Die Ski-Rennfahrerin Sarah Schleper wurde am 19.02.1979 in Glenwood Springs in Colorado geboren. Sie wuchs in Vail, dem bekannten Weltcup-Ort, auf und kam deshalb schon früh zum Alpinsport. Hauptsächlich weil ihr Vater, der 1972 mit 1000 US-Dollar Bargeld von Minnesota nach Colorado über-siedelte, dort einen Skiladen betrieb und die kleine Sarah somit bereits von Kindesbeinen an mit der Materie zu tun hatte. Im Alter von zwei Jahren bekam sie ihre ersten Ski zum Geburtstag und begann schon mit Elf, Rennen zu fahren.

Famose Juniorin
Wer früh anfängt gewinnt auch früh die ersten Rennen. Diese Weisheit trifft auf Sarah Schleper zu. Im Alter von 15 und 16 Jahren gewann sie dutzendweise FIS-Rennen und wurde mehrere Male amerikanische Jugendmeisterin. Sie durfte in diesem Alter auch schon am Weltcup schnuppern, bei ihrem 'Heimspiel' in Vail 1996 konnte sie sich jedoch nicht für den zweiten Lauf qualifizieren, nahm aber eine Menge Erfahrung mit in die nächsten Jahre. In Schladming 1997 konnte sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften Zweite im Slalom, ihrer bevorzugten Disziplin, werden.

Erste Weltcuppunkte mit 19
1998 in Are konnte Schleper, die durch ihre unglaubliche Aggressivität am Start im Weltcup bekannt ist, ihre ersten Weltcup-Punkte einfahren. Dem 24. Platz folgte bei den olympischen Spielen in Nagano ein 22. Rang. Es zeigte sich immer deutlicher, dass Sarah vor allem im Slalom nah an der Weltspitze war. Leider musste sie die Weltmeisterschaften in ihrem Heimatland aufgrund einer Verletzung von außen betrachten und konnte nicht in das Geschehen eingreifen. Im Dezember 2000 jedoch konnte Schleper ihr Potenzial dann endlich auch im Rennen abrufen. Um 0,3 Sekunden verpasste sie ihren ersten Weltcup-Sieg; Janica Kostelic gewann den Slalom in Sestriere vor der Amerikanerin. Und gleich im Rennen danach schaffte sie wieder den Sprung auf´s Treppchen. Beim Riesenslalom in Semmering belegte sie hinter den Schweizerinnnen Nef und Rey-Bellet Platz drei.

2003/2004 gute, konstante Leistungen
Schleper gelang es in diesem Winter, ihr Können konstant im Stangenparcours abzurufen und das oftmalige Ausscheiden der vorherigen Jahre abzustellen. Einmal schaffte sie den Sprung auf das Podest, abermals in Sestriere beim Slalom-Wettbewerb. Durch stetige gute Platzierungen unter den Top 15 wurde sie im Slalom-Weltcup Gesamt-Elfte und im Riesenslalom-Weltcup Zwölftplatzierte. Sarah Schleper hat den Sprung in die Weltspitze geschafft und mit ihren 25 Jahren hat sie noch eine lange Karriere vor sich.

Erster Weltcup-Sieg
Wer sich im Slalom und Riesenslalom beständig unter den besten 15 platziert, der gehört zur Weltelite. In der Saison 2004/2005 verpasste Schleper bis zum Weltcupfinale in Lenzerheide den Podestplatz nur ganz knapp. Doch in der Schweiz platzte der Knoten und Schleper konnte ihren ersten Weltcup-Sieg feiern. Am Ende des Winters wurde sie aufgrund ihrer guten Leistungen mit einem fünften Rang im Slalom-Weltcup belohnt.

Begeisterte Harley-Fahrerin
In ihrer Freizeit geht Sarah gerne auf Konzerte und fährt auf ihrer Harley-Davidson durch die Gegend. Im Sommer stellt sie die Ski auch schon mal in die Ecke und fährt Wakeboard, Wasserski oder geht in Neuseeland surfen.

Keine Wiederholung der Vorjahresleistung
Auch die US-Amerikanerin sammelte wie einige andere ihrer Kolleginnen beständig Weltcuppunkte, dennoch legte sie als bestes Saisonergebnis nur einen neunten Rang beim Riesenslalom im deutschen Ofterschwang hin. Der Slalom der Olympischen Spiele brachte ihr Platz Nummer zehn. Leider rutschte sie auch in der Slalom-Gesamtwertung auf den 27. Rang ab.

Verletzt, Babypause: lange Auszeit für Schleper
Es folgte eine lange Ski-Pause für Schleper. Das US-Girl war erst am Knie verletzt und verpasste die Saison 2006/2007. Dann folgte eine Schwangerschaftspause, Schleper bekam einen Sohn und entschied sich im erst im Januar 2008 zu einem Comeback als Rennfahrerin. Doch an die besten Zeiten konnte die Amerikanerin mit der lockigen Haarmähne nicht mehr anknüpfen. Immerhin: Platz 13 beim Riesenslalom in Aspen wurde das beste Ergebnis der Saison 2008/2009.

Olympia: 14. in Vancouver
Auch die Olympische Saison 2010 bestritt Schleper, wurde in Kanada immerhin 14. im Slalom und 16. im Riesenslalom. Das war besser als ihr Weltcup-Durchschnitt, denn Schleper hatte eine hohe Ausfallquote. dazwischen gab es aber auch Highlights. In Are wurde sie Achte, in Lienz sogar Fünfte - es sollte ihr bestes Ergebnis nach der langen Pause bleiben. Ein Jahr später kam in Zagreb noch ein Top-Ten Ergebnis hinzu, insgesamt fiel sie aber in beiden Technik-Disziplinen nur knapp zu den besten 30 der Welt.

Finale in Lienz
Die Saison 2011/2012 sollte die letzte für Schleper werden - zu Jahresende 2011 beschloss sie, dem aktiven Rennsport den Rücken zu kehren. Und der bunte Vogel Schleper tat es mit Stil und fuhr in Lienz beim Slalom im Minirock über die Piste, sammelte unterwegs ihren Sohn am Pistenrand auf und ließ so ihre Karriere unter dem Jubel der Fans ausklingen.

Steckbrief:
Geboren: 19.02.1979 in Glenwood
Nation: Vereinigte Staaten von Amerika
Größe: 165 cm
Gewicht: 63 kg
Hobbies: Motorrad, Musik, Sport
Web: http://sarahschleper.com