Frederik Nyberg ist eines der Urgesteine im Ski-Weltcup. Der im März 1969 geborene Schwede gewann bereits 1990, als die meisten seiner heutigen Konkurrenten noch zu Hause vor dem Fernseher die Rennen verfolgten, seinen ersten Weltcup. Als einer der Wenigen hat er es geschafft, den Sprung von der 'alten Technik' zu der materialbedingten Carving-Technik zu machen, ohne dabei den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren.

In Neuseeland triumphiert
Auch als ein Weltcup-Rennen noch in Neuseeland ausgetragen wurde, war Frederik Nyberg Triumphator. Im August 1990, zu Beginn des Skiwinters, gewann er vor zahlreichen Mitstreitern, die alle zur Skigeschichte gehören: Lasse Kjus, Frank Piccard, Kjetil Andre Aamodt, Alberto Tomba oder Marc Giradelli. Alle wurden beim zweiten Weltcup-Sieg des Riesenslalom-Spezialisten Nyberg geschlagen. Schon früh in seiner langen Karriere also fuhr der Schwede zwei seiner insgesamt sieben Weltcup-Siege ein.

Starke Saison 1993/94
1994 wurde Nyberg Vierter in der Riesenslalom-Gesamtwertung. Nachdem er beim Auftakt Zweiter in Sölden geworden war, konnte er in Kransjka Gora und Aspen die Konkurrenz hinter sich lassen und zwei weitere Weltcup-Siege einfahren. Als Mitfavorit auf eine Medaille fuhr Nyberg zu den Olympischen Spielen nach Lillehammer und hatte große Hoffnungen, die er leider nicht erfüllen konnte. Gerade in seiner Lieblingsdisziplin konnte Nyberg mit einem 18. Platz nicht zufrieden sein und musste aus der Ferne betrachten, wie Markus Wasmeier die Goldmedaille im Riesenslalom und im Super-G entgegen nehmen durfte. Nächstes Highlight für den arbeitseifrigen Mann aus Skandinavien war der Weltcup-Sieg in Breckenridge (USA), als er Urs Kaelin aus der Schweiz und Hans Knauss aus Österreich auf die Plätze verwies.

Feste Größe im Weltcup, bei Großereignissen jedoch hinten dran
Die Olympischen Spiele in Nagano waren wieder nicht besonders ergiebig für Nyberg, der im Riesenslalom und im Super-G startete. Abermals konnte Nyberg bei einem Doppelerfolg, diesmal vom 'Herminator' Hermann Maier, nicht seine Ziele erreichen. Zwei zehnte Plätze waren leider nicht das 'Gelbe vom Ei', erst bei der WM in Vail 1999 war Nyberg nah an einer Medaille dran. Doch sein Kampfeswille und seine Angriffslust wurden wieder einmal nicht belohnt. Er musste sich mit 'Blech' zufrieden geben und wurde hinter Kjus, Büchel und Locher Vierter.
Doch die Leistungen des mittlerweile seit zehn Jahren in der Weltspitze aktiven Schweden waren weiterhin aller erster Güte. In Lake Louise im Dezember 1999 kam er hinter Hermann Maier beim Super-G als Zweiter ins Ziel. Und auch in Kitzbühel bei der Kombination und in Todtnau beim Riesenslalom wurde Nyberg Zweiter.

Jedes Jahr Top-Leistungen
Nyberg konnte weiter überzeugen. In den letzten Jahren, als viele schon damit rechneten, dass irgendwann der Einbruch kommen müsste, schaffte er noch zwei Weltcup-Siege in Vail und in Kransjka Gora und von 2001-2004 acht Podestplätze. Im Weltcup-Winter 2004/2005 kam er dann noch einmal vier Mal unter die Top Ten und zeigte, dass er noch immer mithalten kann. Mit mittlerweile 36 Jahren und 16 Jahren Weltcup-Erfahrung kann Nyberg die nächsten Jahre auf den Pisten als Schaulaufen betrachten.

Dritter in der Riesenslalom-Gesamtwertung
Lediglich mit einem seiner Einsätze im Riesenslalom-Weltcup konnte er nicht unter den Top Sieben landen. Ein hervorragenden Ergebnis für den `alten Schweden´. Einen Sieg verpasste er leider knapp, dafür reichte es für drei Podestplätze. In Sestriere konnte Nyberg auf Rang fünf vorfahren, und er beendete die Saison als Schwedischer Meister im Super G und Riesenslalom. Wenn er seine Form über den Sommer konservieren kann, ist im nächsten Jahr bestimmt auch ein Sieg für ihn drin.

Steckbrief:
Geboren: 23.03.1969
Nation: Schweden
Heimatverein: Sundsvalls SLK
Größe: 173cm
Gewicht: 70kg

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karriereverlauf des Schweden. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): GS (5)
2002 in Salt Lake City (USA): DH (7), SG (DNF), GS (13)
1998 in Nagano (JPN): SG (10), GS (10)
1994 in Lillehammer (NOR): DH (32), SG (25), GS (18)
1992 in Val d'Isere (FRA): GS (8), SG (11)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): GS (9)
2003 in St. Moritz (SUI): GS (12), SG (23
1999 in Vail (USA): GS (4), DH (18), SG (12)
1997 in Sestriere (ITA): GS (10), K (12), SG (33)
1996 in Sierra Nevada (SPA): GS (7), SG (12)
1993 in Morioka (JPN): GS (14)

Weltcup:
3. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2006
10. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2005
4. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 1994, 1996
7. Platz Weltcup-Gesamtwertung 1996
insgesamt sieben Weltcupsiege