Alessandro Fattori wurde am 21. Juni 1973 in der Schinkenstadt Parma geboren. Der Spezialist für die Speed-Disziplinen ist bereits seit 1993 im Weltcup aktiv und hat bereits einige Erfolge vorzuweisen.

Debüt in Garmisch
Sein Weltcup-Debüt hatte Fattori 1993 in Garmisch. Der damals 20-Jährige fuhr zu Beginn der Saison den Besten noch hinterher, in Lillehammer jedoch, auf der Olympia-Strecke des folgenden Jahres, konnte er zum ersten Mal in die Punkteränge fahren und mit einem 13. Rang auf sich aufmerksam machen. Vielleicht war es ein Fehler des italienischen Verbandes, den noch jungen Fattori im Winter danach nicht zu den Olympischen Spielen mitzunehmen. Denn zu Beginn der Saison hatte Fattori mit einem 10. und einem 13. Platz in Val d'Isere und Lech gute Platzierungen erreicht.

Auf der Streif fast auf das Podest gefahren
In Kitzbühel 1995 wurde Fattori Vierter und schaffte seine bis dahin beste Platzierung im Weltcup. Nur knapp lag er am Ende hinter seinen Teamkollegen Werner Perathoner, der jedoch deutlich hinter dem Sieger Luc Alphand (FRA) zurückblieb. Auch bei den Super-G's in Kitzbühel und Kvitfjell konnte Fattori überzeugen und den sechsten und siebten Rang belegen.
Doch die Konstanz und somit gute Ergebnisse in den Gesamtwertungen wollten Fattori nicht so Recht gelingen. So folgte dem 60. Rang in Vail 1995/1996 ein vierter Platz in Val d'Isere, wo er abermals hauchdünn seine erste Podestplatzierung verpasste. Die schaffte er dann, nachdem er bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998 die guten Plätze sechs (Abfahrt) und vier (Super-G, knapp hinter Hans Knauss) belegt hatte, endlich in Val d'Isere im Jahr 2000. Und was ihm nach guten, aber nicht sehr guten Jahren kaum jemand zugetraut hatte, erfüllte sich auf einer seiner Lieblingsstrecken. Ein italienisches Trio auf den ersten drei Plätzen wurde angeführt von Alessandro Fattori, der seinen ersten Weltcup-Sieg feiern durfte!

Den Triumph in Kitzbühel knapp verpasst
Jeder Fahrer hat wohl seine Lieblingsstrecken in der Rennplanung des Weltucps. So auch Alessandro Fattori, und die legendäre Streif gehört seit seinem zweiten Platz mit Sicherheit dazu. Nur von Stephan Eberharter wurde der schnelle Italiener geschlagen und musste sich mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Trotzdem war es ein Riesenerfolg für den schon erfahrenen Fattori, der 'Mausefalle', 'Hausbergkante' und die 'Kompression' super meisterte. Und auch Kvitfjell ist eine Strecke für Fattori. Dort gewann er zum Ende der Saison 2001/2002 sein zweites Weltcuprennen, den Super-G, vor Didier Defago und Stephan Eberharter. Als Abschluss seiner erfolgreichsten Saison belegte Fattori noch den dritten Rang in Altenmarkt und schob sich dort zwischen fünf Österreicher.

2002/2003 verletzt
Nachdem er sich beim Einfahren in Beaver-Creek verletzt hatte und eigentlich sechs Wochen pausieren sollte, stieg Fattori bereits nach drei Wochen wieder ein. Jedoch bestritt er nur noch zwei Rennen und setzte den Rest der Saison aufgrund der Probleme aus. In der Saison 2003/2004 kämpfte sich der mittlerweile 32-Jährige zurück in die Weltspitze, nachdem der Winter enttäuschend begonnen hatte. Doch zum Ende in Garmisch (3. und 7. Platz) und in Sestriere (6. Platz) zeigte Fattori wieder, was er drauf hat und machte somit eine Kampfansage an die 'jungen Wilden'.

Zurück in die Weltspitze ...
Viermal reichte es in der Saison 2004/2005 für Top-Ten Resultate für Fattori. Der Speed-Fahrer konnte sich über einen fünften Platz beim Super-G in Beaver Creek freuen, zudem wurde er Sechster bei der Abfahrt in Val D`Isere, Siebter beim Super-G in Kvitfjell und Achter in Wengen. Gegen die starken Österreicher konnte er sich in den Speed-Wettbewerben aber nicht durchsetzen und daher blieb ihm ein Podestplatz verwehrt.

... und wieder zurück ins Mittelmaß
Fattori sammelte zwar in mehreren Rennen in 2005/2006 Weltcuppunkte, kam aber nicht über einen 16.Rang bei der Abfahrt in Beaver Creek hinaus. Die Olympiateilnahme blieb ihm somit verwehrt.

Steckbrief:
Geboren: 21.06.1973
Nation: Italien
Heimatverein: Gr. Sciatori Fiamme Gialle
Größe: 177cm
Gewicht: 82kg
Sprachen: Italienisch, Englisch
Hobbies: Motorcross, Radfahren

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des italienischen 'Urgesteins'. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): DH (19), K (13), SG (DNF)
1998 in Nagano (JPN): SG (4), K (6)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (DNF), DH (27)
2001 in St. Anton (AUT): SG (8), K (5), DH (9)
1999 in Vail (USA): SG (19), K (7)
1996 in Siera Nevada (SPA): SG (8), GS (DSQ)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Vierter im Super-G 2002
insgesamt zwei Weltcup-Siege, fünf Podestplatzierungen