Michaela Kirchgasser ist das Nesthäckchen der Österreicherinnen. 'Kichi' erblickte am 18. März 1985 in Schwarzach das Licht der Welt. Seitdem lebt sie in Filzmoos und versucht sich auf den Pisten dieser Welt.

Kindergartenmeisterin Kirchgasser
Bereits mit drei Jahren stand die kleine Michaela zum ersten Mal auf Ski. Den ersten Rennerfolg feierte sie mit fünf, als sie Kindergartenmeisterin wurde und die Damen im Weltcup aufgrund ihrer Stärke schon zu zittern anfingen.
Auf der Skihauptschule in Schladming lernte sie das Skihandwerk in Perfektion und stieg schnell in den Salzburger Landesschülerkader auf. Nach der Hauptschule ging sie auf die Skihandelsschule in Schladming, wo sie weiter an sich arbeitete, um den Traum der Weltcup-Fahrerin in die Tat umzusetzen. Dies Schule schloss sie im Jahre 2002 mit einem guten Erfolg ab, nachdem sie die dritte Klasse der Skihandelsschule übersprungen hatte.

Im Landesjugendkader
Nach der Schülerzeit kam Michaela in den Landesjugendkader, wo sie viele FIS-Punkte für ihre nächste Rennsaison einfuhr. Am Saisonende holte sie sich den österreichischen Jugendtitel im Riesentorlauf, sowie die Silbermedaille im Riesenslalom in der allgemeinen Klasse. Ein Jahr später, startete sie in die neue Saison mit einem 2ten Platz im Slalom in Obergurgl. Durch diesen Saisonstart, bekam sie die Chance, in Sestriere an den Weltcupstart zu gehen.

Erster Weltcupeinsatz
Beim ersten Weltcupeinsatz, den sie in Sestriere hatte, startete sie mit Startnummer 77. Zur Verwunderung aller erreichte Michaela mit dem 23. Platz den zweiten Durchgang und machte in diesem sogar noch einige Plätze gut. Am Ende stand ein 17. Platz bei ihrem ersten Weltcup-Auftritt zu Buche, ein Start nach Maß. Und auch beim nächsten Weltcup-Rennen, dass sie bestritt, fuhr sie in die Punkteränge. In Lienz erreichte sie trotz Startnummer 70 einen 14. Rang, war im zweiten Durchgang die drittschnellste Zeit gefahren und am Ende beste Österreicherin.

Stark im Europacup
Aber auch bei den FIS-Rennen lief es nicht schlecht für den jungen Filzmoos-Star. 3x Gold bei den Österreichischen Jugendmeisterschaften zeigte, dass sie als Allrounderin eine echte Chance hat. Sie gewann ihr erstes FIS-Rennen im Riesenslalom und ein weiteres wichtiges Rennen. Michaela sicherte sich den österreichischen Abfahrtstitel in Zauchensee in der allgemeinen Klasse. Schon eine kleine Überraschung, da sie doch eigentlich im Slalom immer am besten war, doch sie eben eine Top-Allrounderin, die auf den Pisten alles beherrscht.
Und 'Kirchi' bestätigte auch im Europacup 2002/2003 ihre Leistungen und sicherte sich dort den dritten Platz in der Slalom-Disziplinenwertung und auch den dritten Gesamtrang.

2003/2004 gehörte sie zur Weltcuptruppe des ÖSV
Im Winter 03/04 fuhr die junge Kirchgasser einige Weltcup-Rennen im Riesenslalom und Slalom. Dort fuhr sie einige gute Ergebnisse unter den Top 20 der Welt ein. Ihr bestes Rennen lieferte Michaela in Megeve (FRA) ab, als sie Zehnte wurde und zum ersten Mal an einem Podestplatz schnuppern durfte.

Bestes Resultat der Karriere
Die Saison 2004/2005 wies für Kirchgasser eine Konstante auf: Sie landete regelmäßig unter den Top-20 oder schied vorzeitig aus. Mit dem siebten Platz beim Riesenslalom in Semmering hatte sie ihr bestes Ergebnis. Aufgrund der konstanten Leistungen qualifizierte sie sich für das Weltcupfinale in Lenzerheide, bei dem sie 16. wurde.

Der Durchbruch bei Olympia
Schon in der nächsten Saison zeigte Kirchgasser dann ihr ganzes Potenzial. Sie erreichte zehn Mal das Podium im Weltcup und qualifizierte sich dadurch auch für Olympia. Ihren Fixplatz in Turin sicherte sie sich beim letzten Slalom vor dem Großereignis in Ofterschwang, als sie Vierte wurde. Bei den Winterspielen 2006 überzeugte die junge Österreicherin dann in der Kombination und im Slalom, als sie die Plätze fünf bzw. sechs erreichte. Damit fuhr sich Kirchgasser natürlich ins Rampenlicht und die österreichischen Skifans hatten fortan eine Technikerin mehr mit Ambitionen auf den Sieg. Mit diesen starken Resultaten qualifizierte sich Kirchgasser auch locker für das Weltcup-Finale und nahm in der folgenden Saison die Podestplätze ins Visier.

Warten auf den zweiten Weltcup-Sieg
Die beiden darauffolgenden Winter lief es für Kirchgasser eher mäßig. An ihre guten Platzierungen im Weltcup konnte sie nicht anknüpfen. Erst im Olympiawinter 2009/10 gelang ihr der Sprung unter die besten Drei in der Super-Kombi-Wertung. Die Spiele in Vancouver verliefen für sie, wie für das komplette ÖSV-Team, enttäuschend. Ihren zweiten Weltcupsieg konnte Kirchgasser erst in der Saison 2011/2012 einfahren: In Kransjka Gora holte sie sich ihren ersten Slalom-Sieg! Und damit nicht genug, beim Weltcup-Finale in Schladming gewann sie vor heimischen Publikum den Slalom - und das einen Tag vor ihrem 27 Geburtstag.

Steckbrief:
Geboren: 18.03.1985 in Schwarzach
Nation: Österreich
Heimatverein: SC Filzmoos
Hobbies: Ski fahren, Lesen, Laufen, Schwimmen, Klettern, Bergsteigen, Musikausrückungen mit der Trachtenmusikkapelle Filzmoos
Web: www.kirchi.com