Lindsey Vonn zählt seit einigen Jahren zu den besten Skirennläuferinnen der Welt. 2004 ging ihr Stern langsam auf, als sie die jüngste Fahrerin unter den Top 30 der Gesamtweltcup-Wertung war - damals noch als Lindsey C. Kildow.

Ihre Anfänge
Die ersten Schwünge fuhr Lindsey auf dem Buck Hill, als sie drei Jahre alt war. Bereits mit sieben bestritt sie Rennen unter dem international renommierten Coach Erich Sailer. Mit Hilfe vom früheren U.S. Mannschaftscoach Chip Wood und Reid Phillips begann sie frühzeitig Abfahrts- und Super-G-Fähigkeiten zu entwickeln. Bereits 1999, mit 15 Jahren, feierte sie Siege und Podestplätze beim Nor-Am-Cup und in FIS-Rennen.

Weltcup-Debüt mit 16
Kurz nachdem sie ihren 16. Geburtstag gefeierte hatte, durfte Lindsey C. Kildow ihr erstes Rennen bei den Profis absolvieren. In Park City fuhr sie den Slalom, zahlte zwar Lehrgeld, doch konnte sich bei den 'Großen' schon mal als zukünftige Konkurrentin vorstellen. In der gleichen Saison gelang es ihr als Jungspund einen fünften und einen vierten Platz bei den nationalen Meisterschaften einzufahren. Ihre ersten Weltcup-Punkte konnte Kildow 2001 in Val d'Isere erreichen, als sie den Super-G als 26. beendete und dabei Namen wie Pärson, Street oder Häusl hinter sich ließ.

Vielseitigkeit bei Olympia unter Beweis gestellt
Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City folgte dann der Beweis für das Talent der damals 17-jährigen Fahrerin. Sie konnte einen sechsten Rang bei der Kombination erreichen und gilt seitdem als hoffnungsvollstes Skitalent der USA. Trotz des guten Platzes war ihr der komplette Zugang zum Weltcup immer noch verwehrt. Als so junge Fahrerin sollte sie sich zunächst, wie jede Skifahrerin im Weltcup vor ihr auch, durch den Europacup kämpfen. Dort fuhr sie zweimal auf's Treppchen und schnitt auch bei den FIS-Rennen überdurchschnittlich ab. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Puy Saint Vincent verpasste sie den Titel in der Abfahrt nur um sieben Hundertstel und musste lediglich Tamara Wolf aus der Schweiz den Vortritt lassen.

Noch viele erfolgreiche Jahre vor sich
Lindsey konnte sich im Winter 2003/2004 dann endlich voll auf den Weltcup konzentrieren und wurde auf Anhieb 30. in der Gesamtwertung. Drei herausragende Ergebnisse fuhr sie ein. Einen fünften und einen dritten Platz in Cortina d'Ampezzo in den Abfahrten ließen sie an ihrem ersten Sieg bei den Profis schnuppern. Ein sechster Rang beim Super-G in Haus unterstrich ihre Ansprüche für die nächsten Jahre. Als Abschluss der Saison wurde Kildow doppelte amerikanische Landesmeisterin und wurde zudem wieder Zweite bei den Junioren-Weltmeisterschaften in der Abfahrt (hinter Maria Riesch).

Weltspitze in den Speed-Disziplinen
Seit der Saison 2004/2005 hat sich Kildow in die absolute Weltspitze vorgefahren. Ihrem ersten Sieg bei der Abfahrt in Lake Louise 2004 ließ sie fünf weitere Podiumsplätze folgen und kämpfte damit lange aussichtsreich um die Kristallkugeln in den Disziplinen Abfahrt und Super-G. Bei der Weltmeisterschaft in Bormio hat es leider nur zu zwei undankbaren vierten Plätzen gereicht.

Von der Speed-Spezialistin zur Allrounderin
Mit zwei Siegen in der Abfahrt und einem im Super G, weiteren Podiumsplätzen sowie guten Resultaten im Slalom kann Lindsey Kildow auf eine erfolgreiche Saison 2005/2006 zurückblicken. Lediglich bei den Olympischen Spielen hat sie mit nur zwei Top Ten Platzierungen ihre guten Vorleistungen nicht ganz bestätigt. Doch die beiden Siege im FIS-Riesenslalom im neuseeländischen Coronet Peak im August 2006 lassen auf eine vielversprechende Saison hoffen.

Zwei Medaillen bei der WM 2007
In der Saison 2006/2007 konnte Lindsey zwei Medaillen bei der Weltmeisterschaft in Are erringen und zwar in der Abfahrt und im Super-G. Dort schaffte sie jeweils die Silbermedaille. Doch dann verletzte sie sich und musste den Rest der Saison aussetzen. Vorher konnte sie neben den Medaillen auch drei Weltcup-Siege erringen.

Lindsey privat
Lidsey Kildow spricht neben Englisch sehr gut Deutsch. Sie ist sehr gerne Sushi und, oh Wunder, Schokolade. Ihr Lieblingsfilm ist Gladiator mit Russell Crowe und auch auf Tom Cruise fährt sie ab. Ihre Lieblingsmusik ist Pop, Rap und R&B. Im Sommer 2007 heiratete sie Thomas Vonn und geht seitdem als Lindsey Vonn an den Start.

Sieg in Lake Louise
Gleich beim ersten Speed-Rennen der Saison 2007/2008 setzte Lindsey Vonn dann den ersten Höhepunkt und siegte bei der Abfahrt in Lake Louise im Dezember 2007 vor Renate Götschl aus Österreich. Was für ein perfekter Start für die US-Amerikanerin.

