BSV-Präsident Alfons Hörmann hatte die Entscheidungsträger des Bayerischen Skiverbandes zum zweitägigen 'Meeting' nach Oberstdorf eingeladen, um dort eine gemeinsame Strategie für die künftige Entwicklung des größten und bedeutendsten Einzelverbandes der Republik zu beraten. Dabei war der Tagungsort mit Bedacht gewählt worden, denn die Nordische Ski-WM in Oberstdorf 2005 wirft bereits ihre Schatten voraus. So stand am Anfang der Tagung natürlich die gemeinsame Besichtigung der Wettkampfstätten an - ein motivatorischer 'Appetizer' der besonderen Art, denn die Vorfreude auf dieses Sportfest stand allen ins Gesicht geschrieben.

Motivationsanregungen vom Profi:
Für den rechten Einstieg in die Strategie-Tagung sorgte zuvor der Motivationstrainer Antony Fedrigotti aus Augsburg, der auf Einladung des BSV-Präsidenten Alfons Hörmann den 100 Teilnehmern in einem Kurzreferat Mut und Energie einzuflößen vermochte. "Jetzt seid Ihr auch fähig, Eure Schützlinge zu motivieren und den BSV zu mehr Erfolg zu führen".

Klare Worte - hohe Ziele:
In der Folge kam man in Oberstdorf dann aber schnell zur Sache. Die Vorgaben des DSV für die sportlichen Zielsetzungen bis Olympia 2010 umriss Generalsekretär und Sportdirektor Thomas Pfüller eindrücklich in seiner Rede. Denn in allen Sparten will man bis dahin die Weltspitze mit bestimmen und "mindestens 30 Prozent der Leistungsträger müssen vom BSV gestellt werden - in allen Disziplinen", so Pfüller, der den Langlaufbereich lobte, aber auch klare Defizite in der Leistungsstärke der Bayern gerade im Skisprung ausmachte. So forderte Pfüller Maßnahmen, die den Nachwuchs gezielt wieder näher an den Skisport führen. Auch sei Bedarf an einer Trainerschaft, die die Talente dann mit erfolgrsorientierter Arbeit sportlich nach vorne bringen könne.

Durch Topleistungen zu neuen Geldquellen:
Gerade im finanziellen Bereich sind die Zeiten auch für den DSV und BSV trotz aller erfolgreichen internen Sparmaßnahmen schon besser gewesen. Mittlerweile müssen die Verbände den Spitzensport ganz aus den Einnahmen des Fernsehvertrags und der Sponsorengelder finanzieren. Ein mühsames Geschäft, zumal ausgerechnet der schwächelnde Skisprungsektor die Haupteinnahmequelle darstellt. So stellte Pfüller klar, dass "uns die Übertragungen der drei deutschen Skisprung-Veranstaltungen elf der 15 Millionen Euro bringen. Wir sind also zum Erfolg verdammt."

Vielversprechende Konzepte:
Doch beim BSV hat man bereits konkrete Projekte in Angriff genommen. So verweist BSV-Präsident Hörmann auf die Initiative 'Partnerschulen des Wintersports', die in Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden und dem bayerischen Kultusministerium zum neuen Schuljahr 2004/2005 ins Leben gerufen wird. Hier sollen unter der Federführung von Walter Vogel und Kuno Meßmann Schule und Sport endlich besser unter einen Hut gebracht werden.

Optimistischer Blick in die Zukunft:
Die beiden BSV Vize-Präsidenten Miriam Vogt und Peter Schlickenrieder verwiesen in ihren Berichten ebenfalls auf positive Entwicklungen. Die EX-DSV Skiläuferin Miriam Vogt gab dem bisherigen Fortgang des Projektes 'soziale Kompetenz für Trainer' gute Noten. Dort werden die Trainer in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Menschenführung und Kommunikation weiter geschult. Der ehemalige Top-Langläufer Peter Schlickenrieder machte indes im Nordic-Walking-Boom neben der anstehenden Nordischen WM 2005 in Oberstdorf einen weiteren Katalysator für die Gewinnung neuen Sportnachwuchses aus. Sein Statement: "Die Zukunft ist nordisch".

