Felix Neureuther ist der große Hoffnungsträger im Herrenteam des DSV. Der Slalom-Spezialist hat bereits einige Top-Ergebnisse eingefahren, auf den ganz großen Durchbruch wartet er aber noch.

Deutsche Nachwuchshoffnung
Felix Neureuther gilt als eine der größten deutschen Hoffnungen im Herrenbereich. Dem Skirennläufer vom SC Partenkirchen wurde das Skifahren in die Wiege gelegt, ist er doch der Sohn der ehemaligen Spitzenläufer Christian Neureuther und Rosi Mittermaier. Nun versucht also der Sohn, in deren Fußstapfen zu treten. Zusammen mit Maria Riesch, die ebenfalls aus Garmisch-Partenkirchen kommt, zählt Felix zu den Hoffnungsträgern des DSV.

Platz 15 bei der Weltmeisterschaft
Sein Weltcup-Debüt feierte Neureuther am 04. Januar 2003 in Kranjska Gora. Für Aufsehen sorgte er bei der Weltmeisterschaft 2003 in St. Moritz. Im Slalom fuhr er mit der hohen Startnummer 53 auf einen überraschenden 15. Rang. Dabei erzielte er mit einem fulminanten zweiten Durchgang die Laufbestzeit und schob sich somit von Rang 29 nach dem ersten Lauf noch unter die besten 15 Fahrer.

Erstmalig in den Top Ten
Im Winter 2003/2004 zeigte der junge Felix dann im Weltcup konstantere Leistungen. Nachdem er zu Beginn häufiger ausfiel, fuhr er danach jedoch einige gute Resultate heraus. So waren der 7. Rang in St. Anton und der 8. Rang in Madonna die beiden herausragenden Ergebnisse. Am Ende der Saison konnte er sich dann auch erstmals für das Weltcup-Finale qualifizieren, wo es zu einem 20. Rang reichte. Nach der Saison schaffte Felix auch noch sein Abitur und konnte sich danach voll und ganz auf den Skirennsport konzentrieren.

Mit Glück nach Turin
Obwohl dem jungen Deutschen ein weiterer Platz unter den ersten 15 zur Olympiaqualifikation fehlte, drückte das NOK ein Auge zu, ließ Felix zu den Spielen mitfahren und ermöglichte ihm so seine erste Teilnahme an Olympia. Leider konnte er dort das in ihn gesetzte Vertrauen nicht rechtfertigen und schied in Slalom und Riesenslalom aus. Aber der Felix ist ja noch jung, das nächste Großereignis rückt mit der WM in Are immer näher, und vielleicht schafft er es dort - dieses Mal ohne Verletzungspech - sein angeborenes Talent umzusetzen und an seine Vorleistungen anzuknüpfen.

"Mini-WM" bringt ersehnten Podiumsplatz
Zu Beginn der Saison 2006/2007 zeigte Felix Neureuther schon im Auftaktslalom in Levi, dass er auf dem Weg in die Weltspitze ist. Ein schwächerer zweiter Durchgang ließ ihn den Slalom aber dann auf Platz 18 beenden. Doch das war erst der Anfang. Beim Technikwettbewerb der sogenannten "Mini-WM" in Beaver Creek (USA) sollte ihm dann endgültig der Sprung auf´s Stockerl gelingen. Felix behielt die Nerven und ließ sich seinen dritten Rang aus dem ersten Lauf auch im zweiten Durchgang nicht mehr nehmen. In seiner Heimatstadt in Garmisch-Partenkirchen setzte Neureuther dann noch einen drauf und belegte den zweiten Platz zur Freude der vielen tausend Zuschauer am Gudiberg.

Eine durchwachsene Saison
In der Saison 2007/2008 konnte Felix vor allem Konstanz beweisen. Zum Auftakt reichte es bei den Weltcuprennen in Bad Kleinkirchheim und Reiteralm (beide AUT) jeweils zu Platz elf. Doch schon im nächsten Rennen in Alta Badia (ITA) kam er durch zwei starke Durchgänge auf Platz zwei und auch das Rennen in Adelboden (SUI) beendete er als Drittplatzierter auf dem Treppchen. Nach diesen vielversprechenden Ergebnissen blickte man optimistisch auf die kommenden Rennen. Doch der erhoffte Sieg blieb aus - auch beim Heimspiel in Garmisch wurde es nur der 17. Platz. Auch im Riesenslalom wollte es einfach nicht klappen und Felix konnte kein Rennen mit einer Platzierung beenden.

Alles andere als zufriedenstellend
Der Auftakt zur Rennsaison 2008/2009 verlief für Neureuther enttäuschend. Durch zwei Ausfälle konnte Felix beide nicht mit einer Platzierung beenden. Auch die beiden dritten Plätze in Adelboden (SUI) und Kranjska Gora (SLO) retteten die Saison nicht, vor allem da Felix auch in vier weiteren Weltcuprennen kein Resultat einfuhr. Gleiches galt auch für die Bilanz im Riesenslalom. Bei den Weltmeisterschaften erreichte Felix im Slalom aber doch noch einen guten vierten Platz und beendete somit die Saison versöhnlich.

Erster Weltcupsieg in Kitzbühel
Die Saison 2009/2010 begann für Felix Neureuther alles andere als gut. Der Partenkirchener musste lange um die Qualifizierung bangen. Nachdem er die Norm durch zwei Top-15-Resultate geschafft hat, carvte er ausgerechnet beim Klassiker in Kitzbühel zu seinem ersten Weltcupsieg. 31 Jahre vor ihm gelang seinem Vater Christian an gleicher Stelle der Sieg. Beim Saisonfinale vor heimischer Kulisse carvte der Lokalmatador zu seinem zweiten Weltcupsieg. Damit ist er endgültig in der absoluten Weltspitze angekommen.

Vancouver 2010
Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver erreichte Neureuther überraschend den achten Platz im Riesenslalom. In dem Rennen seiner Spezialdisziplin Slalom, in das er als Mitfavorit auf eine Medaille gestartet war, schied er jedoch bereits im ersten Durchgang aus.

Steckbrief:
Geboren: 26.03.1984
Nation: Deutschland
Heimatverein: SC Partenkirchen
Größe: 184cm
Gewicht: 83kg
Hobbies: Fußball, Autos, Motorrad
Web: www.felix-neureuther.de