Gesamtweltcupsieg 2008
Durch den Gewinn der großen Kristallkugel im Gesamtweltcup und der kleinen im Abfahrtsweltcup wurde Lindsey Vonn zur alles überragender Athletin im Damenbereich dieser Saison. Alleine fünf der neun Abfahrtsrennen gewann sie teilweise mit deutlichem Abstand. Alle übrigen Abfahrtsrennen beendete sie konstant unter den ersten fünf. Am Ende standen diese Saison zehn Podiumsplätze auf ihrem Konto. Nach Rank sechs im Gesamtweltcup letztes Jahr wurde sie dieses Jahr zum Maß aller Dinge im Damenskisport.

Traumstart 2008/2009
Der Winter 2008 brachte einen Traumstart für Lindsey Vonn. mit guten Ergebnissen in den Riesenslaloms von Aspen und Sölden, einem völlig überraschenden Slalom-Sieg in Levi und dem Erfolg in der ersten Abfahrt der Saison in Lake Louise schwang sie sich zur Top-Favoritin auf die große Kugel auf. Auch bei der WM in Frankreich ließ sie sich nicht lange bitten und gewann im ersten Rennen gleich Gold im Super-G.

Doppel-Weltmeisterin und Gesamt-Weltcup 2009
In der WM-Abfahrt krönte sie sich dann zur neuen Speed-Queen und gewann nach dem Super-G auch dort. Lindsey Vonn demonstrierte so einmal mehr, dass sie im Winter 08/09 die schnellste Skirennläuferin auf der Welt war und deklassierte die Konkurrenz. Den krönenden Abschluss fand die Saison in Are. Mit ihrem insgesamt 21. Weltcup-Erfolg in der Abfahrt von Are sicherte sie sich zum zweiten Mal in Folge die große Kugel, auch in der Abfahrt und im Super-G war keine andere besser als Vonn.

Abfahrts-Gold in Vancouver
Auch dem olympischen Winter drückte Lindsey ihren Stempel auf. In den Speed-Dsiziplinen war die mittlerweile 25-Jährige das Maß der Dinge. So gewann sie die ersten fünf Abfahrten des Winters und schickt sich mit weiteren Top-Resultaten zum dritten Mal in Folge die große Kristallkugel nach Amerika zu holen. Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver beziehungsweise genauer gesagt in Whistler wurde sie in der Abfahrt ihrer Favoritenstellung gerecht und holte Gold.

Kugeln ohne Ende
Schon vor Olympia stand Lindsey Vonn als Siegerin des Super-G-Weltcups fest. Beim ersten Rennen nach den Winterspielen in Vancouver sicherte sich die Olympiasiegerin dann auch die kleine Kristallkugel in der Abfahrt. Mit dem sechsten Sieg im siebten Rennen lag sie bereits vor dem Weltcupfinale in Garmisch-Partenkirchen uneinholbar vor Maria Riesch. Da dritte Super-Kombination der Saison in Crans Montana dem Wetter zum Opfer fiel, gewann die 25-Jährige auch diese Disziplinwertung. Durch ihren 33. Weltcupsieg, den sie im letzten Super-G der Saison in Garmisch-Partenkirchen einfuhr, sicherte sie sich zum dritten Mal in Folge den Gesamtweltcup, sodass Vonn im olympischen Winter wieder stark abräumte.

Weiter auf Erfolgskurs
Die Saison 2010/2011 begann, wie die letzte geendet hatte: Vonn gewann vor allem in den Speed-Rennen, hatte aber in den technischen Disziplinen ihre Probleme. Im Gesamtweltcup gab es ein Duell mit der Deutschen Maria Riesch. Ausgerechnet kurz vor der WM 2011 legte ein Trainingssturz Vonn lahm: Kopfschmerzen, fehlendes Selbstvertrauen - die Topfavoritin konnte so nur eine Silbermedaille in der WM-Abfahrt gewinnen. Aber direkt nach der WM zeigte sie wieder ihre Stärke und gewann die Abfahrt in Are (SWE). Am folgenden Wochenende in Tarvisio hatte sie wieder Grund zu lachen: Sie sicherte sich vorzeitig drei Kristallkugeln in Super-Kombination, Abfahrt und Super-G.

Turbulenter Start in die Saison
Gleich zum Auftakt der Saison 2011/2012 machte Vonn deutlich, dass die die große Kristallkugel zurückhaben wollte. Sie gewann den Auftakt in Sölden und damit zum ersten Mal in ihrer Karriere einen Riesenslalom. In Aspen gab sie die Scheidung von ihrem Mann Thomas bekannt, in Lake Louise deklassierte sie die Konkurrenz mit drei Siegen beim Speed-Auftakt. Nach einer kurzen grippebedingten Schwächephase siegte Vonn wieder souverän in Cortina und in Garmisch-Partenkirchen konnte sie Anfang Februar ihren 50. Weltcupsieg bejubeln. Ohne Sieg sicherte sich Vonn wenig später in Sotschi die Abfahrts- und Super-Kombi-Kristallkugeln und ließ in Bansko im Super-G den nächsten Erfolg folgen. Mit dem Sieg in Are gewann sie vorzeitig den Gesamtweltcup. Beim Weltcup-Finale kam auch noch die Super-G-Kugel hinzu. Vonn erreichte mit 1.980 Punkten einen Punkterekord bei den Damen, verpasste es im letzten Wettbewerb aber, die 2.000 Punkte Marke zu knacken. Dennoch war es ein Jahr der Rekorde.

Steckbrief
Geboren: 18.10.1984 in St. Paul
Nation: USA
Größe: 177 cm
Gewicht: 70 kg
Sprachen: Deutsch, Englisch
Web: www.lindseyvonn.com