Lucia Recchia, die junge Fahrerin aus Italien, feierte ihr Weltcup-Debüt 1998 in Val d'Isere. Mit 18 Jahren fuhr sie, ohne davor in FIS- oder Europacup-Rennen je in Erscheinung getreten zu sein, auf einen guten 33. Platz. Kurz danach, in Veysonnaz in der Schweiz, erreichte sie zum ersten Mal die Punkteränge, als sie den 27. Rang belegte.

Das Potenzial ist vorhanden
Bei der Junioren-WM 1999 in Pra Loup-Le Sauze wurde Recchia, die sich langsam an die Weltspitze heranpirschen wollte, Achte im Super-G und bewies damit ihre Präferenzen in den Speed-Disziplinen. Diese konnte sie dann auch eindrucksvoll zu Beginn der Saison 1999/2000 untermalen. In St. Moritz auf der WM-Strecke von 2003 gelang ihr ein Traumlauf und der Sprung unter die Top Ten des Weltcups. Dort wurde klar, dass sie das Potenzial für diese Platzierungen besitzt, wenn sie keine Fehler macht. Dieses Kunststück gelang ihr kurze Zeit später, zwei Wochen nach ihrem Geburtstag, in Cortina D'Ampezzo noch einmal. Als beste Italienerin landete sie beim Sieg der später leider tödlich verunglückten Regine Cavagnoud auf Rang vier und verpasste das Podium um gerade einmal sieben Hundertstel. Kurz darauf, bei der Junioren-WM in Mont Ste.-Anne, belegte sie den zweiten Platz hinter Fränzi Aufdenblatten und konnte sich die Silbermedaille als zweitbeste Nachwuchsabfahrerin sichern.

Der Weg geht auf und ab
Der Top-Erfolg der Saison 2000/2001 für die 172 cm große Reccia war die WM in St. Anton. Dort konnte sie ihre Gleitfähigkeiten voll ausspielen und einen hervorragenden achten Platz einfahren. An dem österreichischen Dreifachtriumph konnte sie freilich auch nichts ändern. In den vergangenen Jahren stagnierte die Leistung von Lucia Recchia dann ein wenig, sie fuhr stets in die Plätze zwischen 10 und 20.

Formkurve zeigte wieder nach oben
Ein Ausreißer nach oben gelang ihr erst zum Ende der Saison 2003/2004 in Are. Dort musste sich die unglückliche Recchia mit dem vierten Rang zufrieden geben, obwohl sie seit langer Zeit ihr bestes Rennen ablieferte. In dem unglaublich knappen Rennen, in dem zwischen Platz zwei und sechs gerade einmal zehn Hundertstel lagen, konnte sie Brigitte Obermoser nicht von Platz drei verdrängen und verpasste das Treppchen hauchdünn. Doch die Formkurve zeigte wieder nach oben.

Edelmetall bei WM im eigenen Land
Die Saison 2004/2005 begann schlecht für Recchia, der Übersee-Auftakt lief völlig aus dem Ruder. Zurück in Europa trumpfte die Italienerin aber groß auf: in Altenmarkt wurde sie Zweite im Super-G, es folgten ein fünfter Platz in St. Moritz und Rang elf in Cortina. Diese Energie nahm Recchia dann auch mit zur Weltmeisterschaft in Bormio. Bei der WM im eigenen Land konnte die Italienerin völlig überraschend die Silbermedaille im Super-G erringen. Ein toller Erfolg für Recchia, mit der in Zukunft zu rechnen sein wird.

Durchwachsene Leistungen im olympischen Winter
Nach einem schwierigen Auftakt in Kanada, erreichte die Italienerin im französischen Val d´Isère einen sechsten Rang in der Abfahrt. Ließen die guten Leistungen bei den nächsten Rennen auf sich warten, stieg die Formkurve rechtzeitig in Cortina d´Ampezzo und bei den Olympischen Spielen wieder an. Sowohl die Weltcupabfahrt als auch den olympischen Super G beendete sie als Achte.

Steckbrief
Geboren: 08.01.1980
Nation: Italien
Heimatverein: Gr. Sciatori Fiamme Gialle
Größe: 172cm
Gewicht: 64kg

Erfolge
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel der Italienerin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (13), SG (8)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (24), K (18)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (2)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (16), DH (DNF)
2001 in St. Anton (AUT): DH (8)

Weltcup:
14. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 2006
8. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2005
2. Platz Super-G Altenmarkt/Zauchensee (AUT) 2004
Zehn Top Ten-Platzierungen