Sabine Egger vom Skiclub Petzen in Kärnten war seit 1994 im Weltcup aktiv. Damals stieg sie mit 16 Jahren in das Konzert der Großen ein und zeigte gleich in ihrem zweiten Rennen eine Top-Leistung. Sie wurde beste Österreicherin im Slalom im langjährigen Weltcuport Sestriere und belegte dort den vierten Rang. Um einen Wimpernschlag verpasste die in Globasnitz geborene Egger den Sprung auf's Treppchen, der ihr als eine der jüngsten Fahrerinnen aller Zeiten gelungen wäre.

Schnell im Weltcup etabliert
Nachdem sie in der Saison 1995/1996 zunächst noch einige Weltcup-Rennen im ÖSV-Dress bestreiten durfte, zwar auch einige Punkteränge erreichte, aber oftmals ausschied, entschieden sich die Trainer, sie Rennen im Europacup fahren zu lassen, damit sie dort Erfahrung sammeln konnte. Dass dies eine unglückliche Entscheidung der Verantwortlichen war bewies die junge Egger bei der Junioren-WM in Schwyz und bei den nationalen Meisterschaften in Soell und Innerkrems. In ihrer Spezialdisziplin, dem Slalom, wurde sie Dritte bei der Junioren-WM und zweimal österreichische Meisterin, wobei sie ihre Konkurrentinnen jeweils klar distanzierte.
Im Winter 1996/97 wurde Egger dann wieder in den Rennen des Weltcups eingesetzt und zeigte schnell, dass sie dort auch hingehörte. Sie bestritt zwar nur wenige Rennen, konnte aber, wenn sie ins Ziel kam, immer Plätze unter den besten Zehn erreichen. Höhepunkt war der Slalom in Mammoth Mountain, bei dem sie als 19-Jährige ihren ersten Podestplatz einfahren konnte und hinter Pernilla Wiberg Zweite wurde.

Absolute Konzentration auf den Slalom
Egger ist eine derjenigen Fahrerinnen, die früh erkannt haben, dass sie in einer bestimmten Disziplin Stärken besitzen und sich deshalb auf diese spezialisieren. Bei Egger ist dies der Slalom, mit ein paar Ausnahmen bestritt sie in ihrer bisherigen Karriere nur Rennen in der Technikdisziplin und fuhr lange Jahre sehr gut damit. 1997/98 fuhr sie nur 17 Rennen, erreichte einen Podestplatz (Dritter Rang in Are) und fuhr acht mal unter die Top Ten.
Auch ein fünfter Rang in Nagano bei den Olympischen Spielen bestätigte den Trend von Egger, sich erfolgreich als Spezialistin heraus zu kristallisieren.
Sehr interessant war dann die folgende Saison von Egger zu beobachten. Bei allen Slalom-Rennen fuhr sie unter die Top Ten, gewann in Berchtesgaden ihren ersten Weltcup (mit einer Hundertstel Sekunde Vorsprung!) und den Disziplinen-Weltcup des Slaloms, ohne diesen jedoch dominiert zu haben. Die Konstanz zeichnete Egger aus, der Erfolg war der Lohn für das schlaue Verhalten im Stangenwald. Gerade aus diesem Grund ist die Tatsache, dass sie bei fünf ihrer sechs Riesenslalom-Rennen keine Punkte einfahren konnte, erstaunlich.

Weitere Highlights
Der sportliche Höhepunkt der folgenden Jahre für Egger war der Sieg beim Slalom in Lienz kurz vor dem Millennium. Doch von diesem Zeitpunkt an waren die Konstanz und die vielen vorderen Platzierungen nicht mehr der Alltag bei Egger. Nachdem sie in St. Anton 2001 bei der WM die Bronzemedaille knapp verpasst hatte verlor sie den Anschluss an die kraftvollen Fahrerinnen wie Pärson oder Kostelic und konnte erst 2003/2004 mit dem zwölften Platz des Slalom-Weltcups ihre Formkurve wieder stabilisieren.

Rücktritt im Mai 2005
Egger konnte in der WM-Saison wieder mit einigen guten Rennen überzeugen und wie z.B Rang sechs in Aspen als bester Platzierung. Am Ende der Saison gab Egger dann allerdings ihren Rücktritt bekannt.

Steckbrief:
Geboren: 22.04.1977 in Globasnitz
Nation: Österreich
Größe: 174 cm
Hobbies: Musik
Web: www.sabine-egger.at

Erfolge:
Werfen wir einen kurzen Blick in den Karrierespiegel der Slalomspezialistin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
1998 in Nagano (JAP): SL (5)

Weltmeisterschaften:
2003 in St. Moritz (SUI): SL (9)
2001 in St. Anton (AUT): SL (4)
1999 in Vail (USA): SL (DNF)
1997 in Sestriere (ITA): SL (DNF)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Siegerin im Slalom 1999
insgesamt zwei Weltcupsiege, acht Podestplatzierungen