Obwohl die Norweger keine besonders hohen Berge in ihrem Land haben und eigentlich der nordische Skisport als Nationalsport Nummer eins gehandelt wird, bringen die Skandinavier auch bei den alpinen Herren immer wieder absolute Weltklasse-Athleten hervor. Die in den letzten Jahren präsentesten waren wohl Lasse Kjus und Kjetil Andre-Aamodt. Schon seit einem Jahrzehnt fahren sie in der Weltspitze mit und werden auch im kommenden Winter wieder mit dabei sein. Anders sieht es bei den Damen aus. Dort ist eine Norwegerin, die auf Dauer unter den Top 10 der Welt zu finden ist, bisher noch nicht vorgekommen.

Der Rückblick auf 2003/2004
Nachdem Kjetil Andre-Aamodt, der in den letzten beiden Jahren Zweiter und Dritter der Weltcup-Gesamtwertung geworden war, aufgrund eines Knöchelbruchs im Sprunggelenk und einer Knochenprellung des Schienbeinkopfes kurz vor dem Saisonauftakt passen musste, sprangen andere in die Bresche. Neben dem bekannt starkem Allrounder Lasse Kjus trumpfte vor allem Bjarne Solbakken auf, der Vierter der Super G-Wertung wurde. Auch Aksel Lund Svindal, Truls Ove Karlsen sowie Altmeister Tom Stiansen fuhren eine gute Saison und konnten zusammen einige Podestplatzierungen verbuchen.
Bei den Damen sah die ganze Sache schon ein bisschen anders aus. Denn sie knüpften nahtlos an die mittelmäßigen Leistungen des letzten Jahrzehnts an. Ihre beste Läuferin, Andrine Flemmen, war am Ende lediglich auf Rang 36 der Gesamtwertung wieder zu finden. Nur im Slalom sind die Norwegerinnen konkurrenzfähig und haben dort sogar die ein oder andere gute Platzierung erreichen können. Freilich für einen Podestrang oder sogar einen Sieg hat es 2003/2004 noch nicht gereicht.

Der Ausblick
Auf das Comeback des mittlerweile 33-jährigen Aamodt ist der gesamte Weltcup-Zirkus sehr gespannt. Wird er wieder an alte, überragende Leistungen anknüpfen können? Doch nicht nur auf den Medaillensammler Aamodt sind viele gespannt, auch auf den jungen Slalomspezialisten Karlsen und das Super G-Ass Solbakken freuen sich die Skifans. Zudem will Olympiasieger Hans-Petter Buraas, der in der letzten Saison nur zwei Rennen bestritt, wieder ein- und angreifen. Und Lasse Kjus wird mit den Jahren auch kaum schlechter, sondern fast noch besser. Die Herren aus Norwegen sind also heiß auf den kommenden Winter.
Die Damen stellen nur noch fünf Weltcup-Fahrerinnen im Winter 2004/2005. Neben den arrivierten Flemmen und Rognmo werden die jungen Birkelund und Bremseth versuchen, den Anschluss an die Weltspitze zu finden.

Der Kader
Herren:
  • Aamodt, Kjetil Andre

  • Buraas, Hans Petter

  • Karlsen, Truls Ove

  • Kjus, Lasse

  • Nilsen, Andreas

  • Solbakken, Bjarne

  • Stiansen, Tom

  • Svindal, Aksel Lund


  • Damen:
  • Birkelund, Karina

  • Bremseth, Lisa

  • Flemmen, Andrine

  • Rognmo, Trine-Bakke

  • Viken, Line