Die Tour de France ist neben der vor kurzem beendeten Europameisterschaft der Fußballer und den anstehenden Olympischen Spielen das Top-Sportereignis dieses Sommers. Die Fahrer haben die Pyrenäen gerade hinter sich gelassen und Lance Armstrong hat wieder mal seine Ausnahmestellung bewiesen. Die 2b-Sportredaktion befragte Stars aus dem Ski-, Mountainbike- und Klettersport zu ihren Eindrücken zur diesjährigen Tour.

Sports2b: Verfolgst Du die Tour de France und teilst die Radsport-Begeisterung der Deutschen?
Maria Riesch (Skirennläuferin): Direkt im Fernsehen verfolgen tue ich es nicht, aber natürlich informiere ich mich über Zeitungen und Videotext über den Stand der Dinge.
Marc Hanisch (Mountainbiker): Ja, klar!
Rolf Majcen (Ski-Bergsteiger): Ich schaue wann immer es geht. Ich bin selbst begeisterter Radfahrer und mit dem Radrennsport habe ich auch meine ersten Wettkämpfe begonnen.
Andreas Bindhammer (Sportkletterer): Sofern mir Zeit bleibt, fern zu sehen, verfolge ich den Tour-Verlauf.
Meistens bleibt es aber bei Informationen aus der Bericht-erstattung in den Radio-News während der Autofahrt. Mich faszinieren die Leistungen der Sportler, aber mir mangelt es an Zeit, die Tour ausführlicher zu verfolgen.

Sports2b: Glaubst Du Jan Ullrich kann Lance Armstrong in den Bergen gefährden?
Maria Riesch (Skirennläuferin): Ich hoffe es! Jan Ullrich drücke natürlich mehr die Daumen und ich glaube auch, dass er dem Lance Armstrong in den Bergen auf die Pelle rücken wird.
Marc Hanisch (Mountainbiker): Jan ist der beste Fahrer nach Armstrong, das hat er schon oft bewiesen. Lance ist in diesem Jahr allerdings stärker wie 2003. Er muss also einen großen Fehler machen, um den Sieg noch abzugeben - aber die Tour ist noch lang... Hamilton ist für Platz 2 oder 3 gut genug!
Rolf Majcen (Ski-Bergsteiger): Beide sind sicher absolute Sieg-Anwärter. Dennoch tippe ich auf Mancebo.
Andreas Bindhammer (Sportkletterer): Das Duell zwischen den beiden fand ich in den letzten Jahren immer sehr spannend. Jan Ulrich wird dieses Jahr sicher alles geben, um noch einmal einen Toursieg zu holen.

Sports2b: Was traust Du Erik Zabel zu, kann er das Grüne Trikot des Sprint-Besten wieder für sich gewinnen?
Maria Riesch (Skirennläuferin): Ja, das traue ich ihm auf alle Fälle zu. Aber es ist ja wie in jeder anderen Sportart auch: man weiß nie, was noch alles passiert...
Marc Hanisch (Mountainbiker): Erik ist der Sprinter der am besten über die Berge kommt - hoffentlich wieder in grün in Paris. Rolf Majcen (Ski-Bergsteiger): Erik Zabel ist für mich ein echtes Phänomen. So lange schon dabei, mit ihm muß man immer rechnen. Auf die Leistung von Robbie McEwen bin ich auch gespannt.
Andreas Bindhammer (Sportkletterer): Ja, mit Erik Zabel dürfte auch dieses Jahr wieder zu rechnen sein, auch wenn ich seine bisherigen Leistungen in diesem Jahr nicht verfolgt habe.

Sports2b: Bekommst Du selber feuchte Hände und zitterst mit, wenn Du zuschaust - auch weil Du die Qualen nachvollziehen kannst?
Maria Riesch (Skirennläuferin): Also, ich muss sagen,
ich bewundere diese Sportler sehr - jeden, von denen, die da mitfahren. Vor allem, wenn man bedenkt, was das für eine Plagerei ist und wenn du nicht ganz vorne dabei bist, dann verdienst du ja nicht mal wirklich viel Geld.
Marc Hanisch (Mountainbiker): Drei Wochen Rundfahrt sind kein Kinderspiel - Hut ab vor den Jungs. Ich bin froh dass ich "Schlammtreter" bin.
Rolf Majcen (Ski-Bergsteiger): Klar, besonders bei den Bergetappen bin ich voll fasziniert, das sind super Wettkämpfe!
Andreas Bindhammer (Sportkletterer): Ich bin zu weit von dieser Sportart entfernt, als dass ich mir solche Belastungen auf Körper und Psyche vorstellen könnte - aber der Kampf der Sportler, vor allem zum Ende der Tour geht einem schon nahe.

Sports2b: Als Outdoor-Sportler bist Du, wie die Radfahrer in Frankreich, Wind und Wetter ausgesetzt. Trainierst Du speziell den Umgang mit den Bedingungen oder nimmst Du es so wie es kommt?
Maria Riesch (Skirennläuferin): Es kommt eigentlich eh während der Vorbereitung zu allen möglichen Wettersituationen, so dass man das ja automatisch beim Training schon mit drin hat, aber direkt wetterbezogen trainieren wir eigentlich nicht.
Marc Hanisch (Mountainbiker): Bin 'Schönwetterfahrer' - sonst werden die weißen Trikots schmutzig!
Rolf Majcen (Ski-Bergsteiger): Ich trainiere unter guten Bedingungen, um die Gesundheit nicht zu gefährden. Es reicht mir, wenn´s beim Wettkampf Schlechtwetter gibt. Kraft und Ausdauer hole ich mir beim Treppensteigen über die 800 Stufen im Wiener Donauturm oder im Fitnesstudio - da ist das Wetter egal.
Andreas Bindhammer (Sportkletterer): Man muß immer auf alles vorbereitet sein und es nehmen, wie´s kommt - und
fairerweise haben ja alle die gleichen Bedingungen...

Die 2b-Sportredaktion bedankt sich bei allen Stars, die an der Befragung teilgenommen haben, wünscht ihnen noch viel Spaß bei der Tour de France 2004 und viel Erfolg bei den kommenden Wettkämpfen.