wir, dass sich das Blatt in der nächsten Saison mit neuen Fischer Ski zum Besseren wendet.

Steckbrief:
Geboren: 16.11.1980 in Schlanders
Nation: Italien
Heimatverein: C.S. Esercito
Größe: 160 cm
Gewicht: 56 kg
Hobbies: lesen, Musik, Wandern, Freunde
Web: www.nicolegius.it

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel der jungen Italienerin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): SL (10), GS (19)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): GS (11), SL (14)
2003 in St. Moritz (SUI): SL (23)
2001 in St. Anton (AUT): SL (26)
1999 in Vail (USA): GS (DNF), SL (22)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Siebte im Slalom 2003
Eine Podestplatzierung, insgesamt zwölf Top Ten Ränge