Die Schweizerin Sylviane Berthod ist in der Skiwelt das erste Mal 1995 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Voss (NOR) in Erscheinung getreten. Dort gewann sie als 17-Jährige die Abfahrt und feierte damit den größten Erfolg, den man als Juniorin erreichen kann.

Weltcup-Debüt in Garmisch-Partenkirchen
Nachdem sie schon einige Rennen des Europa-Cups absolviert hatte, startete sie 1996 in Garmisch erstmals bei den Profis im Weltcup. Im Super-G und in der Abfahrt konnte sie zwar erste Erfahrungen, jedoch noch keine Punkte sammeln. Dieses gelang ihr dann in Kvitfjell (NOR), als sie einen 18. Platz im Super-G belegen konnte. Doch dieser Erfolg war nicht der Höhepunkt ihrer Saison, sondern das phänomenale Abschneiden bei der Junioren-WM. Dort startete sie in vier Rennen, holte einen Titel, einen zweiten, einen fünften und einen 14. Platz und stellte damit ihr umfangreiches Können auf den zwei Brettern eindrucksvoll unter Beweis. Ihre volle Konzentration auf den Weltcup legte Berthod dann ab der Saison 1997/98. Doch der Start erwies sich als sehr zäh, es sprangen keine außergewöhnliche Platzierungen heraus. Der 16. Rang in Cortina d'Ampezzo (ITA) im Riesenslalom war noch ihr bestes Resultat, aber sie fuhr als 21-Jährige stets in die Punkte und tastete sich langsam an die Weltspitze heran.

Erster Podestplatz 1999
Beim Super-G, abermals in Cortina, gelang Berthod dann der Durchbruch, der sich schon lange abgezeichnet hatte. Hinter der später leider tödlich verunglückten Regine Cavagnoud wurde sie Zweitplatzierte und stellte ihr Können, dass sie im Training zeigte, endlich mal im Rennen zur Schau. Mit viel Selbstvertrauen fuhr sie also in der kommenden Woche zur WM nach Vail und überzeugte abermals mit einem siebten Rang im Super-G und dem 13. Rang in der Abfahrt. In dieser erfolgreichen Saison wurde die Frau aus dem französischen Teil der Schweiz zudem Landesmeisterin in der Abfahrt.

Weltcup-Sieg in St. Moritz
Auf der WM-Strecke des Jahres 2003 wurde Berthod im Jahr 2001 als perfekte Gleiterin geehrt. Sie gewann die Abfahrt hauchdünn vor Isolde Kostner und Corinne Rey Bellet und feierte dort ihren einzigen Weltcup-Sieg bis zum heutigen Zeitpunkt. Ihre Form konnte sie jedoch nicht konservieren, sie belegte im weiteren Verlauf des Winters zwar noch gute Plätze (darunter einen siebten bei Olympia), aber die ehrgeizige Schweizerin hatte einfach nicht mehr das Glück, das man braucht, um auf das Treppchen zu fahren. Erst beim Weltcup-Finale 2004, dem Wegweiser für die nächste Saison, packte sie noch einmal tief in die Trickkiste und wurde Zweite der Abfahrt hinter Renate Götschl.

Keine Top-Platzierungen
Auch in der folgenden Saison war Berthod gerade in der Abfahrt immer wieder für Plätze unter den ersten zehn zu haben, doch für eine bessere Platzierung als Rang sechs reichte es nicht. Der absolute Durchbruch blieb also aus.

Guter Start 2005/2006
Besser lief es zum Auftakt der Olympiasaison. In den Abfahrtsrennen von Lake Louise erreichte sie Rang acht und zwei - endlich wieder ein Podest. Nach einem kleinen Durchhänger zur Mitte der Saison konnte sie sich anschließend wieder mit guten Ergebnissen in den Top Ten etablieren. Auf den Olympiastrecken lief es nicht so gut wie bei den Weltcups im Vorjahr. Sylviane Berthod wurde 14. in der Abfahrt und 15. im Super-G.

Schmerzhafter Abschied 2008
Nach einer enttäuschenden Saison 2007/2008, in der Berthod nur dreimal unter die besten 30 kam, rutschte die Speedfahrerin schließlich aus dem Swiss-Ski Nationalkader. Nach diesem Rückschritt erklärte Berthod am 21. Mai 2008 in einer Pressekonferenz ihren Rücktritt vom Rennsport. Als weiteren Hauptgrund gab sie ihre anhaltenden Rückenschmerzen an.

Ihr Traum
Sylviane's Traum ist es‚ einmal für das Rote Kreuz in Afrika arbeiten zu können. Zudem engagiert sie sich für Kinder, die an der Genkrankheit Mucoviscidose leiden. Nach ihrem Abschied vom alpinen Rennsport wird sie sich deshalb dem Gesundheitswesen zuwenden - geplant ist unter anderem eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin.

Steckbrief:
Geboren: 25.04.1977
Nation: Schweiz
Größe: 166 cm
Gewicht: 65 kg
Hobbies: telefonieren, Extremsport, Bungee Jumping, Windsurfen, Kart fahren, Puzzle
Web: http://www.sylvianeberthod.ch

Erfolge:
Es folgt ein Blick in den Karrierespiegel der Schweizerin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (14), SG (15)
2002 in Salt Lake City (USA): SG (DNF), DH (7)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (16), DH (13)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (DNF), DH (11)
2001 in St. Anton (AUT): SG (18), DH (15)
1999 in Vail (USA): DH (13), SG (7)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Neunte in der Abfahrt 2006
Weltcup-Disziplinen-Sechste in der Abfahrt 2002 und 2004
ein Weltcup-Sieg und weitere fünf Podiumsplätze