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Die Kanadierin mit dem französischen Namen wurde am 05.11.1980 geboren. Nachdem sie einige Jahre FIS- und Europacuprennen bestritten hatte feierte sie in Park City 1998 ihr Weltcup-Debüt, dass mit zwei Ausfällen aber eher ernüchternd ablief.


Im ersten Jahr lange mit hohen Startnummern
In ihrem ersten Weltcup-Jahr konnte Simard noch nicht so Recht Fuß fassen. Meist schaffte sie es nicht bis in den zweiten Lauf oder sie schied aus. Erst bei der WM in Vail gelang ihr der Sprung unter die Top 30, als 18-jährige Nachwuchshoffnung wurde sie 26. im Riesenslalom.
Eine Verletzung stoppte den Drang der jungen Kanadierin in die Weltspitze im Winter 1999/2000. Und da ihr die Praxis dadurch fehlte musste sie auch im nächsten Winter auf Starts im Weltcup verzichten und den schweren Weg über zahlreiche Europacup-Rennen, FIS-Rennen und NorAm-Cup-Rennen gehen. Doch dort zeigte sie dann durchgehend, dass sie in den Weltcup gehörte und durfte 2001/2002 wieder im Konzert der Großen mitmischen.

'Winstar of the Race Award'
Im olympischen Jahr konnte 'Gen' trotz hohen Startnummern überzeugen. Sie gewann gleich drei Mal den 'Winstar of the Race Award', der an die Läuferin vergeben wird, die mit einer höheren Startnummer als 45 startet und unter die Top 15 fährt. Das gelang ihr vor allem in St. Moritz äußerst eindrucksvoll, als sie mit Nummer 64 auf den achten Rang nach vorne 'preschte'. Zudem wurde sie 'Rookie of the Year', also beste Nachwuchsläuferin, und wurde besonders in Berchtesgaden gefeiert, als sie Dritte wurde und so ihren ersten Podestplatz erreichen konnte. Dieser ist besonders hervorzuheben, weil sie mit Startnummer 46 ins Rennen ging und ihr am Ende nur elf Hundertstel auf die Siegerin Michaela Dorfmeister fehlten. Auch bei den Olympischen Spielen überzeugte Simard mit einem siebten Rang in der Kombination.

2002/03 Vierte bei der WM
Nachdem die Saison Höhen und Tiefen für Simard bereitgehalten hatte mit vielen Platzierungen unter den Top 30, aber ohne Top Five Ränge, fuhr sie mit gemischten Gefühlen und Erwartungen zur WM nach St. Moritz. Am Ende sprang jedoch ein sehr guter, aber natürlich undankbarer vierter Platz für sie heraus. Es fehlten ihr knapp drei Zehntel zum Sprung in die Medaillenränge.

Erster Weltcup-Sieg
Der Winter 2003/04 wird für Simard wohl unvergessen bleiben. Nachdem sie in den ersten acht Rennen nicht über einen 14. Rang hinaus kam, war die Saison eigentlich schon so gut wie abgeschrieben. doch dann erwischte sie ein Leistungshoch der ersten Güteklasse. Zunächst zeigte sie in Veysonnaz Kampfgeist und fuhr sich auf einen sechsten Rang im Super-G, bevor sie in Cortina d´Ampezzo einen Traumlauf hinlegte, die Konkurrenz quasi düpierte und mit großem Vorsprung ihren ersten Weltcup-Sieg feierte. Nur Maria Riesch und Hilde Gerg konnten einigermaßen Paroli bieten, der Rest der Weltspitze konnte nicht mithalten. Bleibt die Frage offen, wie Simard in den kommenden Jahren in der Lage sein wird solche Traumläufe zu wiederholen.

Ganz stark im Riesenslalom
Erstaunlich stark war Simard in der Saison 2004/2005 im Riesenslalom. Sie schaffte nicht nur einen zweiten Rang in Santa Caterina, sondern war auch in einigen anderen Rennen unter den ersten zehn zu finden. Dies brachte ihr den fünften Rang in der Riesenslalom-Wertung ein, was gleichbedeutend mit dem besten Resultat ihrer Karriere war. In den Speed-Disziplinen war allerdings ein wenig der 'Wurm' drin, konnte die Kanaderin doch keinen Top Ten-Platz dort erreichen.

Im Riesenslalom absolute Weltspitze
Auch im Olympia-Jahr 2005/2006 erzielte Simard starke Leistungen im Riesenslalom. So war sie im Weltcup in dieser Disziplin zweimal auf dem Podest zu finden und belegte in der Endabrechnung im Riesenslalom den fünften Rang. Diese Platzierung schaffte die Kanadierin dann auch beim absoluten Höhepunkt der Saison, den Olympischen Winterspielen von Turin. Dort fehlten ihr lediglich vier Zehntel Sekunden zum Gewinn der Bronzemedaille. Dennoch konnte man im Lager von Simard mit jener Saison durchaus zufrieden sein.

Rückschlag nach Knie-OP
Doch die Saison sollte auch Simards erfolgreichste bleiben. Nach mehreren Verletzungen schaffte sie im Januar 2007 noch einmal einen vierten Platz in ihrem Lieblingsort Cortina. Die folgende Saison verpasste die Kanadierin ganz und versuchte mit einigen Rückschlägen danach, wieder Anschluss an die Weltspitze zu finden. Als das nicht gelang, erklärte sie am 21. Januar 2010, erneut in Cortina, ihren Rücktritt vom Skisport.

Steckbrief:
Geboren: 05.11.1980 in Montreal
Nation: Kanada
Größe: 168 cm
Gewicht: 70 kg
Web: www.gensimard.com

Erfolge:
Ihr Weltcup-Debüt gab 'Gen' im Jahre 1998, es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): SG (20), GS (5)
2002 in Salt Lake City (USA): SG (18), K (7)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (26), GS (8)
2003 in St. Moritz: GS (DNF), SG (4), DH (27), K(14)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): GS (26), SL (DNF)

Weltcup:
5. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2005, 2006
Ein Weltcup-Sieg
insgesamt fünf Podestplätze