Die Amerikanerin Kirsten L. Clark wurde am 23.04.1977 in Raymond geboren. Bereits mit drei Jahren stand sie, die einen älteren Bruder hat, zum ersten Mal auf den Brettern. Mit sieben nahm sie in Sugarloaf, nah ihrer Heimat, an den ersten Rennen teil. In ihrem ersten internationalen Jahr im Skizirkus 1994/95 etablierte sie sich auf Anhieb im Fahrerfeld des NorAm-Cups und in den FIS-Rennen. Besonders erfreulich: Das letzte Rennen ihrer ersten dokumentierten Saison, einem Super-G, konnte sie sogar für sich entscheiden.

Früher Einstieg in den Weltcup
Gleich im zweiten Rennen der folgenden Saison feierte sie ihren ersten Auftritt im Weltcup. Leider schaffte die noch so unerfahrene 18-Jährige es nicht, den Lauf bis ins Ziel zu bringen und schied aus. Ihr einziger Auftritt im Weltcup in jenem Winter war nicht von Erfolg gekrönt. Trotzdem erfreute sie durch starke Auftritte in den untergeordneten Rennen und empfahl sich auch durch vielseitiges Auftreten bei der Junioren-WM in der Schweiz. Sie belegte die Ränge fünf, acht und zehn, nur im Slalom erreichte sie nicht das Ziel.

Die ersten Weltcup-Punkte
Im Winter 1996/97, eine für Clark durchaus durchwachsene Saison mit enorm vielen Ausfällen und Stürzen, schaffte sie in Zwiesel mit dem 29. Rang zum ersten Mal den Sprung in die Punkte. Auch im Europacup war sie stets, wenn sie ins Ziel kam, unter den Top Ten anzutreffen. Das Potenzial der Nordamerikanerin war also da, und so durfte sie mit der amerikanischen Mannschaft zu den Weltmeisterschaften nach Sestriere und schaffte im Super-G, ihrer besten Disziplin, einen guten 24. Platz.

Eine Karriere im Mittelmaß?
Auf der Piste liebt sie es eisig und mit hartem Schnee. Wenn die Strecke dann noch technisch anspruchsvoll gesteckt ist, kann die schnelle Amerikanerin niemand mehr bremsen - zumindest im Training. Oft als Trainingsweltmeisterin bezeichnet, brachte der folgende Winter, in dem sie sich dann hauptsächlich auf den Weltcup konzentrierte, leichte Ernüchterung. Mittelmäßige Ergebnisse, kaum Weltcuppunkte, trotz des sehr erfreulichen 12. Platz beim Super-G in Val d'Isere war ihr der Durchbruch nach ganz oben bis dahin verwehrt. Auch bei Olympia in Nagano zeigte sie sich von zwei Seiten. Im Super-G schied sie aus, erreichte aber in der Kombination einen respektablen 18. Platz. 1998/99 kein verändertes Bild. Maue Leistungen im Weltcup, ihre beste Rennform zeigte Kirsten bei der WM im eigenen Land in Vail. Der 16. Platz in der Abfahrt war ein Achtungszeichen gegen die Übermacht aus Europa.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen
Kontinuierliche Steigerungen der Platzierungen von Kirsten Clark konnten im Jahr 1999/2000 beobachtet werden. Clark mauserte sich langsam und fuhr stetig unter die Top 30 der Welt. Einem tollen neunten Platz in Santa Caterina in der Abfahrt folgten der doppelte Gewinn der amerikanischen Meisterschaft. Abfahrt und Super-G in Jackson Hole konnte sie für sich entscheiden. Im Jahr darauf dann der endgültige Durchbruch der Lady aus Raymond in Maine. Einer konstanten ersten Saisonhälfte in den Punkterängen folgte die Fahrt zu den alpinen Weltmeisterschaften in St. Anton/Arlberg. Ein neunter und ein zehnter Platz sprangen für Clark dabei heraus und so fuhr sie mit Selbstbewusstsein und heiß auf den Rest der Saison zu den Weltcup-Rennen in Lenzerheide. Und gewann. Nachdem sie noch nie eine Platzierung unter den ersten fünf erreichen konnte gelang ihr der Clou mit ihrem Sieg in der Abfahrt und zwei Tage danach einem siebten Platz im Super-G. Die Skiwelt staunte, nachdem Clark sich doch schon einige Zeit im Weltcup tummelte, ohne groß aufzufallen.

