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Ingrid Jacquemod wurde am 23.09.1978 geboren. Bereits in ihrer frühen Kindheit entdeckte sie ihre Liebe zum Skisport und fuhr in jeder freien Minute in die Berge von Val d'Isere, um ihr Hobby auszuleben. Ihr Vater war damals der technische Verantwortliche für die Weltcup-Rennen im französischen Skiort und so war Ingrid bereits früh mit dem Weltcup-Virus infiziert.

Jacquemod legt richtig los
Bereits mit 18 Jahren feierte die hübsche Französin in Park City ihr Weltcup-Debüt. Auch wenn sie dort noch ohne Punkte blieb, sie sammelte Selbstvertrauen, dass sie in den nächsten FIS-und Europacup-Rennen eindrucksvoll auslebte. Zwei Rennen in Saas-Fee, zwei Siege. Zwei Europacup-Rennen in St. Sebastian, ein Sieg und ein zweiter Platz. Zwei FIS-Rennen in Meribel, zwei Siege. Eine beeindruckende Serie der jungen Nachwuchsathletin. Und kurz danach durfte sie sich dann auch über ihre ersten Weltcuppunkte freuen. In Zwiesel belegte sie beim Riesenslalom Rang 21. Und die Saison 1996/1997 ging so weiter, wie sie angefangen hatte. Nachdem sie dreimalige französische Jugendmeisterin wurde konnte sie auch bei der Junioren-WM auftrumpfen. Im Riesenslalom wurde sie hinter Karen Putzer Zweite und setzte ein weiteres Ausrufungszeichen. Als Krönung gewann sie zum Ende der Saison die Europacup-Disziplinen-Wertung im Riesenslalom.

Was sind denn nun ihre Stärken?
Wie soviele Läuferinnen, die in ihren eigentlich als stärkere Disziplinen eingeschätzten Rennen erfolglos bleiben, probierte es auch Jacquemod nun in den Speed-Wettbewerben Super-G und Abfahrt. Zunächst gelang Ingrid ein 15. Platz im Super-G, doch 1998/1999 wollte noch nicht mehr dabei herausspringen. Doch zum Ende der Serie 1999/2000 hatte sie endlich ihre Top-Form gefunden und konnte diese auch in den Rennen durchsetzen. Zwei fünften Plätzen in den Abfahrten von Are und Innsbruck folgten zwei neunte Ränge bei den Super-G Rennen in Innsbruck. Und auch ein sechster Platz in Sestriere, diesmal im Riesenslalom, waren ein Zeichen für den Aufschwung. Nach ihrer ersten positiven Weltcup-Saison galt es nun sich zu etablieren. Und Jacquemod schaffte es mit viel harter Arbeit. Ihr bestes Resultat war ein siebter Rang in Lake Louise.

Zweite in Lillehammer 2003
Ingrid konnte in der Saison 2002/2003 einige Male unter die Top Ten fahren, zu einem Weltcup-Sieg reichte es aber noch nicht. Ihr erfolgreichstes Rennen lieferte sie 2003 in Lillehammer ab, als sie hinter der Österreicherin Renate Götschl Zweite wurde und zum ersten Mal auf das Weltcup-Sieger-Podest steigen durfte. Auch in der Saison 2003/2004 fuhr sie vier Mal unter die Top Ten und konnte sich somit weiter Hoffnungen auf einen Weltcup-Sieg machen.

Erster Weltcup-Sieg
Anfang Januar 2005 wurde die französische Speedfahrerin dann für ihr Engagement belohnt. In Santa Caterina raste Jacquemod zum Sieg und verwies so prominente Namen wie Renate Götschl und Carole Montillet auf die Plätze. Der zweite Platz beim Weltcupfinale in Lenzerheide rundete eine durchaus gelungene Saison für Jacquemod ab. Bei der WM in Bormio konnte sich die Französin dann unverhofft über Edelmetall freuen, denn die französische Mannschaft gewann beim Teamevent die Bronzemedaille.

Ernüchterung im Olympiawinter nach erfolgreicher Saison
In der Saison 2005/2006 war ein weiterer Weltcupsieg für die Französin außer Reichweite. Sie erreichte lediglich einen achten Rang im Riesenslalom in Spindleruv Mlyn sowie einen neunten Platz beim Super-G in St.Moritz. Die Olympiaabfahrt in San Sicario beendete sie als 16.

Enttäuschung bei der Heim-WM 2009
Im Winter 2006/2007 fuhr sie ihre bis dato beste Saison. Am Ende erreichte die Französin den fünften Platz in der Abfahrtswertung. Bei der WM in Are musste sich Jacquemod allerdings wieder mit hinteren Rängen zufrieden geben. 2009 stand dann die Heim-WM auf ihren Pisten in Val d'Isère an. Bei drei Starts konnte sie aber nicht einmal annähernd in den Medaillenkampf eingreifen. Nur ein Jahr später folgte die Enttäuschung bei Olympia. Allerdings beendete die Speed-Spezialistin den Abfahrtsweltcup als Vierte - ihr bisher bestes Abschneiden im Weltcup. Auf ihren zweiten Weltcupsieg muss sie dennoch weiterhin warten.

Karriere-Ende mit 32
Jacquemod konnte 2010/2011 nicht mehr an die Konstanz des Vorjahres herankommen. Zwei fünfte Plätze fuhr die Französin noch ein und gab dann im April 2011 ihren Rücktritt bekannt.

Steckbrief:
Geboren: 23.09.1978
Nation: Frankreich
Heimatverein: V. Isere
Größe: 176 cm
Gewicht: 68 kg
Web: www.ingridjacquemod.com