Die Österreicherin Alexandra Meissnitzer wurde am 18. Juni 1973 in Abtenau/Salzburg, wo sie auch heute noch wohnt, geboren. Seit 1989 ist sie im österreichischen Nationalteam, war Schul- und Jugendmeisterin Österreichs, nahm 1991 und 1992 an den Juniorenweltmeisterschaften teil und hielt sich ab 1996 immer in den oberen Rängen des Weltcups.

Hobby zum Beruf gemacht
Die Gendarmeriebeamtin, die in Großgmain die Gendarmerie-schule besucht hat, faszinierte der Skirennsport schon immer. Es ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die gesamte Atmosphäre, die sie in vollen Zügen genießt.

Karrierebeginn
1989/90, im jungen Alter von 16 Jahren, konnte Alexandra Meissnitzer ihre ersten Erfolge auf den Skipisten dieser Welt verbuchen. Sie wurde österreichische Jugendmeisterin, und das gleich im Riesenslalom, Super-G und in der Kombination. Im der Wintersaison des folgenden Jahres gewann sie souverän den Europacup. Bereits zu dieser Zeit war klar, dass sie einmal in die Weltspitze vorstoßen könnte.

Einstieg in den Weltcup
Nachdem sie bei den Juniorenweltmeisterschaften zwei Medaillen gewann, zeigte sie bei ihrem Einstieg in den Profi-Weltcup, dass sie auch dort mithalten kann. Vier Rennen bestritt sie in der Saison 1991/92 und fuhr dreimal in die Punkte. 1994 gelang ihr mit dem elften Platz in Cortina ihr bis dahin bestes Weltcup-Ergebnis. Nebenbei feierte sie weitere Erfolge im Europacup.

Jetzt ging es erst richtig los...
In der Saison startete Alexandra Meissnitzer dann furios und mit voller Konzentration in den Weltcup. Einem achten und neunten Platz in den USA folgte fast der Sprung aufs Podium in Flachau, jedoch wurde sie am Ende nur vierte. Dennoch, ein weiterer siebter Rang in Saalbach zeigte, dass sie keine Eintagsfliege war. Zu Beginn der folgenden Saison dann der endgültige Durchbruch mit dem ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere beim Super-G in Val d'Isere. Eine unglaubliche Serie begann, denn in den darauffolgenden vier Rennen schaffte sie zwei dritte Plätze, einen zweiten Platz und einen weiteren Weltcup-Sieg in Veysonnaz. Die tolle Saison wurde belohnt mit dem fünften Platz im Gesamtweltcup.

Weiter mit High-Speed
1996/97 konnte Meissnitzer nicht an die vorherige Saison anknüpfen und schaffte nicht einmal den Sprung aufs Treppchen. Auch bei der WM in Sestriere blieb sie als 13. im Super-G und 17. in der Abfahrt unter ihren Möglichkeiten.
Doch im Jahr darauf fuhr sie insgesamt sieben Mal aufs Podium, holte einen Sieg in Crans Montana und sahnte bei Olympia in Nagano eine silberne (RS) und eine bronzene (SG) Medaille ab. Damit zeigte sie sich auch in den technisch anspruchsvolleren Disziplinen, vor allem im Riesenslalom stark verbessert und ging voller Optimismus in den Winter 1998/99.

Ein Traumjahr
Und da ging es dann auch gleich gut los. Von den ersten zehn Rennen, die sie bestritt, gewann sie fünf und war immer unter den besten sechs Fahrerinnen. Eine fantastische Bilanz. Insgesamt distanzierte sie achtmal ihre Konkurrentinnen, zudem stand die Weltmeisterschaft in Vail unter ihrem Stern. Zwei Goldmedaillen im Riesenslalom und im Super-G nahm sie mit nach Hause und ganz Österreich bejubelte 'Meisi'.

1999/2000 vom Pech verfolgt
Die Salzburgerin, die sich ihren Kosenamen 'Meisi' sogar rechtlich schützen ließ, fiel für die kommende Saison aus, da sie sich im November 1999 bei einem Sturz in Lake Louise verletzte und einen Kreuzbandriss zuzog. Wenige Tage vor dem Saisonstart 2000/2001 hatte sie dann wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Sie konnte ihre Topform im ganzen Winter nicht annähernd erreichen und durchlebte eine sportliche Misere. Erst zum Ende der Skizeit 2002 fand sie zurück aufs Podest mit Topergebnissen im Super-G.

