Die mit Spannung erwartete Entscheidung um die Vergabe der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2009 ist gefallen: Val d'Isere (FRA) wird die Titelkämpfe ausrichten. Damit wird erstmals seit Chamonix 1962 wieder eine Weltmeisterschaft in Frankreich ausgetragen.

Entscheidung im zweiten Wahldurchgang:
Bei der Entscheidung in Miami (USA) waren vom 16-köpfigen FIS-Vorstand nur 15 Personen anwesend. Somit reichten für die absolute Mehrheit acht Stimmen, die Val d'Isere im zweiten Wahldurchgang schaffte. Schladming (AUT) erhielt vier Stimmen und Vail (USA) drei. Der deutsche Kandidat Garmisch schied mit nur zwei Stimmen bereits im ersten Wahldurchgang aus.

Stimmen zur Entscheidung:
Thomas Pfüller (DSV-Generalsekretär):
"Ich bin fassungslos darüber, dass wir nur zwei Stimmen bekommen haben. Wir bieten Topsport und können hervorragend organisieren. Zudem bringen wir die meisten Sponsoren ein. Es ist einfach unglaublich, was hier passiert ist."

Walter Vogel (DSV-Alpinchef):
"Ich bin so fair, Val d'Isere als Gewinner zu akzeptieren. Natürlich ist dieses Ergebnis für Garmisch-Partenkirchen und den Deutschen Ski-Verband enttäuschend, weil beide einen guten Job gemacht und viel für die Bewerbung getan haben. Wir lassen uns trotz dieser Niederlage nicht von unserem Weg abbringen. Es müssen langfristige Kooperationen wohl bestehen, wie Verbände zusammenarbeiten und voneinander profitieren. Mag sein, dass das ein Grund für das Wahlergebnis ist. Die Bewerbung und der Veranstaltungsort Garmisch-Partenkirchen können es meiner Meinung nach nicht sein. Man muss nachdenken, was man tut, und wie man sich in Zukunft verhält. Man sieht, dass Qualität und eine hochwertige Bewerbung allein nicht ausschlaggebend sind."

Peter Fischer, OK-Präsident Garmisch:
"Mir fällt nichts mehr ein. Das ist eine tiefe Enttäuschung, die tiefste Enttäuschung überhaupt. Wie wir verloren haben, das ist ungerecht."

Christian Neureuther, OK-Mitglied Garmisch:
"Hier zu verlieren, ist überhaupt kein Problem. Der große Schock, für uns, Garmisch-Partenkirchen, Deutschland und den Deutschen Ski-Verband ist die Tatsache, dass wir nur zwei Stimmen bekommen haben, damit hat keiner gerechnet.
Wir haben verloren, wir müssen das analysieren, danach überlegen, was wir machen. Hinfallen kann jeder, liegen bleiben, das ist dann erst die Schande. Ich stelle mir natürlich die Frage: Wo haben wir nicht richtig gearbeitet? Auf der anderen Seite weiß ich, wie unsere Präsentation war - die war nicht mehr zu toppen, ebenso wie unser Auftreten in Miami."

Thomas Schmid, Bürgermeister Garmisch-Partenkirchen:
"Das Ergebnis ist völlig unverständlich. Wir haben am Mittwoch und Donnerstag eine tolle Präsentation gemacht. Die Reaktionen, die wir aus dem Umfeld hatten, waren alle sehr positiv. Mit zwei Stimmen raus zu fallen, das kann nur enttäuschen. Gegen Val d'Isere zu verlieren, das ist sehr honorig. Es waren vier Super-Kandidaten. Ich war auf den Showdown mit Val d'Isere präpariert, wenn es knapp ausgegangen wäre, könnten wir damit leben. Aber das ist schon eine Klatsche, da muss man Überlegungen anstellen, was das insgesamt heißt. Man muss reflektieren, analysieren und schauen, wo der deutsche Sport heute international steht."

Heinz Mohr, OK-Mitglied:
"Es ist schwer, nach so einem Ergebnis die Ruhe zu bewahren. Es ist bedenklich, wenn man den Aufwand sieht, der betrieben wurde. Das Ergebnis macht deutlich, welchen Stellenwert der deutsche Skisport hat. Man muss die Emotion hinten anstellen, muss sich Zeit geben, dann analysieren und mit wichtigen Leuten Gespräche führen, was zu tun ist. Man muss fair sein, man muss Val d'Isere gratulieren. Aber die Art und Weise wie man Garmisch-Partenkirchen behandelt hat, das ist unwürdig, nach unserer Präsentation, nach unserem professionellen Auftreten, völlig unverständlich."

Maria Riesch, Ski-Rennläuferin:
"Es ist natürlich sehr enttäuschend, wenn man sieht, was man investiert und wie sich die Mannschaft reingehängt hat. Dass wir schon in der ersten Runde ausgeschieden sind, kann ich nicht verstehen."