Die Norwegerin Andrine Flemmen, Mitte der neunziger Jahre eine Super-G Spezialistin, hat nach und nach ihren Rhythmus im Weltcup gefunden. Heute gilt die 26-Jährige als eine der besten im Riesenslalom auf der Tour und ist immer für Weltcup-Punkte gut.

Der Knoten platzte in der Saison 1998/99
Die Initialzündung war sicherlich der überraschende Erfolg in Sölden in der Saison 1998/99, wo sie den Riesenslalom für sich entscheiden konnte und damit sogar die damalige Top-Favoritin, Alexandra Meissnitzer, hinter sich ließ. Der Erfolg bedeutete für die 171 cm große Norwegerin gleichzeitig auch den ersten Sieg in einem technischen Rennen.

WM-Silber in Vail
Danach schaffte sie es noch vier weitere Male auf das Siegertreppchen der besten drei in einem Riesenslalom und schloss die Weltcup-Saison als Dritte ab. Bei den Weltmeisterschaften in Vail 1999 wurde sie schließlich Zweite hinter Meissnitzer und sorgte somit für die erste Medaille Norwegens im Riesenslalom bei einer Weltmeisterschaft überhaupt.

In Nagano mehr ausgerechnet
Nachdem die Resultate vor den Olympischen Spielen in Nagano 1998 stimmten - immerhin Platz 4 bei der Generalprobe in Bormio - hatte sich Flemmen natürlich auch in Japan Chancen auf Edelmetall ausgerechnet. Doch zeigte sich die Konkurrenz zu stark und sie beendete die Spiele mit einem 10. Platz.

Ein Energiebündel
Geboren und aufgewachsen in Molde, wo ihr Vater heute noch eine Tankstelle betreibt, stand sie als kleines Kind zunächst nur auf Langlaufskiern, entdeckte dann aber im Alter von 7 Jahren doch den alpinen Sport für sich.
Und wie auf der Piste, so ist Andrine Flemmen auch privat ein Energiebündel, das sich auch in der Freizeit am liebsten bei Sportarten wie Squash, Snowboard und Aerobic austobt.

Nächster Weltcupsieg
Nach einem durchwachsenen Winter 2000/2001, lediglich zwei Top Ten Platzierungen sprangen heraus, konnte Flemmen dann im folgenden Jahr wieder einen Erfolg feiern. Beim zweiten Riesenslalom der olympischen Saison 2001/2002 stellte sie in Copper Mountain unter Beweis, dass sie immer noch Siege einfahren konnte. Mit zwei tollen Durchgängen und sensationellen 2:23.81 Minuten verwies sie die heiß gehandelten Favoriten Allison Forsyth (CAN) und Sonja Nef (SUI) auf die Plätze.

Eine von Dreien
Der Riesenslalom zum Saison-Auftakt 2002/2003 in Sölden schrieb Geschichte. Und Andrine ist ein Teil dieser Sensation. Zusammen mit Nicole Hosp (AUT) und Tina Maze (SLO) stand sie am Ende als Siegerin auf dem Podest - einzigartig in der Geschichte des Weltcups - dreimal Bestzeit!!

Keine vordere Platzierung mehr
Nach dem Erfolg von Sölden konnte Flemmen allerdings bis dato keine vordere Platzierung mehr erreichen. Das beste Resultat war noch ein sechster Rang beim Weltcupfinale 2003 in Lillehammer. In der Saison 2003/2004 gelang ihr als bestes Resultat ein siebter Platz beim Riesenslalom von Lienz. Vielleicht kann die Norwegerin in ihrer Karriere ja noch das eine oder andere gute Resultat herausfahren. Zu gönnen wäre es ihr.

Karriereende ohne Highlight
Mit ihren einzigen Pünktchen aus dem Riesenslalom zum Saisonauftakt in Sölden verlässt Andrine Flemmen zum Ende des Olympiawinters den Ski-Zirkus. Nachdem es mit Olympia nicht geklappt hatte, bestritt sie bei den norwegischen Meisterschaften in Narvik ihr letztes Rennen. Sie verabschiedet sich mit drei Weltcupsiegen und einer WM-Silbermedaille aus ihrer Karriere.

Steckbrief:
Geboren: 29.12 1974 in Molde
Nation: Norwegen
Heimatverein: Rival Molde Ski Club
Größe: 171 cm
Gewicht: 65 kg
Hobbies: Squash, Snowboarden, Aerobic

Erfolge:
Ihre ersten Weltcuppunkte holte sie im Jahre 1995, als sie beim Super-G in Flachau 25. wurde - jetzt wollen wir einen kurzen Blick in ihren Karrierespiegel werfen. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): GS (DNF)
1998 in Nagano (JPN): GS (10), SL (DNF)

Weltmeisterschaft:
2003 in St. Moritz (SUI): GS (9)
2001 in St. Anton (AUT): GS (12)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): GS (2), SL (4)
1997 in Sestriere (ITA): GS (10)

Weltcup:
3. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 1999
9. Platz Weltcup-Gesamtwertung 1999
insgesamt drei Weltcupsiege