Langsam zurück zu alter Stärke
Konstant gute Leistungen im Jahr 2002/03, ohne jedoch nach langer Durststrecke mal wieder einen Sieg erringen zu können, brachten Alexandra auf Platz acht der Gesamtweltcup-wertung. Die Silbermedaille in der Abfahrt der Weltmeisterschaften in St. Moritz versöhnte sie jedoch für das lange Warten auf einen Erfolg im Weltcup. Endlich einmal wieder einen Weltcup-Sieg feierte sie im Januar 2004 in Megeve und hoffentlich bleibt sie uns noch lange mit ihrer fröhlichen Persönlichkeit erhalten.

Ein Weltcup-Sieg 2004/2005
Auch in der Saison 2004/2005 konnte Meissnitzer über einen Weltcup-Sieg jubeln. Doch der Sieg in Altenmarkt sowie der zweite Platz in Are bleiben in jenem Winter die einzigen Top-Ergebnisse für die Österreicherin, die sich ansonsten in einer kleinen Krise befand, denn auch bei der WM war keine vordere Platzierung dabei.

Starker Auftakt in Olympiasaison
Im olympischen Winter konnte Alexandra Meissnitzer bereits zum Auftakt voll überzeugen. In Lake Louise belegte sie die Ränge drei, vier und eins und sicherte sich damit ihren 14. Weltcup-Sieg. Insgesamt schaffte sie während der gesamten Saison immer wieder den Sprung aufs Treppchen und konnte die erfolglosere Saison 2004/2005 getrost hinter sich lassen. Höhepunkt im Winter, den sie als Gesamtweltcup Neunte abschloss, war sicherlich der Gewinn der olympischen Bronzemedaille im Super-G.

Hobbys und Freizeit
Da man gerade als Skirennläufer ein besonderes Verhältnis zu der Geschwindigkeit hat, ist wahrscheinlich auch die gläubige Österreicherin an Autos und Motorrädern besonders interessiert. Wenn ihr denn mal etwas von ihrer spärlichen Freizeit bleibt, schwingt Alexandra sich gerne auf ihr Motorrad und macht Salzburgs Straßen unsicher. Weitere Hobbies der 1,65-Meter-großen Skirennläuferin sind Fußball und Volleyball. Beide Sportarten stehen auch auf ihrem Trainingsplan und wäre das Verletzungsrisiko nicht so groß, würde sie sofort einer Damenmannschaft beitreten. Doch das ÖSV-Team hat schon Fußball-Spiele gegen Damenmannschaften bestritten und sich dort gut behauptet. Doch sie muss nicht immer selbst spielen, auch im Stadion genießt sie gerne das Fußballspiel. Im Volleyball jedoch musste sie sich erst mal wegen der schweren Knieverletzung zurückhalten.

Schluss nach der Saison 2007/2008
Nach 310 Weltcuprennen beendet Alexandra Meissnitzer nach der Saison 2007/2008 ihre erfolgreiche Karriere. Zum Schluss krönte sie ihre Saison mit einem dritten Platz beim Super-G in Bormio. Der Rest der Saison 2007/2008 war eher durchwachsen. Vorwiegend hatte Meissnitzer keine Chance um den Sieg mitzufahren und beendete die meisten Rennen um Platz 15.

Steckbrief
Geboren: am 18.06.1973 in Abtenau
Nation: Österreich
Größe: 165 cm
Gewicht: 60 kg
Hobbys: Volleyball, Musik, Bücher, Fernsehen
Web: www.meissnitzer.com

Erfolge
Es folgt ein Blick auf die zahlreichen Erfolge der österreichischen Spitzenathletin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (8), SG (3)
2002 in Salt Lake City (USA): GS (4), SG (4)
1998 in Nagano (JAP): SG (3), DH (8), GS (2)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): SG (8)
2005 in Bormio (ITA): SG (DNF), DH (22)
2003 in St. Moritz (SUI): DH (2), SG (5), GS (ausg.)
2001 in St. Anton (AUT): DH (11), SG (8), GS (ausg.)
1999 in Vail (USA): SG (1), GS (1), DH (4)
1997 in Sestriere (ITA): DH (17), SG (13)
1996 in Sierra Nevada (SPA): DH (16), SG (23), GS (ausg.)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Zweite im Super-G 2006
Weltcup-Gesamt-Siegerin 1999
Weltcup-Disziplinen-Siegerin im Super-G und Riesenslalom 1999
insgesamt 14 Weltcupsiege