Positives Fazit - Stimmen zur Veranstaltung:
BSV-Präsident Alfons Hörmann:
"Wir sind auf einem guten Weg. Aber wir müssen noch professioneller arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen".

BSV-Vize-Präsidentin Miriam Vogt:
"Die Strategietagung des BSV ist ein wichtiger Bestandteil des gegenseitigen Wissensaustauschs. Es geht um gleichen Informationsstand, das Zusammenwachsen von Haupt- und
Ehrenamt, das Verständnis für die Erwartungshaltungen des anderen. Bei einer derartigen Veranstaltung bietet sich die wichtige Chance, die Vernetzung von BSV zu DSV und den Regionen erlebbar zu machen. Neue Mitstreiter werden selbstverständlich um ein vielfaches besser integriert. Das wichtigste ist immer wieder miteinander zu reden, sich zu sehen, voneinander zu lernen und zu erleben. Gemeinsam geht es voran. Es geht einfach besser und erfolgreicher, wenn wir uns gemeinsam an unseren Zielen orientieren. Mehr Freude bei dieser Arbeit gibt's dann gratis dazu! Die Feedbacks, die bisher zu mir kamen sind durchweg positiv. Oberstdorf hat mit Herz und Professionalität die BSV Mannschaft empfangen. Für meine Arbeit als Präsidiumsmitglied nehme ich mit: Diese Kommunikationsplattform ist wichtig. Einigen Themen werden wir in der Zeitplanung zukünftig mehr Raum geben, denn
wir müssen wieder mehr über Sport und den Menschen sprechen und weniger über Reglements.

ASV-Präsident Herbert John:
"Es war ein super Wochenende. Besonders der Beitrag von Thomas Pfüller war toll und motivierend. Er hat die vor uns liegenden Aufgaben auf den Punkt gebracht mit den Worten 'Jungs, wir müssen das jetzt packen.' Dank der neuen Räumlichkeiten konnten die einzelnen Spartenverantwortlichen von Alpin oder Langlauf sich in eigene Räume zurückziehen und so effizienter und effektiver arbeiten. Die Umsetzung liegt nun jeweils in den Gauen, die die Themen jetzt selber angehen müssen."

Dr. Jürgen Schmid (Skiverband Chiemgau):
"Für die erste Veranstaltung dieser Art war sie professionell organisiert und gelungen. Wenn man am Schluss der Veranstaltung das Gefühl hat, dass die Zeit zu knapp war, dann spricht das für die Referenten und die Organisatoren. Für mich ist ein solches Meeting Gelegenheit, mich mit den Informationen und Betrachtungsweisen aus den Skiverbandsebenen des BSV und DSV intensiv auseinanderzusetzen und die Aktivitäten im eigenen Gau auch mal von diesem Standpunkt aus kritisch zu hinterfragen."

Winfried Pöpperl (Skigau Unterfranken Rhön):
"Ich halte das Meeting für sehr gelungen, da ein besseres Kennenlernen der Beteiligten aus allen Sparten des Wintersports und somit auch die Zusammenarbeit der Gaue mit dem BSV gefördert wird. Für neue Impulse ist eine derartige Sitzung sinnvoll, da man gemeinsam Strategien entwickelt, welche dann in den Arbeitsalltag der Gaue umgesetzt werden können."

Werner Altendorfer (Skiverband Inngau):
"Das Meeting war auf jedem Fall gelungen und sollte wiederholt werden. Positiv ist, dass an der Strategietagung auch Sportwarte und Referenten beteiligt waren und somit manches besser verstehen. Die Tagung zeigte eindeutig, dass an der Basis (Vereine und Gaue) im Nachwuchsbereich verstärkt gearbeitet werden muss, um für den Leistungs- und Spitzensport die Besten nach oben zum BSV und DSV zu bringen. Im Sozialbereich der Trainer muss verstärkt ausgebildet werden. Nachwuchstrainer sollten im Sommer ein dreimonatiges Praktikum bei Großfirmen absolvieren, wo Programme für Auszubildende entwickelt werden, damit diese endlich einmal lernen, wie man mit 15 - 18-Jährigen umgeht. Es ist noch ein weiter Weg!"