Eine Eintagsfliege...?
2001/2002 konnte Clark dieses Ergebnis nur einmal annährend bestätigen. Ein dritter Platz in St. Moritz war ihr bestes Ergebnis in diesem Winter. Doch gleich zu Beginn des folgenden Winters war sie in absoluter Topform. Frühzeitig sammelte sie so viele Punkte wie noch nie in ihrer Karriere, sechsmal war sie unter den ersten sechs anzutreffen. Nach dem Jahreswechsel wurde sie Zweite in Cortina und, als vorläufiger Höhepunkt, auch Zweite beim Super-G der WM in St. Moritz. Ihre beste Saison dürfte sie noch lange in Erinnerung behalten.

2003/2004 ihre erste schwere Verletzung
Nachdem sie bis Ende Januar wieder eine gute Saison abgeliefert hatte, zog sich Clark bei einem schweren Sturz in Haus eine Knieverletzung zu, die weitere Rennteilnahmen unmöglich machte. Trotzdem war sie zum Ende immer noch beste Amerikanerin in der Gesamtwertung, belegte einen dreizehnten Platz und wurde von allen Seiten gelobt. Ihr Nationalcoach Alex Hoedlmoser hob vor allem ihre professionelle Einstellung, ihren aggressiven Fahrstil und ihren positiven Charakter hervor, der sich auf die ganze Mannschaft auswirke. Als Anerkennung für Clarks Leistungen und ihre Vedienste am amerikanischen Skirennsport bekam sie, trotz der kurzen Saison, in dem Winter den 'U.S. alpine Skier of the Year' Award und konnte sich die Zeit ohne das Skifahren mit dieser Trophäe hoffentlich ein wenig verkürzen.

Schwerer Weg zurück in die Weltspitze
Nach dieser Verletzung kehrte Clark im Winter 2004/2005 in den Weltcup zurück. Erwartungsgemäß konnte sie in den ersten Rennen nicht unter die besten zehn fahren, doch sie war bei allen Rennen dabei und wurde kontinuierlich besser. Schließlich erreichte sie bei der Abfahrt in Cortina im Januar 2005 einen achten Platz - ihre beste Platzierung des Winters. Zum Abschluss der Saison schaffte die US-Amerikanerin zwei elfte Plätze beim Weltcupfinale und konnte so hoffnungsfroh in die Vorbereitung auf die olympische Saison gehen.

Saisonabschluss ohne Sieg
Zunächst sah es so aus, als könnte es eine vielversprechende Saison werden, erreichte Kirsten Clark doch bereits im Dezember drei Top Ten-Ergebnisse im Super-G. Im Januar und Februar 2006 reihte sie sich dann aber wieder hinter der Weltspitze ein, bei den Olympiastarts in Abfahrt und Super G kam sie über einen 21. und 14.Platz nicht hinaus.

Karriere zu Ende 2007
Nach dem Ende der Weltcup-Saison 2006/2007 verkündete Clark ihr Karriere-Ende. Sie zog damit die Konsequenzen aus ihren gesundheitlichen Problemen und wollte ihren Körper mehr schonen. In ihrer letzten Saison konnte die Speed-Fahrerin noch einmal einen achten Platz in Tarvisio einfahren, doch dies sollte ihr einziger Top Ten-Platz bleiben. Auch bei der WM in Are sollte es nicht zu einer vorderen Platzierung reichen.

Steckbrief
Geboren: am 23.04.1977 in Raymond
Nation: United States of America
Heimatverein: Sugarloaf Mountain Ski Club
Größe: 170 cm
Gewicht: 66 kg
Hobbies: Ihre Hunde, Reiten, Klettern, Wasserski, Tennis

Erfolge
Es folgt ein Blick auf die größten Erfolge der US-Amerikanerin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (21), SG (14)
2002 in Salt Lake City (USA): GS (26), SG (14), DH (12)
1998 in Nagano (JAP): DH (28), SG (DNF), K (18)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): DH (15), SG (20)
2005 in Bormio (ITA): SG (10), DH (DNS)
2003 in St. Moritz (SUI): DH (19), SG (2), GS (ausg.)
2001 in St. Anton (AUT): GS (20), DH (12), SG (9), K (10)
1999 in Vail (USA): GS (22), DH (16)
1997 in Sestriere (ITA): SG (24), GS (ausg.)

Weltcup:
8. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2006
9. Platz Weltcup-Gesamtwertung 2003
13. Platz Weltcup-Gesamtwertung 2004
insgesamt ein Weltcupsieg und sieben weitere Podestplätze