Die ehrgeizige und lebenslustige Französin Laure Pequegnot feierte ihr Weltcup-Debüt im Novemer 1994 in Park City und erreichte bei dem Slalomrennen mit dem 20. Platz somit auf Anhieb die Punkteränge. Doch die nächsten zwei Jahre verging ihr die Lust am Skisport, es reichte einfach noch nicht zu guten Platzierungen, selbst im Europacup war sie nur Mitfahrerin und so gelang ihr erst im Jahr 1997/1998 der Durchbruch.

Slalom ist ihr Metier
Mit drei Siegen bei FIS- und Europacuprennen startete sie in den Winter. Und auch als sie dann als Mitglied der französischen Nationalmannschaft wieder Weltcup-Rennen bestreiten durfte, konnte sie ihren Aufwärtstrend bestätigen. Fünf mal fuhr sie unter die Top 20, in Bormio verpasste sie beim Sieg von Hilde Gerg den Sprung auf das Treppchen um lediglich 0,13 Sekunden. Weitere Siege bei den nationalen Meisterschaften und bei einem FIS-Rennen steigerten ihr Selbstbewusstsein.
Doch das Durchdringen bis zur Weltspitze wollte ihr nicht so recht gelingen. Das nächste auffällige Ergebnis erreichte die Hobby-Köchin erst beim Weltcup-Slalom 2001 in Flachau, als sie ihr Potenzial endlich auch einmal im Rennen abrufen konnte und Zweite hinter der überragenden Janica Kostelic wurde.

Überragende Saison 2001/2002
Pequegnot, die schon im Winter davor einen Aufwärtstrend zeigte, gelang 2001/02 eine Traumsaison. Zwar startete sie mit einem schwachen Rennen in Sölden, welches aber als Riesenslalom auch nicht ihre Spezialität war, doch in Copper Mountain gelang ihr der erste Streich. Sie feierte ihren ersten Weltcup-Erfolg, ließ Sponring und Raich hinter sich und übernahm die Führung in der Slalom-Wertung, die sie bis zum Schluss der Saison nicht mehr abgab. Doch nach dem Tod von Regine Cavagnoud konnte der Triumph in den USA nicht wirklich gefeiert werden. "Regine war das ganze Rennen über bei mir", sagte sie hinterher. "Im zweiten Lauf hatte sich mein Helm gelockert und das machte mir große Sorgen. Aber ich dachte daran, wie Regine immer den Launen des Schicksals widerstanden hatte und gab noch einmal alles. Und es hat gereicht."
Einem dritten Rang in Maribor folgten weitere Erfolge in Saalbach-Hinterglemm und Are. Und als ob die Französin, die sich nebenbei auch für humanitäre Hilfe engagiert, vor der Saison einen Pakt mit dem Siegertreppchen geschlossen hatte, gewann sie bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City nach hartem Kampf mit der Goldmedaillengewinnerin Janica Kostelic die Silbermedaille.

Bronzemedaille in Bormio
In den letzten Jahren konnte Pequegnot noch zwei zweite Plätze bei Weltcup-Rennen erreichen. Nach den erreichten Erfolgen belegte sie 2003 Platz Sechs und 2004 Platz Zwölf in der Slalom-Disziplinenwertung. Bei der WM 2005 in Bormio konnte die Französin zwar im Slalom nicht glänzen, trug jedoch zum Gewinn der Bronzemedaille Frankreichs im Teamwettbewerb bei.

Mäßige Saison - Achte im Slalomweltcup 2005/2006
Mit dem vierten Rang im Slalom zu Beginn der Saison in Aspen gelang der Französin im olympischen Winter ihr bestes Weltcupergebnis. Es folgten zwar weitere Platzierungen unter den ersten Zehn, aber beim Olympiaslalom in Sestriere musste sie eine Disqualifikation hinnehmen. Bei den skandinavischen Weltcups in Are und Levi sank ihre Leistungskurve weiter. Dennoch konnte sie den Slalomweltcup als Achte beenden.

Der Panther
Laure, die Starterin der 'Equipe-Tricolore', lässt ihre Skier bis zum Maximum gleiten, Körper und Skier bilden eine Einheit. Sie liebt die instinktive Fahrweise, ohne Nachdenken zu müssen: Geschmeidig, schnell und kraftvoll tanzt sie zwischen den Slalomstangen daher. 'Laurette' hatte trotz intensiven Trainings ein 'Dauer-Problem': Ihr fehlte die nötige Kondition. Gerade im unteren Streckenabschnitt büßte sie oft ihre gute Zwischenzeit ein.
Doch sie hat ihr ungestümes Temperament von einst längst gebändigt. Mittlerweile betreibt sie ihren Sport professioneller, hat in jeglicher Hinsicht ihre Ausdauer trainiert. "Ich bin ins Reine mit mir gekommen, konzentriert auf den Punkt", so die Französin.

Steckbrief:
Geboren: 30.09 1975 in Echirolles
Nation: Frankreich
Heimatverein: S.C. Alpe d'huez
Größe: 168 cm
Gewicht: 63 kg
Hobbies: Sport, Einkaufen, Zimmerdekoration, Kochen
Web: http://www.pequegnot.com

Erfolge:
Werfen wir einen kurzen Blick in den Karrierespiegel der Slalomspezialistin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): SL (DSQ1)
2002 in Salt Lake City (USA): SL (2), GS (33)
1998 in Nagano (JAP): SL (DNF)

Weltmeisterschaften:
2005 in Bormio (ITA): Team (3), SL (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): SL (7)
2001 in St. Anton (AUT): SL (DNF)
1999 in Vail (USA): SL (DNF)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Siegerin im Slalom 2002
Weltcup-Disziplinen-Fünfte im Slalom 2001
insgesamt drei Weltcup-Siege, acht Podestplatzierungen