Tom Stiansen war in der Jugend kein Überflieger, sondern fuhr meist hinterher. Doch auch er brachte es einige Jahre später zum Weltmeister.

Anfänge
Der Norweger bekam seine ersten Ski im Alter von 6 Jahren, nachdem er zunächst begann, Langlauf und Schlittschuhlaufen zu betreiben. Als Kind konnte Stiansen keine Erfolge vorweisen und fuhr immer in den Rennen, bei denen die Erfolglosen mitfuhren. Dort allerdings war er in den Top Ten zu finden.

Endlich das Tempo gefunden
Mit 12 fand er endlich das notwendige Tempo, um auch einmal erfolgreicher zu fahren. Er fuhr in den bekannten Donald Duck Rennen, doch kam er dort nicht allzu weit: Er brach sich das Bein. Es dauerte dann sehr lange, um wieder gesund zu werden, doch seitdem hat der Norweger keine Probleme mehr mit dem Bein.

Klassenkamerad von Lasse Kjus
Nach der neunten Klasse nahm er sich eine Auszeit und arbeitete in Vargasen. Nun ging es auch sportlich aufwärts für Stiansen. Er wurde Vierter und Fünfter im Coca Cola Finale der Skier und wurde dadurch in die Skischule in Bærum aufgenommen. Dort hatte er Klassenkameraden wie Lasse Kjus oder Harald Chr. Strand Nilsen. Der sehr gute Trainer 'Toffa' brachte alle diese Talente in die Nationalmannschaft innerhalb von zwei Jahren.

Finn Aamodt als Trainer
Als Mitglied der Europa Cup-Mannschaft hatte Stiansen dann Finn Aamodt, den Vater von Kjetil-Andre, als Trainer. Kurze Zeit später konnte Stiasen dann ins Weltcupteam aufsteigen und dort Abfahrt und Super-G fahren. Ein erster guter Erfolg war der achte Rang bei den Olympischen Spielen in Albertville im Super-G. Kurz vor den nächsten Spielen in Lillehammer verletzte sich Stiansen allerdings und konnte nicht in Norwegen teilnehmen. Zu allem Überfluss wurde er dann auch noch ins Europacup-Team zurückgestuft, doch konnte er sich nur ein Jahr später wieder nach oben hocharbeiten.

Durchbruch 1995/96
In der Saison 1995/96 kam dann der Durchbruch für Stiansen. Er kämpfte hart in der Vorbereitung und fuhr jede Menge Rennen bis Weihnachten. Von da an war er unter den Besten der Welt im Riesenslalom. Dies verdeutlichte sein zweiter Platz im Weltcup beim Riesenslalom von Kvitfjell. Ein weiterer dritter Platz in Adelboden sorgte für die erste richtig erfolgreiche Weltcup-Saison für Stiansen.

Weltmeister in Sestriere
Die folgende Saison 1996/1997 wurde zum absoluten Höhepunkt für Stiansen. Er gewann nicht nur sein erstes Weltcuprennen seiner Karriere, ein Slalom in Breckenridge (USA), sondern konnte bei der WM in Sestriere den Weltmeistertitel im Slalom gewinnen. Noch wertvoller machte die Goldmedaille die Tatsache, dass Stiansen den großen italienischen Volkshelden Alberto Tomba in dessen Paradedisziplin schlagen konnte.

Knapp vorbei in Nagano
Auch ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Nagano war Stiansen wieder zur Stelle. Im Weltcup lief es nicht so gut, nur ein dritter Platz stand zu Buche, doch bei der Großveranstaltung in jenem Winter war er wieder vorne. Denkbar knapp fuhr er beim olympischen Slalom an einer Medaille vorbei und musste sich mit dem vierten Rang zufrieden geben.

Kein Siegfahrer mehr
Stiansen hat sich über die Jahre zu einem konstanten Fahrer in den technischen Disziplinen entwickelt, doch konnte er seinem einem Weltcupsieg bis dato keinen neuen mehr hinzufügen. Podestplätze waren nicht mehr an der Tagesordnung, doch der Norweger ist immer noch für die eine oder andere Überraschung gut, so wie er es 2004 in Kranjska Gora zeigte. Dort wurde er Zweiter im Slalom.

Steckbrief:
Geboren: 03.09.1970 in Borgen
Nation: Norwegen
Heimatverein: Asker Ski Club
Größe: 181cm
Gewicht: 92kg
Hobbies: Snowboard und Golf
Web: http://www.kjentfolk.no/idrettsutovere/tomstiansen

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des Routiniers aus Norwegen. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2002 in St. Lake City (USA): SL (12)
1998 in Nagano (JPN): SL (4), GS (17)
1992 in Val d'Isere (FRA): SG (8)

Weltmeisterschaft:
2003 in St. Moritz (SUI): SL (8),
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): SL (DNF), GS (14)
1997 in Sestriere (ITA): SL (1), GS (DNF)
1996 in Sierra Nevada (SPA): SL (13), GS (DNF)

Weltcup:
7. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 1997
insgesamt ein Weltcupsieg, sieben Podestplatzierungen