Skifahren von früh bis spät. Das war die Kinderzeit von 'Gitti' Obermoser. Nachdem ihr Bruder vor ihr ein Paar Ski zum Geburtstag bekommen hatte, quengelte die kleine dreijährige Österreicherin solange, bis sie sich wenigstens mit ihm abwechseln durfte. Das war der Beginn ihrer Skikarriere.

Die Skihauptschule Schladming besucht
Schon im Jahr 1982 bestritt Brigitte Obermoser ihr erstes Kinderrennen. Von 1986 bis 1994 ging sie dann, nachdem ihr Vater leider schon früh verstorben war, auf die Skihaupt - und Skihandelsschule in Schladming. Das zur Schule gehen gefiel ihr dort bei weitem nicht so gut wie das Skifahren.
1995 stieg sie dann richtig ins Skigeschäft ein, zunächst bestritt sie FIS- und Europacuprennen, um dann auch zu den Junioren-Weltmeisterschaften in Norwegen zu fahren. Und dort gelang ihr der erste große Erfolg: Sie belegte einen vierten Platz in ihrer eigentlichen Parade-Disziplin, der Abfahrt. Mit 19 Jahren folgte dann der Einstieg in den Ski-Weltcup in St. Anton. Und gleich in ihren ersten beiden Rennen fuhr sie deutlich in die Punkte und ihr gelang ein toller Start mit einer Fahrt unter die Top Ten.

Nach dem ersten Winter nicht mehr so unbeschwert
Der gute Start in den Zirkus der Profis schraubte für Gitti Obermoser den Erwartungsdruck hoch. Es gelang ihr nicht, ihr erstes Ergebnis zu bestätigen. Zwar fuhr sie ab und zu unter die ersten dreißig und heimste damit einige Weltcup-Punkte ein, doch mehr als ein 16. Platz wollte 1996/97 nicht rausspringen.
Anders im darauf folgenden Jahr. 1997/98 konzentrierte sie sich voll auf den Weltcup und ihr gelang in Lake Louise auf Anhieb ein vierter Platz. Zeitgleich mit Michaela Dorfmeister verpasste sie den Sprung auf´s Treppchen nur um 6 Hundertstel. Und auch über die gesamte Saison betrachtet merkte man Brigitte an, dass sie bereits Erfahrung gesammelt hatte und immer schneller wurde. Bei den olympischen Spielen in Nagano belegte sie nach einem guten Wettkampf Platz elf in der Kombination.

1999 zweimal nationale Meisterin
Höhepunkt des Winters 1998/99 war für Obermoser die nationale österreichische Meisterschaft. In Innerkrems ließ sie in der Abfahrt und im Super-G die gesamte Skination hinter sich und wurde doppelte Meisterin. Dieses Ergebnis entschädigte für eine Weltcup-Saison ohne Höhepunkte und ohne Stockerl-Platz, den sie sich eigentlich fest vorgenommen hatte. In Are 2000 war es dann soweit. Ausgerechnet im Riesenslalom schaffte sie einen dritten Platz hinter der Grand Dame der Österreicherinnen, Anita Wachter. Noch besser machte sie es einen Monat später in Bormio. Abermals gelang ihr ein dritter Platz, diesmal im Super-G. Und dann, zwei Tage später: Der große Coup. Platz eins im Riesenslalom vor Michi Dorfmeister. Der Knoten war geplatzt.

Seitdem Weltspitze
Ihr gelang eine sehr gute Saison 2000/01, bei der sie in St. Moritz in der Abfahrt auf Platz eins raste und einige Plätze unter den Top 5 einfahren konnte. Nur bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land konnte sie ihre Leistung nicht auf die Strecke übertragen und mußte sich mit Plätzen im Mittelfeld zufrieden geben. Obermoser bewegt sich spätestens seit dem Jahr 2000 in der absoluten Weltspitze und ist immer für ein Platz auf dem Podium gut.

Knapp an Medaille vorbei in St. Moritz
Einen echten Highlight hatte die Saison 2002/2003 für Obermoser zu bieten. Bei der WM in St. Moritz gelang ihr in der Abfahrt ein Traumlauf, der allerdings nicht mit einer Medaille belohnt wurde. Ganze 16 Hundertstel Sekunden trennten sie am Ende als Vierte vom Edelmetall. Doch der undankbare vierte Rang war ganz gewiss keine Niederlage für Obermoser. Kurz nach der WM gelang der Österreicherin dann in Innsbruck ihr dritter Weltcupsieg, was eine für sie durchaus erfolgreiche Saison krönte.

Verletzungspech
Nachdem die Saison 2003/2004 mit einem weiteren Podestplatz und einigen Top Ten-Platzierungen zufriedenstellend verlief, musste Obermoser im folgenden Jahr einen Rückschlag hinnehmen. Aufgrund einer schweren Verletzung am Knie konnte Obermoser die Saison nicht komplett durchfahren und absolvierte einige Rennen nur unter Schmerzen. Die WM in Bormio ließ sie dann in Folge der Verletzung auch aus. Bewundernswert war allerdings das Kämpferherz der Österreicherin, die sich trotz der Verletzung nicht aus der Bahn werfen ließ. Ihre beste Platzierung im WM-Winter erreichte sie dann auch vor der Verletzung mit Platz vier in Lake Louise.

Pechsträhne reißt nicht ab
Nach zwei Top Ten Platzierungen war die Saison 2005/2006 für Gitti Obermoser auch schon wieder vorbei. Das Verletzungspech verfolgte sie weiterhin und holte sie beim Training in Cortina D´Ampezzo schließlich wieder ein. So beendete sie, ohne an den Olympischen Spielen teilzunehmen, die Saison vorzeitig.

Ohne Gitti geht's nicht
Die 'Gitti' hat gelernt zu kämpfen - bei fünf älteren Geschwistern, davon drei Brüder, bleibt das nicht aus. Ihrer sportlichen Leistung kam das sehr zu Gute. Die lebenslustige 'Jazz-Gitti' (so ihr Spitzname im Team) ist in jedem Fall ein 'Stimmungs-Gewinn' für das österreichische Team. Daher auch ihr Lebensmotto, dass sie gern bei Hausmannskost von Mutter oder bei italienischen Speisen zu hegen pflegt: Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.

Rücktritt in der Heimat
Am 10. Januar 2007 war es dann doch soweit. nach nur einem Weltcup-Einsatz mit dem enttäuschenden 50. Platz zog sich Brigitte Obermoser bei ihrem Heimspiel in Zauchensee von der Weltcup-Bühne zurück. Der Anschluss an die Weltspitze war vor allem bei der ÖSV-internen Konkurrenz einfach zu stark.

Steckbrief:
Geboren: 02.07.1976 in Radstadt
Nation: Österreich
Größe: 172 cm
Hobbies: Sport, Musik, Kino
Web: http://www.brigitte-obermoser.at

Erfolge:
Ihre ersten Weltcuppunkte sammelte sie 1995 im Rahmen der Abfahrt in St. Anton (AUT), bei der sie Neunte wurde. Nun folgt ein kurzer Blick in ihren Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2002 in Salt Lake City (USA): DH (18), GS (15)
1998 in Nagano (JPN): K (11)

Weltmeisterschaft:
2003 in St. Moritz (SUI): SG (10), DH(4)
2001 in St. Anton (AUT): DH (22), SG (29), GS (11)

Weltcup:
Weltcup-Gesamtwertungs-Fünfte 2000
Weltcup-Disziplinen-Fünfte in der Abfahrt 2001
insgesamt drei Weltcup-Siege