Gleich in seiner ersten Weltcup-Saison glänzte Hans Grugger mit guter Fahrtechnik und vorderen Platzierungen. Man konnte sehen, dass er das Potenzial zu einem Siegläufer hat.

Stark im Europacup
Bevor Grugger erfolgreich im Weltcup unterwegs war, verdiente er sich seine ersten Sporen im Europacup in der Saison 2002/2003. Im Endklassement dort war er Dritter in der Abfahrt und Vierter im Super-G. Im Gesamtklassement bedeutete dies den siebten Rang. Er fuhr zwei Saisonsiege ein und belegte zudem noch einmal den dritten Platz.

Im ersten Weltcup-Jahr ohne Furcht
Im Weltcup-Winter 2003/2004 fuhr Grugger seine erste komplette Saison bei den besten Skifahrern der Welt. Hier trat er selbstbewußt auf und konnte mit guten Resultaten überzeugen. Lediglich bei den Klassikern wie Kitzbühel (25.)und Gröden (34.) musste er noch Lehrgeld zahlen. Seinen großen Auftritt hatte Grugger in St. Anton, als er zum ersten Mal auf das Podest fuhr. Als Dritter platzierte er sich direkt hinter den beiden Skistars aus seinem Team, Hermann Maier und Stephan Eberharter.

Erster Weltcup-Sieg
Am 29. Dezember 2004 war es dann so weit. Der junge Österreicher avancierte mit dem Sieg bei der Abfahrt in Bormio (ITA) zum Shooting-Star. Alle Favoriten von Bode Miller (USA) bis Hermann Maier hatten das Nachsehen und Grugger konnte sich über seinen ersten Weltcup-Sieg freuen. Und im Januar stand Grugger noch einmal ganz oben bei der Abfahrt in Chamonix (FRA). In der Abfahrtswertung für die Weltcup-Saison 2004/2005 belegte Grugger den fünften Rang und hat sich als einer der besten Abfahrer im starken ÖSV-Team etabliert.

Auch im Super-G mit Sieg
In der Saison 2005/2006 zeigte Grugger auch im Super-G sein ganzes Potenzial und konnte den schweren Super-G in Gröden für sich entscheiden. Am 16. Dezember verwies er alle Favoriten auf die Plätze und feierte dort seinen ersten Weltcup-Sieg in dieser Disziplin. Ein schlimmer Sturz bei der Abfahrt in Bormio ließ jedoch den Traum Olympia platzen - und das bei solch vielversprechenden Vorergebnissen. Aber nach einem guten Sommertraining sollte Grugger im nächsten Winter wieder in der Lage sein, die alpine Konkurrenz herauszufordern. Im August konnte er das Training allerdings wieder aufnehmen und startete in der Saison 2007/08 im Weltcup in Lake Loiuse.

Ein Rückschlag nach dem anderen
Wegen seines deutlichen Trainingsrückstandes nahm Grugger an den nächsten Rennen nicht teil. Am 28. Dezember 2007 musste sich der Österreicher einer neuerlichen Knieoperation unterziehen, wodurch die Saison für ihn zu Ende war. Sein Comeback verzögerte sich noch weiter, da Grugger nach dem Sommertraining an einer bakteriellen Entzündung im Knie litt. Grugger wollte im Januar 2009 bei den Europacup-Abfahrten in Wengen starten, um sich für die Weltcuprennen vorzubereiten, die eine Woche darauf stattfanden. Doch sein schon angeschlagenes Knie machte ihm wieder einen Strich durch die Rechnung. Im Training zu den EC-Rennen erlitt er wieder einen Kreuzbandriss im rechten Knie, weshalb er auch die zweite Saison in Folge ausfiel.

Es geht wieder bergauf
Nach zwei Jahren Rennpause feierte Grugger nun endlich am 28. November 2009 sein Come back in der Weltcupabfahrt von Lake Louise. Dieses Rennen beendete er nur an 56. Stelle, fuhr aber wenig später wieder in die Punkteränge und erreichte in der Saison 2009/10 insgesamt vier Top-10-Resultate in der Abfahrt und konnte an seine vorherigen Erfolge anknüpfen. Ein fünfter Platz beim Weltcupfinale in Garmisch-Partenkirchen war bis dahin sein bestes Ergebnis. Auch konnte sich Grugger für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver qualifizieren und belegte Platz 22 in der Abfahrt. Zum Ende der Saison wurde er zum bereits zweiten Mal Österreichischer Abfahrtsmeister.

Schwerer Sturz beim Training auf der Streif
Zunächst sah es für den Österreicher in der ersten Hälfte der Saison 2010/11 sehr gut aus, denn er konnte in drei Weltcupabfahrten unter die schnellsten 20 fahren, ehe er sich am 20. Januar 2011 im Abfahrtstraining auf der Kitzbüheler Streif erneut schwer verletzte. Bei einem Sturz in der Mausefalle zog er sich Kopf- und Brustverletzungen zu. Laut dem ÖSV hat Grugger seine erste Nacht dem Sturz und der OP gut überstanden. Aktuell liegt er im künstlichen Koma, doch sein Status sei stabil.

Steckbrief
Geboren: 13.12.1981
Nation: Österreich
Größe: 180cm
Heimatverein: WSV Bad Hofgastein (Salzburg)
Hobbies: Golf, Radfahren
Web: www.grugger.at

Erfolge
Hans Grugger startete im November 2003 zum ersten Mal im Weltcup. Dort belegte er auf Anhieb den siebten Rang und konnte somit gleich bei seinem ersten Weltcuprennen Punkte einfahren. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele:
2010 Vancouver (CAN): 22. Abfahrt

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): DH (9)

Weltcup:
1. Platz Super-G in Kvitfjell 2007
2. Platz Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen 2007
5. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 2005
1. Platz Super-G in Groeden 2005
1. Platz Abfahrt in Chamonix 2005
1. Platz Abfahrt in Bormio 2004
10 Podiumsplatzierungen insgesamt
Insgesamt vier Weltcup-Siege