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Nadia Styger erblickte als viertes und jüngstes Kind von Magnus und Annemarie Styger-Marty am 11. Dezember 1978 im Liebfrauenhofspital in Zug das Licht der Welt.

Verborgenes Skitalent
Ihre Kindheit verbrachte sie in der Küngstmatt (Jansernstrasse 31) in Sattel. Mit gut zwei Jahren machte sie hinter dem Haus erste 'Geh'-Versuche auf Skiern. Später deuteten die ersten Rennen absolut nicht auf eine zukünftige Skirennläuferin hin. Sie war eher gegen Schluss der Ranglisten anzutreffen. Doch 1991, mit 13 Jahren, bekam sie zum ersten Mal neue Ski und konnte auf Anhieb ein Animationsrennen gewinnen.

Erfolge in der Jugend
Seit dem 01. Oktober 1997 ist ihr Beruf offiziell Skirennläuferin. Nach dem Gewinn von drei JO- und sechs Medaillen bei Schweizer-Junioren-Meisterschaften kam 1997 an den Junioren-Weltmeisterschaften in Haus (Österreich) mit Bronze in der Abfahrt auch noch eine internationale Medaille dazu.

Erfolgreiche Saison 1998/1999
1998/99 war ihre bis dato erfolgreichste Saison. Nach einem Sieg und weiteren Top-Ten-Platzierungen im Europacup fuhr sie in Are (Schweden) ihre erste Weltcupabfahrt. Diese beendete Styger auf dem 20. Rang. Eine Woche später dann in St. Moritz das bisher beste Weltcup-Resultat - ein 11. Rang - auch in der Abfahrt. Ein Höhepunkt war die Schweizermeisterschaft in Zinal: Meistertitel im Super-G und die Silbermedaille in der Abfahrt.

Verletzungen in den folgenden Jahren
Nach längerer verletzungsbedingter Abwesenheit reichte es in der Saison 1999/2000 zur Verteidigung des nationalen Titels im Super-G und als bestes Ergebnis im Weltcup zum 17. Rang in der Abfahrt in Lake Louise. Die Saison 2000/01 war leider sehr kurz. Nachdem Nadia in den Amerika-Rennen gut gestartet war - mit einem 25. Rang im Riesenslalom (15. nach dem 1. Durchgang) und einem 23. Rang im Super-G - verletzte sie sich leider erneut und schaute wiederum den Rest der Saison zu.

Das dunkle Kapitel der Verletzungen
Oktober 1997: Kreuzbandriss, Innenbandriss, Meniskusabriss im rechten Knie Ausfall ganze Saison 1998/99
Dezember 1998: Rückenbeschwerden, Ausfall Dezember 1998
August 1999: Bruch von drei Mittelhandknochen der rechten Hand, Ausfall August/September
Dezember 1999: Anriss des Kreuzbandes, Außenbandüberdehnung, Meniskusquetschung im linken Knie Ausfall bis Mitte Februar; Rückkehr bei der Weltcup-Abfahrt in Are
November 2000: Kreuzbandriss, Knorpelschaden, Meniskusverletzung, Außenbandverletzung im linken Knie, Ausfall Dezember 2000 bis Mai 2001

Erster Weltcupsieg
In der Saison 2003/2004 konnte die Schweizerin endlich ihr volles Potenzial ausschöpfen und hatte einige Top Ten Platzierungen vorzuweisen. So fuhr sie z.B. in Cortina d'Ampezzo in allen vier Rennen unter die besten Zehn. Den vorläufigen Höhepunkt erlebte sie dann in Sestriere (ITA), als sie beim Weltcupfinale zu ihrem ersten Weltcupsieg raste.

Kleiner Rückschlag
In der folgenden Saison musste Styger dann wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Zwar blieb sie ohne Verletzungen, konnte jedoch sportlich nicht an die guten Leistungen der Vorsaison anknüpfen. Nur zweimal fuhr sie in die Top Ten und reihte sich damit in die schwache Vorstellung der Schweizer-Damenmannschaft ein. Auch bei der WM in Bormio langte es nicht zu einer Medaille, so dass Styger die Saison 2004/2005 schnell vergessen und auf den olympischen Winter 2006 hoffen musste.

Sieg in Aspen
Dort startete Styger stark und konnte recht schnell an die früheren Erfolge anknüpfen. Beim Super-G in Aspen 2005 gelang ihr der zweite Weltcup-Erfolg. In San Sicario glückte ihr zum Saisonhöhepunkt Olympia ein sehr guter Abfahrtslauf mit Rang fünf. Im olympischen Super-G und Riesenslalom landete sie dagegen auf den hinteren Plätzen. Allerdings beendete die Schweizerin die Saison so, wie sie sie begonnen hatte. Mit einem Sieg im März in Hafjell im Super-G.

Der bisher letzte Weltcup-Sieg
Ihren bisher letzten Weltcup-Sieg konnte die Schweizerin 2008 in Whistler feiern. 2007/08 und im Folgejahr konnte sie sich jeweils den sechsten Platz in der Abfahrtswertung sichern. Im Olympiawinter gelang ihr, wie schon 2006, erneut der Sprung auf den dritten Platz in der Super-G-Wertung. In Vancouver fuhr sie relativ knapp an einer Medaille im Super-G vorbei und landete am Ende auf Platz sechs.

Comeback, Rückschlag, Rücktritt
Nachdem Styger zum Ende der Weltcup-Saison unter anderem mit einem dritten Platz im Super-G von Garmisch wieder den Anschluss an die Weltspitze gefunden hatte, kam prompt ein herber Rückschlag. Im November 2010 erlitt sie im Training im kanadischen Nakiska einen Unterschenkelbruch, der die Saison 2010/2011 beendete, bevor sie für Styger überhaupt begonnen hatte. Im Juni 2011 kam dann das endgültige Aus: Styger konnte sich im Training immer noch nicht voll belasten und zog im Alter von 32 Jahren einen Schlussstrich unter eine Karriere, die ihr vier Weltcupsiege und keine Einzelmedaille beschwert hatte.

Steckbrief:
Geboren: am 11.12.1978 in Zug
Nation: Schweiz
Heimatverein: Hochstuckli Sattel
Größe: 171 cm
Hobbies: Volleyball, Schießen, Tanzen
Web: www.nadiastyger.ch