© FIS Ski World Cup Gardena Gröden
Erik Guay ist ein noch junger Nachwuchsfahrer aus Kanada. Der 1,85 Meter große Guay aus Mont Tremblant begann erst in der Saison 1999/2000 damit, auch ein paar Rennen in Europa zu bestreiten. Bis dahin hatte er nur in Nordamerika die Pisten unsicher gemacht.

Sprungbrett WM in St. Moritz
Guay ist ein enorm gut ausgebildeter und vielseitiger Fahrer. Als er 2002 in Lake Louise sein Weltcup-Debüt feierte, zeigte sich schon, dass er Gardemaße für die Speed-Disziplinen hat, aber auch technisch enorm versiert ist. Seine ersten Weltcup-Punkte erreichte er bei der Abfahrt in Val d'Isere mit dem 28. Rang. Stetig an seiner Technik feilend und sich langsam verbessernd, konnte er auch seine Platzierungen immer weiter steigern. Zunächst ein 20. Platz in Bormio und dann die beiden Fahrten bei der WM in St. Moritz, wo die Skiwelt enorm aufhorchte und sich einem neuen Konkurrenten gegenüber sah. Denn Erik Guay lag die Strecke in der Schweiz offenbar: Er erreichte zwei sensationelle sechste Plätze im Super-G und in der Abfahrt. Beide Male fehlten nicht viel zu einer Medaille, obwohl er mit relativ hohen Startnummern in das Rennen gegangen war.

Pech auf dem Weg nach oben
Und dass dies keine Eintagsfliege war, bewies der junge Kanadier zunächst in Garmisch (10. Platz) und in der Saison 2003/2004 in Lake Louise (2. und 6. Rang). Doch dann wurde kurz vor dem Jahreswechsel der aufgehende Stern jäh gestoppt. Beim Training in Val Gardena stürzte er schwer und zog sich eine Verletzung zu, so dass er den Rest der Saison leider passen musste.

Starkes Comeback
Doch schon in der nächsten Saison zeigte Guay wieder seine Fähigkeiten und fuhr auf Anhieb wieder unter den besten 20 mit. Seine stärksten Resultate feierte er dann zum Ende des Winters, als er bei den letzten drei Rennen drei Mal in die Top Ten fuhr. Mit Erik Guay haben die Kanadier ein hoffnungsvolles Talent auf dem Weg zu Vancouver 2010, der aber schon vorher einiges in den Speed-Disziplinen schaffen könnte.

Erste Podestplätze
Einen weiteren Schritt machte der furchtlose Kanadier in der olympischen Saison 2005/2006 nach vorne, in der auch sein jüngerer Bruder Stefan sein Debüt feiern konnte. Alleine drei Podestplätze, davon zwei in Gröden, gelangen Erik Guay, der auch die Kombinationsabfahrt in Val d'Isere als Schnellster beendete. Auf einen großen Sieg wartet der Kanadier aber weiterhin. Pech hatte er bei den Winterspielen in Turin, als er im Super-G Rang vier und damit nur 'Blech' gewann. Eine Zehntelsekunde hatte ihm an der Bronzemedaille gefehlt. Danach war die Saison für Guay aus gesundheitlichen Gründen leider vorzeitig vorüber.

Zwei Siege - eine Kugel 2010
Nach fünften Plätzen bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver sorgte Guay bei den letzten Super-G Rennen für eine kleine Sensation: Mit Siegen in Kvitfjell und Garmisch-Partenkirchen schnappte er den Favoriten Svindal und Walchhofer die Kristallkugel im Super-G noch weg.

WM-Sieg nach schwacher Weltcup-Saison
Im Weltcup lief es 2010/2011 erstmal nicht für den Kanadier. nur in Gröden kam er, immerhin als Dritter, unter die besten Zehn, mit den Weltcup-Kugeln hatte er nichts zu tun. Doch Guay bog die Saison auf einer seiner Lieblingsstrecken um: Zur WM in Garmisch-Partenkirchen war Guay da, holte überraschend Gold in der Abfahrt und ließ so den Auftakt vergessen.

Steckbrief
Geboren: 05.08.1981 in Quebec
Nation: Kanada
Heimatverein: Mont Tremblant
Größe: 185cm
Gewicht: 85kg
Hobbies: lesen
Web: www.erikguay.com