Kristina Koznick begann mit dem Skifahren in Buck Hill in Minnessota als sie sieben Jahre alt war. Ihr Vater wollte nicht mehr, dass sie nur noch vor dem Fernseher saß oder Videospiele spielte; also brachte er sie in einen Ski-Renn-Verein. Und dort zeigte sie, dass sie ein enormes Talent hatte und wurde schon nach kurzer Zeit und die United States Ski Association berufen.

Slalom-Spezialisierung
Notgedrungen, weil der Berg an dem sie die nächsten vier Jahre trainierte sehr klein war und für Abfahrtstraining überhaupt nicht geeignet war, wurde der Slalom zu Koznicks Spezialdisziplin. Ihre wahre Liebe zum alpinen Skisport erkannte Kristina nachdem sie bei ihren ersten Junior-Olympics im Winterpark in Colorado den Slalom, Riesenslalom und Super-G gewann. Von da an legte sie sich richtig ins Zeug und wurde bereits mit 15 Jahren in das U.S. Ski-Team berufen, in dem sie dann 1993 in Haus, als siebzehnjährige, ihren ersten Weltcup-Start feiern durfte. Damit ist sie die jüngste Amerikanerin, die jemals in einem Weltcup-Rennen gestartet ist. Und nebenbei fuhr sie auch noch bei ihren ersten beiden Rennen auf die sehr guten Plätze 21 und 10.

Verletzung und Rückschlag
Als Nachwuchsstar gehandelt, musste Koznick dann einen herben Rückschlag hinnehmen, ausgerechnet vor Olympia in Lillehammer. Eine Knieverletzung verdonnerte sie dann aber zur Zuschauerin. Vor dem Fernseher wuchs ihr Wunsch, einmal mit dabei zu sein und eine Medaille zu gewinnen jedoch um so mehr.
1994/95 stieg sie wieder in den Weltcup ein, war aber wohl ein wenig übermotiviert und schied bei sechs Rennen hintereinander aus. Aber als sie dann zweimal durchkam schaffte sie wiederum gute Platzierungen (elf und zwölf). Der Knoten platzte erst in der Saison 1997/98. Gleich im ersten Slalom in Park City belegte sie Rang vier und startete damit eine tolle Serie. Platz vier und zwei in Lienz, Platz vier und zwei in Bormio und der erste Weltcupsieg in Are hievten sie in die absolute Weltspitze im Slalom. Am Ende belegte sie Rang zwei in der Disziplinen-Wertung, nachdem sie im Jahr zuvor nur 35. geworden war.

Tolle Leistungen, nur nicht bei Großereignissen
Kristina Koznick gewann in den letzten fünf Jahren fünf Weltcup-Rennen und wurde sechs Mal Zweitplatzierte. Nur bei Olympia und Weltmeisterschaften konnte sie ihre Leistung nie hundertprozentig abrufen. Ein achter Platz 2001 in St. Anton war ihr bestes Ergebnis, das allerdings kaum ihrem wirklichen Potenzial entspricht.

Team 'Koz'
Nachdem Koznick sich aufgrund von unterschiedlichen Auffassungen mit dem U.S. Ski-Team verworfen hatte und drei Jahre lang auf eigene Faust, ohne Verband im Rücken, am Geschehen im Weltcup teilnahm, hat sie sich wieder der Nationalmannschaft angeschlossen. Sie fuhr zwar danach, in der Saison 2003/2004, nicht mehr unter die Top drei, doch darf man die sympathische Amerikanerin, die schon so lange im Weltcup unterwegs ist, nie abschreiben. Ihr Verlangen nach einer Medaille bei einem Großereignis ist noch nicht gebrochen.

Zurück zu alter Stärke
In der Saison 2004/2005 fand Koznick im Laufe des Winters zu ihrer alten Stärke, gerade im Slalom, zurück. Sie schaffte drei Podiumsplätze und verpasste dabei zweimal als Zweite nur knapp ihren nächsten Weltcup-Sieg. In Zagreb z.B. war Tanja Poutiainen nur um sieben Hundertstel schneller und schnappte der US-Amerikanerin den Sieg vor der Nase weg. Dennoch konnte Koznick mit der Weltcup-Saison zufrieden sein, doch bei der WM lief es nicht wie gewünscht. Ein Ausfall im Slalom und ein 23. Platz im Riesenslalom waren nicht nach Koznicks Wünschen.

Karriereende bereits während Olympia
Obwohl Kristina Koznick das Ende ihrer Karriere nach der Wintersaison 2005/2006 bereits angekündigt hatte, so war es doch nicht geplant, bereits während den Olympischen Spielen aus dem alpinen Ski-Zirkus auszusteigen. Eine Knieverletzung im ersten Slalomdurchgang in Sestriere zwang sie, die Saison vorzeitig abzubrechen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hatte die erfolgreiche US-Amerikanerin dann kurz vor den Spielen mit guten Ergebnissen in Podiumsnähe angekündigt, dass auch sie um eine Medaille mitkämpfen möchte. Eine Rückkehr in den Skirennsport, wenn auch in anderer Form, ist nach eigener Aussage nicht ausgeschlossen. Es bleibt, ihr für ihre Zukunft, egal wie sie auch aussehen mag, alles Gute zu wünschen.

Steckbrief
Geboren: 24.11.1975 in Minneapolis
Nation: USA
Größe: 169 cm
Gewicht: 70 kg
Hobbies: Sport, Sofball, Wasserski, Wakeboarden, Fotografie
Web: http://www.koznick.com

Erfolge:
Es folgt ein Blick in ihren Karrierespiegel von Amerikas jüngster Weltcup-Teilnehmerin aller Zeiten. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): SL (DNS2)
2002 in Salt Lake City (USA): SL (DNF), GS (17)
1998 in Nagano (JPN): SL (DNF)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): GS (23), SL (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): SL (DNS2), GS (12)
2001 in St. Anton (AUT): SL (8), GS (15)
1999 in Vail (USA): SL (DNF), GS (DNF)
1997 in Sestriere (ITA): SL (DNF)
1996 in Sierra Nevada (SPA): SL (19)

Weltcup:
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 1998 und 2002
4. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 2005
sechs Weltcup-Siege und insgesamt 20 Podestplätze