Die Kanadierin Allison Forsyth wurde am 14.10.1978 in Nanaimo geboren. Ihre ersten offiziellen FIS-Rennen bestritt sie in der Saison 1994/95, dort noch recht unentschlossen, auf welche Disziplinen sie sich konzentrieren sollte.
Zunächst fuhr sie nur Rennen auf ihrem Kontinent, bis sie 1997/98 ihre erste längere Europatournee startete und mehrere Europacup-Rennen und FIS-Rennen bestritt. Und es stellte sich heraus, dass Forsyth vor allem im Slalom und Riesenslalom mit den Europäerinnen gut mithalten konnte.

Zweimal Pech bei der Junioren-WM
Einige gute Resultate im Europa-Cup ließen das Selbstbewusstsein der damals 19-Jährigen steigen. Bei der Junioren-WM in Megeve wollte Forsyth um eine Medaille mitfahren. Und das tat sie dann gleich zwei Mal, doch wurde sie zwei Mal nur Vierte. Jeweils nur um wenige Zehntel Sekunden wurde sie des dritten Platzes verwiesen, im Slalom von der heutigen Spitzen-Athletin Anja Pärson.
Forsyth war gut gerüstet für den Einstieg in den Weltcup. Anfang der Wintersaison 1998/99 bestritt sie das Riesenslalom-Rennen in Park City, wurde 24. und feierte somit einen gelungenen Einstand. In den nächsten anspruchsvollen Rennen in Europa jedoch fand sie nicht so Recht den Rhythmus und konnte sich in sieben von acht Rennen nicht für den zweiten Lauf qualifizieren.

Form bei der WM in Vail wiedergefunden
Kaum wieder in Nordamerika angekommen, zur WM in Vail, konnte die rundum sportlich veranlagte Forsyth in ihren beiden Rennen eine sehr gute Leistung zeigen. Sie belegte die Ränge 16 und 10, vor allem im Slalom überzeugte sie beim sensationellen Sieg der Australierin Stegall als beste Kanadierin und war nur eine halbe Sekunde von einer Medaille entfernt.
In der nächsten Saison, im Auftaktrennen in Tignes, konnte Allison auch endlich einmal in Europa gute Leistungen konstant über zwei Läufe zeigen. Ein fünfter Platz im Riesenslalom war der bisher größte Erfolg ihrer Karriere, knapp zwei Wochen nach ihrem 21. Geburtstag. Und auch die folgenden Rennen liefen sehr gut für die nur 1,59 Meter 'kleine' Forsyth. Sie schaffte es, zwei zweite Plätze zu erreichen, in Lienz und Cortina d´Ampezzo. Das Kraftpaket zeigte ihre Stärken im Stangenwald und verpasste ihren ersten Weltcup-Sieg wiederum nur knapp.

Zum Sieg reicht es wieder nicht
Auch in der folgenden Saison 2000/2001 ging Forsyth forsch zur Sache. Allein gegen Europa war das Motto des Riesenslaloms in Cortina, als sie Zweite wurde und vor ihr eine, hinter ihr 18 Europäerinnen platziert waren. Als Medaillenhoffnung der Kanadierinnen fuhr sie zur WM in St. Anton, konnte aber 'nur' einen sechsten Rang belegen, enttäuscht war sie jedoch keineswegs, wieder war sie mit Abstand beste Nicht-Europäerin.
Als die ehrgeizige Forsyth im Novemer 2001 wieder einaml Zweite wurde, fand sie das wohl nicht mehr unwichtig. Der Sprung nach ganz oben wollte ihr einfach nicht gelingen, diesmal war Andrine Flemmen nicht zu schlagen. Doch Forsyth bekam keineswegs einen Einbruch, sie fuhr weiter erfolgreich Slalom und Riesenslalom und fightete in jedem Rennen um gute Platzierungen.

2002/2003 eigentlich ein verkorkstes Weltcup-Jahr
Im Weltmeisterschaftsjahr 2003 konnte Forsyth nicht überzeugen und fuhr ohne große Hoffnungen zur WM in der Schweiz. Aber bei dem souveränen Sieg von Anja Pärson erwischte Forsyth einen super Tag und holte sich verdient die Bronzemdaille. Es war die WM der Kanadierinnen und der größte Erfolg von Forsyth in ihrer Karriere, denn auf einen Weltcup-Sieg wartet sie immer noch.

Endlich mal wieder auf dem Podium
Nach dem Gewinn des Edelmetalls musste die Kanadierin zunächst einmal eine kleine Durststrecke hinter sich bringen. Im Weltcup lief es weiterhin nicht nach Wunsch und in der Saison 2003/2004 war ein achter Platz ihr bestes Resultat. Doch im Januar 2005 platzte endlich einmal wieder der Knoten und Forsyth fuhr mit einem Traumlauf im zweiten Durchgang des Riesenslaloms in Santa Caterina auf das Podest. Umso schöner machte dieser Erfolg die Tatsache, dass mit Genevieve Simard eine zweite Kanadierin mit ihr als Zweite auf dem Podium stand.

Startschwierigkeiten und Verletzungspech
Schon zu Beginn des Winters 2005/2006 hatte Allison Forsyth hart mit sich zu kämpfen, da sie über einen elften Rang hinaus kam. Die Leistungen des Vorjahres waren in weite Ferne gerückt. Erst durch einen vierten und achten Rang bei den Weltcups in Italien und Deutschland keimte erneut Hoffnung auf. Doch als es gerade wieder aufwärts ging, kam für die Kanadierin das Saison-Aus auf der Olympiastrecke mit einem schlimmen Trainingssturz, der einen Kreuzbandriss im linken Knie zur Folge hatte.

Wenn gut, dann gut
"Ich liebe Kompetenz. Einfach die Idee mich selbst in einem Elite-Sport durchzusetzen treibt mich voran." Forsyth braucht keine Motivation von außen, findet ihren Ansporn allein in sich selbst. Hinzu kommt harte Arbeit und ein glückliches Privatleben mit ihrem französischen Ehemann Jean-Francois Jond. 2002 heirateten die beiden schnell zwischen den Sommer-Trainings.

Kein Comeback für Forsyth
Nach einer langen Phase der Rehabilitation musste sich Forsyth 2008 vom aktiven Rennsport verabschieden. Die Verletzung von Turin konnte sie nie überwinden. "Ich habe immer an meine Ziele geglaubt, aber es wurde irgendwann klar, dass die Ziele und die Realität zu weit auseinander lagen," schloss die dann 29-Jährige und erklärte am 18. Juni 2008 offiziell ihren Rücktritt.

Steckbrief:
Geboren: 14.10.1978 in Nanaimo
Nation: Kanada
Heimatverein: Mt. Washington
Größe: 165 cm
Gewicht: 62 kg

Erfolge:
Debüt gab sie im Jahre 1988, es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): GS (7), SL (DNF)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): GS (DNF), SG (DNF)
2003 in St. Moritz: GS (3), SL (30)
2001 in St. Anton (AUT): GS (6), SL (DNF)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): GS (16), SL (10)

Weltcup:
5. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2000
Fünf Podestplatzierungen