Caroline Lalive wurde am 10.08.1979 in Steamboat/Colorado, geboren. Die Vielfahrerin aus den USA feierte ihr Weltcup-Debüt 1996 in Park City. Bis dahin bestritt sie enorm viele FIS-, Europacup- und Nordamerika-Cup-Rennen um sich für den Weltcup zu rüsten.

Die Anfänge
Ihre Karriere klingt wie ein Traum - mit zwei Jahren war sie das erste Mal auf der Piste (in der Schweiz), mit sechs Jahren kämpfte sie erstmals in Rennen und mit gerade mal 17 Jahren (1996) trat sie in die Nationalmannschaft ein. Inspiriert wurde sie zusätzlich von den Olympischen Spielen 1988 in Calgary, die sie zu einem ihrer Ziele machte, das sie schon 1998 erreichte. Ein weiteres erklärtes Ziel ist es, die beste 'Allround'-Skifahrerin der Welt zu werden.

Aller Anfang ist schwer
Erst bei ihrem achten Start im Weltcup konnte Lalive ein Ergebnis erzielen, d.h. beide Läufe absolvieren. Davor schaffte sie es nicht ins Ziel oder qualifizierte sich nicht für den zweiten Lauf. Doch gerade rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Nagano fuhr sie ihre ersten Weltcup-Punkte mit dem 29. Platz in Cortina d'Ampezzo im Super-G ein. In Nagano beeindruckte sie dann durch ihre zwei Gesichter. Nachdem sie in der Kombination beim Dreifach-Sieg der deutschen Mannschaft als junges Nachwuchstalent einen tollen siebten Rang einfahren konnte, fuhr sie im Riesenslalom wieder zu forsch und schied aus.

Nur langsame Fortschritte in den Ranglisten
Lalive brauchte ein Weile, bis sie im Weltcup gute Leistungen bringen konnte. Die vielen Starts schienen zu Anfang kein probates Mittel, um sie zu einer Weltklasse-Fahrerin zu formen, denn sie fuhr viel, konnte aber keine vorderen Platzierungen erreichen. Der Knoten platzte dann 2000 in Santa Caterina bei der Kombination, in der sie Zweite wurde und neben Renate Götschl auf das Podest klettern durfte. Dieses Ergebnis gab ihr das nötige Selbstvertrauen, um in den folgenden Rennen mehrere Male unter die Top 20 zu fahren und eifrig Punkte zu sammeln.

2000/2001 volle Weltcup-Konzentration
Mit 21 Jahren, der amerikanischen Volljährigkeit, begann Lalive sich komplett auf den Weltcup zu konzentrieren. Doch auch in dieser Saison brauchte sie ein Weile, um warm zu werden. Erst im neuen Jahr, im Januar in Haus und Flachau, erreichte sie die Ziele, die sie sich für die Saison gesteckt hatte. Vielseitig wie kaum eine andere holte sie in der Abfahrt und im Super-G in Haus siebte Plätze, um dann in Flachau Sechste im Slalom und Zweite in der Kombination zu werden. Auf schnelle oder langsame Disziplinen konnte sie sich also noch nicht festlegen, vielleicht war das ja auch der Grund dafür, warum ihr der ganz große Wurf noch nicht gelungen war.
Enttäuschend für die junge Amerikanerin war die WM in St. Anton. Nachdem sie bereits im Super-G ausschied und dann
in der Abfahrt ebenfalls stürzte musste sie leicht verletzt auf den Slalom verzichten und sich traurig von der WM verabschieden.

Prozess der Stärkenfindung
Die folgenden Winter waren ein Auf und Ab der Gefühle. Caroline nahm fast alle Rennen mit, die ausgetragen wurden, fuhr mal Weltklasse und mal unter 'ferner liefen', bis sie sich im Winter 2003/04 dazu entschied, auf den Slalom zu verzichten. In der Saison 2004/2005 hat sie ihre Leistung in den Speed-Disziplinen konstant halten können. Allerdings zeigen ihr auch teamintern bereits Fahrerinnen wie Lindsey Kildow, dass sie derzeit nicht zur absoluten Weltspitze zählt. Nur ein vierter Platz in Altenmarkt war zu wenig für Lalive, zumal ihre Teamkolleginnen mit Podestplätzen glänzten.

Schwerer Sturz verhindert dritte Olympiateilnahme
Hopp oder Topp hätte das Motto der Saison werden können, denn mit einem zweiten Platz bei der Weltcupabfahrt in Val d´Isère hatte sie bewiesen, dass sie ganz vorne mitmischen kann. Ihre übrigen Ergebnisse auf Rängen jenseits der 20 entsprachen nicht ihrem Potential. Ihre geplanten Starts bei Olympia musste sie absagen, stürzte sie doch beim Training zur Abfahrt in Cortina schwer. Noch ist ungewiss, ob sie aufgrund der schweren Knieverletzung rechtzeitig in die neue Saison starten kann.

Interessante Persönlichkeit
Caroline, bzw. 'Liner' oder 'Caroliner' wie sie sonst noch genannt wird, steckt voller Überraschungen. Auf der einen Seite ist sie die Super-Sportlerin, die fast elf Monate jährlich trainiert, doch auf der anderen Seite stehen nicht nur noch mehr Outdoor-Sportarten, sondern auch Lesen, Spaß an der Gourmet-Küche und Medizin an. Denn entweder will sie nach ihrer Skirenn-Karriere einen Beruf in Richtung Medizin erlernen, oder ein Restaurant eröffnen. Ein weiteres Faibles sind Streiche. So stellte sie sich dem Ex-Präsidenten Bill Clinton als 'Helga die Kriegerin' vor!

Steckbrief:
Geboren: 10.08.1979
Nation: USA
Größe: 165 cm
Gewicht: 63 kg
Hobbies: Lesen, Kochen, Medizin

Erfolge:
Es folgt ein Blick in den Karrierespiegel der Allrounderin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): SG (DNF), DH (DNF)
1998 in Nagano (JAP): K (7), GS (DNF)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (12), K (DNF), DH (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (DNF), DH (30), K (13), GS (27)
2001 in St. Anton (AUT): SG (DNF), DH (DNF)
1999 in Vail (USA): SG (28), SL (DNF), GS (DNF)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Sechste im Super-G 2002
Fünf Podiumsplätze