Peter Fill wurde am 12. November 1982 geboren und stand bereits mit drei Jahren auf den Skiern. In den Jahren, in denen er die Mittelschule besuchte, wurde er dann vom Hobbyskifahrer zum interessierten Rennläufer.

Wir zeigen euch hier den Karriereverlauf bis zur Saison 2010/2011. Danach ist dieses Porträt nicht weiter aktualisiert worden. 

Mit 16 vierfacher nationaler Junioren-Meister
Sein absolut vielfältiges Talent bewies der junge Peter Fill bei den italienischen nationalen Meisterschaften im Jahr 1999. Dort deklassierte er den anderen Nachwuchs und wurde vierfacher Meister in allen Disziplinen. Dort wurde auch der italienische Verband mehr als aufmerksam auf Peter, der in den Nationalkader von Stephan Feichter aufstieg. Nachdem Fill im Europacup startete und bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2001 in Verbier einen hervorragenden dritten Rang im Riesenslalom belegte (obwohl er nach dem ersten Lauf geführt hatte), wurde Fill im Jahr 2002 in Tarvisio Junioren-Weltmeister im Super-G. Deutlich mit einer halben Sekunde Vorsprung konnte er die Goldmedaille für sich entscheiden.

Erfolgreicher erster Weltcup-Auftritt
In Altenmarkt im März 2002 durfte Peter Fill im Alter von 19 Jahren seinen ersten Weltcup-Auftritt feiern. Und was für einen! Im Konzert der Großen hielt er gleich hervorragend mit und belegte im Super-G den 12. Platz, vor den Ski-Legenden Lasse Kjus und Paul Accola. In der Saison 2002/2003 konnte Fill sich dann komplett auf den Weltcup konzentrieren. Und das durchaus erfolgreich, denn Fill schaffte bei einem Riesenslalom einen sechsten Rang und fuhr damit zum ersten Mal unter die Top Ten. Nicht viel fehlte ihm zum Podestplatz, und so war es auch keine große Überraschung, dass Fill bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz eine gute Rolle spielen konnte. Dort wurde er 13. im Super-G und Elfter in der Kombination.

Vierter im Super-G
Seine bis dahin beste Weltcup-Platzierung erreichte Peter Fill, im Winter 2003/2004 in Vail (USA). Beim vierten Platz im Super-G raste Fill nur wenige Hundertstel am Podiumsplatz vorbei. Und auch der neunte Rang in der Kombination von Kitzbühel, wo die Abfahrt auf der legendären Streif ausgeführt wurde, war für Fill ein großer Erfolg.

Konstant in den Top 15
Und auch im folgenden Jahr ging es für den Italiener bergauf. Er konnte zwar noch keinen Podiumsplatz ergattern, doch war er sehr konstant unter den besten 15 zu finden und dies in drei verschiedenen Disziplinen (Abfahrt, Super-G, Riesenslalom). Besonders in Wengen setzte Fill mit einem siebten und achten Platz in Abfahrt und Kombination ein Zeichen.

Erstes Podium in der Super Kombination
In der olympischen Saison 2005/2006 schaffte Peter Fill endlich den Sprung auf das Treppchen. Einen Monat vor den Spielen in seinem Heimatland wurde der Italiener Dritter in der Super Kombination in Wengen (SUI), womit der 23-Jährige seinen Tifosi Hoffnung auf eine Medaille macht. Diese erfüllten sich zwar nicht, jedoch kam Fill auch in Kitzbühel beim Super-G als Zweiter und auch als Dritter der Abfahrt in Are (SWE) auf das 'Stockerl'. Damit beendete er die Saison im Super-G Weltcup auf Rang acht und hatte sich auch im Gesamtweltcup auf die 16. Position vorgeschoben. Dank seiner Vielseitigkeit sollte Fill auch zukünftig in vielen Rennen ganz vorne zu finden sein und ist ein ernster Kandidat auch für Kombinationserfolge.

Schwache Saison 2007/2008
Mit hohen Erwartungen war Peter Fill in die Saison 2007/2008 gegangen, viele Gründe führten dazu, dass es sportlich nicht lief. Falsche Trainingsschwerpunkte, gesundheitliche Probleme und Materialprobleme warfen den Südtiroler weit zurück. Nach der Saison wechselte er den Ausrüster und konnte mit Atomic schnell in die Erfolgsspur zurückkehren. In Lake Louise gelang ihm am 29. November 2008 endlich der erste Weltcup-Sieg.

WM-Silber in Val d'Isère
Seinen Karrierehöhepunkt bis dato erlebte Peter Fill bei der Weltmeisterschaft in Val d'Isère. Dort machte er im Super-G auf der anspruchsvollen Piste 'Face de Bellevarde' wenig Fehler und musste sich nur dem überlegenen Sieger Didier Cuche geschlagen geben. Mit der Silbermedaille reihte sich Fill bei seiner vierten WM aber im Kreise der besten italienischen Skifahrer ein.

Erste Rückschläge
Fill erlitt am 23. August 2009 beim Riesenslalomtraining in Argentinien Sehnenrisse im Leisten- und Bauchmuskelbereich. Elf Tage später musste er sich in Finnland bei einem Spezialisten einer Operation unterziehen. Nach mehrmonatiger Verletzungspause gab er am 16. Januar 2010 in der Lauberhornabfahrt in Wengen sein Comeback im Weltcup. Mit dem achten Platz qualifizierte er sich für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver, wo er 15. in der Abfahrt wurde, aber in der Super-Kombination und im Super-G nach einem schweren Sturz kurz vor dem Ziel ausschied. Aufgrund starker Prellungen und Rückenschmerzen fuhr er im Rest des Winters keine Rennen mehr.

Überraschender Sieg
Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen gewann Fill in der Super-Kombination die Bronzemedaille.

Steckbrief
Geboren: 12.11.1982
Nation: Italien
Heimatverein: C.S. Carabinieri
Größe: 175cm
Gewicht: 80kg
Hobbies: Fußball, Golf, Motoradfahren, Radfahren, Eisstockschießen
Web: www.peterfill.it

Erfolge
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des italienischen Nachwuchsfahrer. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): K (9), DH (19), SG (13)

Weltmeisterschaft:
2009 in Val d'Isère (FRA): SG (2)
2007 in Are (SWE): GS (23), DH (11)
2005 in Bormio (ITA): SG (14), K (DNF), DH (24)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (13), K (11), DH (20), SL (DNF)

Weltcup:
8. im Super-G Weltcup 2006
16. im Super-G Weltcup 2004

ein Weltcup-Sieg