Joel Chenal wurde am 10.10.1973 in Moutiers geboren. Der Franzose feierte bereits 1996 in Sölden sein Weltcup-Debüt und zeigte nebenbei auch im Europacup seine enorme Stärke in den technischen Disziplinen des Slaloms und Riesenslaloms.

Erste Weltcup-Punkte in Alta Badia
In Italien konnte Chenal 1996, nachdem er in den vier Rennen zuvor im Europacup jeweils unter die besten sechs gefahren war, seine ersten Weltcup-Punkte einfahren. Einige Male hintereinander belegte er Ränge zwischen Platz 15 und 25 und zeigte Ende der Saison in Japan beim Slalom in Shiga Kogen mit dem siebten Rang seine Stärke im Stangenwald. Überzeugen konnte Chenal auch im Europacup. Nach einer durchweg positiven Saison gewann er den Slalom-Europacup.
Im Winter 1997/98 schaffte es Chenal, seine gute Form auch im Weltcup zu zeigen. Er belegte sieben Mal Plätze unter den besten Zehn und ging wiederum in Japan, diesmal bei den Olympischen Spielen in Nagano, mit einem achten Rang im Slalom als bester Franzose vom Hang. Als bester Fahrer, der nicht aus Norwegen oder Österreich stammte, fehlte Chenal dort weniger als eine Sekunde zu einer olympischen Medaille.
In der Slalom-Gesamtwertung des Weltcups erreichte Chenal in diesem Winter einen guten zwölften Rang.

Alta Badia als Glücksort
In der Saison 1999/2000, kurz vor Weihnachten, gelang Chenal in Alta Badia der Coup seiner Karriere. Mit einer Fahrt am Limit fuhr er acht Hundertstel schneller als Hermann Maier den Berg herunter und feierte den ersten und bis heute einzigen Weltcup-Sieg seiner Karriere. Und auch im weiteren Verlauf des Winters behielt Chenal die Form seines Lebens und wurde in Yongpyong Resort (KOR) Dritter hinter Benni Raich und Michael von Grüningen; in Kransjka Gora sogar Zweiter hinter dem Österreicher Christian Mayer. Diese Ergebnisse brachten dem Franzosen zum Ende der Saison den fünften Rang in der Riesenslalom-Gesamtwertung.

Chenal verliert die Linie
Nach seinem Superwinter 1999/2000 konnte Chenal in den nächsten beiden Saisons nicht an die gezeigten Leistungen anknüpfen. Erst 2002/2003, als er sich nun vollständig auf den Riesenslalom konzentrierte und nur noch acht Weltcup-Rennen bestritt, wurde er wieder ganz vorn gesichtet. Leider äußerst unglücklich wurde er zweimal Vierter, wobei ihm jeweils nur eine, bzw. zwei Hundertstel zum dritten Platz fehlten. Die WM in St. Moritz brachten ihm nur einen neunten Platz ein, weil er nach gutem ersten Lauf die schlechter werdende Piste im zweiten Run nicht in den Griff bekam.

Schönes Geburtstagsgeschenk
2003/2004 fuhr Chenal wieder nur sieben Rennen im Weltcup, diesmal gelang ihm jedoch gleich zu Beginn der Saison in Sölden der gewünschte Platz auf dem Podest. Sein dritter Rang hinter seinem Teamkollegen Frederic Covili kurz nach seinem 30. Geburtstag war vielleicht der schönste Podestplatz für den sympathischen Franzosen.

Wieder guter Start, dann aber hinten dran
In der folgenden Saison startete der Franzose erneut gut in den Winter. Fast schon traditionell war er beim Weltcup-Opening auf dem Rettenbachferner vorne platziert. Doch als Vierter verpasste er diesmal das Podest, wenn auch nur hauchdünn um vier Hundertstel. In der Folge konnte er diese Leistung aber nicht mehr abrufen, und es gelang ihm kein ähnliches Ergebnis mehr. Dennoch ist Chenal weiter ein fester Bestandteil in der Riesenslalom-Weltspitze.

Überraschendes Olympia-Silber in Sestriere
Glänzen konnte der Franzose dann bei den XX. Olympischen Winterspielen in Turin. Im Riesenslalom unterlag er nur dem Österreicher Raich und konnte sich über die Silbermedaille freuen. Und dass, obwohl man diesen Erfolg an seinen Vorleistungen nicht unbedingt ablesen konnte. Aber die alpinen Herren des französischen Teams waren in Turin wirklich für Überraschungen gut.

Steckbrief:
Geboren: 10.10.1973 in Moutiers
Nation: Frankreich
Heimatverein: Doua/Rosiere
Größe: 177 cm
Gewicht: 76 kg
Sprachen: Französisch
Hobbies: Mountainbiken, Tennis, Kart fahren
Web: www.joelchenal.com

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karriereverlauf des Franzosen. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): GS (2)
2002 in Salt Lake City (USA): GS (21)
1998 in Nagano (JAP): GS (DSQ), SL (8)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): GS (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): GS (9)
2001 in St. Anton (AUT): GS (11)
1999 in Vail (USA): GS (22)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Fünfter im Riesenslalom 2000
Weltcup-Disziplinen-Achter im Riesenslalom 2004
Ein Weltcup-Sieg, drei weitere Podestplätze